BVB: Sebastian Kehl sagt FC Bayern den Kampf um den Titel an - Dortmund gibt nicht auf

Drei Tage nach dem Rückschlag beim VfB Stuttgart geht BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl verbal in die Offensive. Von seinem Team fordert er nichts Geringeres als die Meisterschaft. Der stete Blick in die Vergangenheit bringe laut Kehl niemanden voran. Vielmehr soll der Fokus auf eine mögliche Siegesserie in naher Zukunft liegen - denn der strauchelnde FC Bayern München macht dem BVB Hoffnung.

Raphael Guerreiro und Marco Reus

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Sechs Partien noch, vier Heimspiele, zwei Punkte Rückstand - und am Ende soll eine eins rauskommen. Sebastian Kehl schlüpfte in die Rolle des Mathelehrers und stellte seine Meister-Formel auf.
"Unser Ziel, den Titel zu holen, haben wir nicht aus den Augen verloren", sagte Borussia Dortmunds Sportdirektor drei Tage nach dem 3:3-Schock beim VfB Stuttgart in den Ruhr Nachrichten: "Wir sind das heimstärkste Team der Liga und jederzeit in der Lage, eine Serie zu starten."
Dabei klang das am Samstag im BVB-Lager noch ganz anders. Fassungslos, schockiert, enttäuscht, gar wütend waren sie. Gegen die abstiegsbedrohten Schwaben verspielten die Westfalen in Überzahl den Sieg leichtfertig, Trainer Edin Terzic und Kehl hatten hinterher sichtlich Mühe, sich vor laufenden Fernsehkameras zu beherrschen. Und nun rief der Sportdirektor den Bayern entgegen: "Wir wollen Deutscher Meister werden!"
Es habe "ein, zwei Tage" gedauert, den Rückschlag zu verdauen, gab Kehl zu - doch "permanent in den Rückspiegel zu schauen", bringe nichts. Also setzte der 43-Jährige den Blinker links und forderte vom BVB, auf die Überholspur zu ziehen und am Münchner Rivalen vorbeizusprinten. Kehls Ansage? Mutig und ambitioniert. Aber natürlich nicht unmöglich.

Dortmund peilt neue Siegesserie an

Eine Siegesserie hatte der selbsternannte Meisteranwärter ja schon zu Beginn des Kalenderjahres hingelegt, sich nach verkorkster Hinrunde häppchenweise an die Münchner herangearbeitet und die Tabellenspitze für einen Spieltag übernommen. Für eine erneute Serie spielen der Borussia auch die Gastauftritte in Bochum und Augsburg in die Karten.
Andererseits, argumentierte Kehl, habe die Mannschaft in dieser Saison schon mehrfach bewiesen, dass sie mit Rückschlägen wie in Stuttgart umgehen "und sogar gestärkt daraus hervorgehen kann".
Gerade diese Fähigkeit benötigen die Dortmunder mehr denn je, um die leidige Mentalitätsdebatte im Keim zu ersticken und das anhaltende Hickhack um die Zukunft von Kapitän Marco Reus auszublenden. BVB-Coach Terzic habe jedenfalls "sehr deutlich formuliert, was er von der Mannschaft erwartet", sagte Kehl: Intensität und Schärfe.
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BVB-Coach Edin Terzic war nach dem 3:3 in Stuttgart bedient

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Strauchelnde Münchner lassen BVB träumen

Ein weiterer Grund zur Hoffnung? Der auch unter Thomas Tuchel schlingernde Serienmeister FC Bayern, der in der größten Krise seiner jüngeren Vereinsgeschichte steckt.
Auch mit dem Nagelsmann-Nachfolger straucheln die Münchner, der Triple-Traum platzte - und im Bundesliga-Endspurt empfängt der "FC Hollywood" am 33. Spieltag RB Leipzig, das im Champions-League-Rennen selbst nach jedem Zähler giert.
"Wir haben die Meisterschaft nicht in der eigenen Hand", sagte Kehl, dennoch sei Schwarz-Gelb "so nah dran" wie seit Jahren nicht mehr.
Die Marschroute für das Heimspiel am Samstagabend gegen Eintracht Frankfurt ist eindeutig: "Wir benötigen jetzt eine sehr gute Trainingswoche, ein bisschen Wut, absolute Gier, den unbedingten Willen, unser Tor gemeinsam zu verteidigen und natürlich die Unterstützung der Fans. Mit diesem Paket ist alles möglich."
(SID)
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Nur zwei Siege aus fünf Spielen: Tuchels maue Bayern-Bilanz

Quelle: Perform

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