"Collinas Erben" ziehen sich zurück und löschen Twitter-Account nach hunderten von Hassnachrichten

Die auf Social Media bekannt gewordenen Schiedsrichterexperten "Collinas Erben" haben ihren Twitter-Account aufgrund massiver Anfeindungen am Sonntag gelöscht. Auslöser für den Twitter-Rückzug war die Beurteilung einer Handspiel-Szene in der Begegnung zwischen Hertha BSC Berlin und Bayer 04 Leverkusen (2:2), wegen der den Gründern Alex Feuerherdt und Klaas Reese eine Menge Hass entgegenschlug.

Im Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und Bayer Leverkusen kam es zu einer strittige Szene

Fotocredit: Getty Images

"Arm hängt normal herab, ist nicht weit vom Körper entfernt und nicht unter Spannung, wird sogar ein Stück nach hinten gehalten. Keine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche, keine Bewegung zum Ball, keine Absicht", beurteilten Collinas Erben die Situation, in der einem Abwehrspieler von Bayer Leverkusen im Strafraum der Ball an den Arm geschossen wurde. Obwohl der Spieler damit eindeutig ein Tor verhinderte, ließ der Schiedsrichter Benjamin Brand das Spiel laufen und sah von einer Elfmeter-Entscheidung ab.
Die Reaktion auf diese Beurteilung der Experten, die über 50.000 Follower bei Twitter hatten, nahm enorme Ausmaße an. Gegenüber dem "RND" verriet Feuerherdt, dass sie über 200 Hassnachrichten erhielten.
"Es war sehr unangenehm. Die schiere Wucht der Kommentare ging darüber hinaus, was wir sowieso schon Woche für Woche abbekommen. Ich würde es als klassischen Shitstorm bezeichnen. Und da war es schon aus Gründen von Selfcare wichtig, sich aus diesem manchmal sehr toxischen Medium Twitter rauszuziehen", begründete Feuerherdt den Rückzug im Interview mit dem "RND".
"Zum einen handfeste Beleidigungen: Löscht euch, euch braucht kein Mensch, ihr kriecht dem DFB in den Hintern. Zum anderen wurde uns grundsätzlich die Kompetenz abgesprochen", beschrieb der Publizist die Hassnachrichten: "Die Wucht entfaltete sich durch die Masse: Wenn Sie zum 150. oder 200. Mal gelesen haben, dass Sie ein Bastard oder Hurensohn sind, der keine Ahnung hat – dann kocht einem das irgendwann die Birne weich."

Strittige Schiedsrichter-Entscheidungen nehmen zu

Den Entschluss, den Account zu löschen, fassten Feuerherdt und Reese am Spieltag (Samstag) gegen Mitternacht, weil keine Ruhe im Posteingang einkehrte. "Es war aber kein Entschluss, der aus einer schlechten Laune heraus entstanden ist. Es hat sich einfach im Laufe der Zeit summiert – besonders in dieser Saison hat sich die Heftigkeit der Kommentare gesteigert", erklärte Feuerherdt.
Als Grund für diese Entwicklung sieht Feuerherdt die zunehmende Wahrnehmung der Fans, dass umstrittene Entscheidungen zunehmen: "Je mehr strittige Entscheidungen, desto mehr bekommen wir zu tun. Und desto mehr Reaktionen bekommen wir ab, auch der unangenehmen Art. Neu war die Quantität und Intensität."
Rückendeckung erhielten die Experten von einem Bundesliga-Schiedsrichter. Patrick Ittrich verteidigte Feuerherdt und Reese via Twitter. "Collinas Erben leisten seit langer Zeit wertvolle Arbeit. Jeder Fan sollte dankbar sein. Stattdessen Shitstorm! Auf welcher Basis nehmt ihr euch das Recht heraus, so mit Menschen umzugehen? Stadion o. Internet, wie wenig reflektiert kann man sein? Euer Fan-Status rechtfertig nix!", schrieb der 43-Jährige.
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Ungewöhnliche Bitte an Fotografen: "Sie mit der Kamera ..."

Quelle: Perform

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