Eurosport
BVB-Abwehr im Dauer-Tiefschlaf: Borussia Mönchengladbach zerlegt Borussia Dortmund
Von
Publiziert 11/11/2022 um 22:26 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund hat zum Abschluss des Bundesligajahres einen bitteren Abend erlebt. In Mönchengladbach setzte es ein 2:4, wobei das Ergebnis noch deutlich höher hätte ausfallen können. Hofmann (4.) brachte Gladbach in Front, Brandt glich sehenswert aus (19.). In der Folge trafen Bensebaini (26.), Thuram (30.) und Köné (46.) für die Fohlen, Schlotterbeck besorgte das zwischenzeitliche 2:3 (40.).
Mats Hummels (l.) und Gregor Kobel - Borussia Dortmund
Fotocredit: Imago
Die erste Hälfte des vorerst letzten Freitagabendspiel sollte es in sich haben. Den Torreigen im Borussen-Duell eröffnete Jonas Hofmann nach nur vier Minuten gleich mit dem ersten Angriff der Hausherren. Kapitän Lars Stindl steckte am Strafraum im richtigen Moment auf den WM-Fahrer durch, der blieb cool vor Gregor Kobel und schob den Ball eiskalt in die linke untere Ecke zur frühen Führung für die Fohlen (4.).
In einem rasanten Spiel fand der BVB eine gute Viertelstunde nach dem Rückstand eine passende Antwort: Julian Brandt verarbeitete ein hohes Zuspiel von Jude Bellingham sehenswert mit dem rechten Oberschenkel und versenkte das Rund aus wenigen Metern in einer fließenden Bewegung mit links flach zum 1:1 im Tor (19.).
Es ging weiter hin und her. Nach einem Hacken-Versuch von Marcus Thuram, der im Erfolgsfall aufgrund einer Abseits-Position vermutlich nicht gezählt hätte (22.), traf Ramy Bensebaini nach einem Hofmann-Freistoß vom rechten Strafraumeck per Kopf aus fünf Metern wuchtig zum 2:1 (26.).
Beflügelt von der erneuten Führung legten die Fohlen direkt nach: Nach einem BVB-Angriff schaltete die Elf von Daniel Farke schnell um, sodass Stindl an der Mittellinie Thuram mit einem Pass in eine Eins-gegen-Eins-Situation mit Kobel schicken konnte. Der Franzose umkurvte den Keeper und schob von links ein – 3:1 (30.).
Dortmund war um eine schnelle Antwort bemüht, fand seinen Meister aber vorerst in Sommer- und Sippel-Vertreter Jan Olschowsky. Der 20-jährige Keeper parierte Youssoufa Moukokoks Kopfball aus vier Metern mit dem Fuß, dann kratzte Bensebaini den Nachschuss von Giovanni Reyna von der Linie (33.). Vier Minuten später wehrte der Schlussmann einen weiteren Versuch von Moukoko ab, der aus spitzem Winkel draufgehalten hatte (37.). Wieder nur knappe 120 Sekunden später leitete Olschowsky einen direkten Freistoß von Raphael Guerreiro über den Querbalken (39.) – die anschließende Ecke sollte dann aber im Netz landen. Zwar konnte Olschowsky zuerst den Kopfball von Niklas Süle noch mit einer Hand abwehren, beim Abstauber von Nico Schlotterbeck war er allerdings machtlos (40.).
Der BVB war wieder dran, wollte aber noch vor der Pause den Ausgleich – allerdings hatte Olschowsky erneut etwas dagegen. Reyna legte nach einem temporeichen Sololauf am Fünfer quer zu Donyell Malen, der aus vier Metern den Fuß reinhielt. Olschowsky tauchte ab und bekam noch eine Hand an den Ball, um so einen Unhaltbaren zu halten (43.). Dann war Pause im Borussia-Park.
Genauso furios wie die erste Hälfte aufgehört hatte, begann der zweite Durchgang: Nur 40 Sekunden nach dem Wiederanpfiff landete ein abgefälschter Flachschuss von Manu Koné im linken unteren Eck – 4:2 (46.).
Der BVB begann nach dem Seitenwechsel enorm an zu schwimmen. In der 52. Minute verpasste Thuram nach einem feinen Pass in die Schnittstelle die Vorentscheidung obwohl er Kobel schon verladen hatte (52.). Nur sieben Minuten später scheiterte der Franzose aus spitzem Winkel an Olschowsky (59.).
Knappe zwanzig Minuten vor Ende pfiff der Unparteiische zudem einen Gladbach-Treffer von Hofmann zurück, weil Thuram das Spielgerät regelwidrig Hummels abgeluchst hatte (68.). Eine Viertelstunde vor Ende ließ der französische Stürmer eine weitere gute Chance auf das 5:2 aus (76.). Spannend wurde es aber nicht mehr, weil die Schlussoffensive des BVB ausblieb.
Der Tweet zum Spiel:
Nach der zweiten Niederlage in Serie hat bei den Dortmund-Fans Ernüchterung eingesetzt. Mit nur 25 Punkten aus 15 Spielen und Platz sechs in der Tabelle hängt der BVB zur Winter- bzw. WM-Pause den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher
Das fiel auf: Gladbach zweikampfstark und effizient, Olschowsky gut
Die Hausherren standen sehr kompakt in der Defensive und nahmen auf diese Weise jegliches Tempo aus dem Dortmunder Offensivspiel. Die Elf von Daniel Farke machte geschickt die Räume eng und hatte im Notfall mit Olschowsky einen glänzenden Schlussmann zwischen den Pfosten, der sich gleich mehrmals auszeichnen konnte.
Gladbach lief über die 90 Minuten knappe neun Kilometer mehr als die Mannschaft von Edin Terzic. Gegen diese disziplinierte und konzentrierte Verteidigung fand der BVB vor allem nach der Pause kaum noch ein Durchkommen.
Im Angriff präsentierte sich die Fohlen-Elf entsprechend effizient: Vier der sechs Schüsse aufs Tor waren drin. Lediglich Thuram fiel durch einige vergebene Großchancen etwas ab, markierte aber dennoch das zwischenzeitliche 3:1.
Die Statistik: 400
Nach der Nicht-Nominierung für die WM kam Mats Hummels durch seinen Startelfeinsatz am heutigen Abend immerhin zu seinem 400. Spiel in der Bundesliga. Allerdings musste der Innenverteidiger in der 78. Minute angeschlagen ausgewechselt werden. Alles in allem eine gebrauchte Woche für den Ex-Nationalspieler.
Das könnte Dich auch interessieren: Flick-Überraschung! Das sind die 26 WM-Fahrer für Deutschland
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/11/10/3487614-71099453-2560-1440.jpg)
Comeback "nicht absehbar": Kehl gibt Update zu Haller
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung