Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach auffielen: Eine Mauer namens Sommer

Yann Sommer heißt der Mann des Spiels beim 1:1 (0:1) zwischen dem FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach am 4. Spieltag der Bundesliga. Während der Borussia-Schlussmann die Bayern mit 19 Paraden abkocht, patzt Dayot Upamecano folgenschwer. Leroy Sané verdient sich seinen Treffer redlich und Jamal Musiala wirkt auch als Joker entscheidend mit. Drei Dinge, die uns im Spitzenspiel auffielen.

Farke adelt Sommer: "Mit Neuer der Beste der Liga"

Quelle: Perform

Thomas Müller fühlte sich ein bisschen wie am Murmeltiertag.
"Das kennen wir ja nicht anders, dass der Yann Sommer das Spiel des Jahres gegen uns macht", sagte der Vize-Kapitän des FC Bayern München nach dem 1:1 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach, das einen klaren Spieler des Spiels hatte - Gladbach-Keeper Sommer.
19 abgewehrte Torschüsse brachte der Schlussmann der Borussia in die Statistik ein und trieb die Bayern damit zur Verzweiflung. Letztlich konnte nur Leroy Sané den Schweizer überwinden (83.) und damit die Gäste-Führung durch Marcus Thuram nach einem Fehler von Dayot Upamecano (43.) egalisieren.
"Das war bisserl bitter heute", sagte Joshua Kimmich bei "Sky": "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber irgendwie hat ein Quäntchen gefehlt."
Drei Dinge, die uns auffielen.

1.) Eine Mauer namens Sommer

Gladbachs Spiel lässt sich in einem Satz beschreiben: Kontertor Thuram - und der Rest war Yann Sommer. Der Gladbacher Keeper hat mit seinen 33 Lenzen für Klub und Land (Schweiz) bereits das ein oder andere Highlightspiel abgeliefert; was Sommer jedoch am Samstagabend in München alles hielt, war schlichtweg herausragend.
Bis zur 83. Minute hielt der Gladbacher Schlussmann mit Ruhe, starken Reflexen, der richtigen Antizipationsfähigkeit und natürlich auch einem Quäntchen Glück seinen Kasten sauber. 13 Torschüsse parierte Sommer; mal gleich doppelt gegen Sadio Mané (61.), mal im Eins-gegen-Eins gegen Sané (64.), mit einer Flugeinlage gegen Benjamin Pavard (75.) oder blitzschnell abtauchend gegen Joshua Kimmich (90.+1).
"Er hat außergewöhnlich gut gehalten - guter Mann, der Yann", meinte Mitspieler Christoph Kramer. Machtlos war der Borussia-Keeper erst, als Sané sich nach Zuspiel des eingewechselten Jamal Musiala freistehend aus zwölf Metern das Eck quasi aussuchen konnte und platziert ins linke Eck vollstreckte.
Dennoch: Den Punktgewinn durfte sich der Schweizer mit am Ende 19 (!) abgewehrten Torschüssen bei einem Expected-Goals-Verhältnis von 3,16 zu 0,77 ans eigene Revers heften. "Er hat auch ein paar Unhaltbare gehalten, das brauchst du hier aber auch", sagte Gladbachs Geschäftsführer Sport Roland Virkus.
"Das war eine Weltklasse-Leistung - er ist bestimmt mit Manuel Neuer der beste Keeper der Liga", meinte VfL-Trainer Daniel Farke. "Er war heute der beste Mann auf dem Platz", musste auch Bayerns Kimmich zugeben.
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Leroy Sané (l./FC Bayern) und Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach)

Fotocredit: Getty Images

2.) Upamecano und sein Thuram-Bock

So aufopferungsvoll die Gladbacher um Sommer lange verteidigten, so dilettantisch stellte sich auf der Gegenseite Bayerns Dayot Upamecano in der 43. Minute an beim Gegentreffer an. Einen an sich harmlosen Befreiungsschlag von Christoph Kramer schätzte der Franzose auf Höhe der Mittellinie völlig falsch ein und schlug am Ball vorbei.
Thuram sagte Danke und wurde von seinem Landsmann auf dem langen Weg zum 0:1 auch nicht mehr eingeholt (dass Manuel Neuer zögerlich rauskam und das rechte Eck aufmachte, tat sein Übriges).
"Er will die saubere Lösung und zurück zu Manu spielen - aber jeder, der schon mal Fußball gespielt hat, weiß, wie schwer das ist", analysierte Trainer Julian Nagelsmann: "Den muss er einfach nach vorne spielen."
So war's ein herber Dämpfer für Upamecano, der ansonsten defensiv beschäftigungslos war, im internen Kampf um einen Stammplatz in der Innenverteidigung durch seinen Patzer aber ein wenig an Boden verloren haben dürfte.
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Nagelsmann kritisiert Bayern-Offensive - es lag nicht nur an Sommer

Quelle: Perform

Gegen Gladbach durfte der 23-Jährige, der nicht zum ersten Mal Probleme mit hohen Bällen offenbarte, zum fünften Mal in Folge und wie schon gegen Leipzig (Supercup), Frankfurt und Wolfsburg neben Lucas Hernández im Abwehrzentrum ran.
Top-Neuzugang Matthijs de Ligt, beim 7:0 in Bochum noch neben Upamecano aufgeboten, war zurück auf die Bank rotiert, könnte am kommenden Wochenende im Spitzenspiel bei Union Berlin aber nun erstmals mit Hernández gemeinsam die Innenverteidigung bilden - und nicht nur in der Schlussphase als Kopfballspieler ins Sturmzentrum beordert werden wie gegen Gladbach.
Nagelsmann wollte trotz des Patzers aber nicht den Stab über Upamecano brechen. "Sonst spielt er eine herausragende Saison", sagte der Bayern-Trainer.
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Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) trifft zur Führung gegen den FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

3.) Sané beißt und sticht, Musiala erneut entscheidend

Leroy Sané konnte man diesmal wahrlich keine zu laxe Einstellung oder mangelnde Haltung vorwerfen. Egal wie glücklos der Nationalspieler lange vor dem Tor (und vor allem gegen Sommer) agierte - er gab nicht auf und verdiente sich schließlich sein zweites Saisontor (83.).
Keiner suchte öfter den Abschluss als Sané (8), der auch enorm ballsicher agierte (29 von 30 Pässen angekommen) und sechs seiner zehn Zweikämpfe gewann.
In der ersten Halbzeit wirkte der 26-Jährige noch unglücklich, als er zunächst von am Boden liegend klärenden Ko Itakura um die Führung gebracht wurde (21.) und später selbst ein Tor von Sadio Mané (34.) durch eine Abseitsstellung zunichtemachte.
Im zweiten Durchgang kristallisierte sich Sané jedoch als gefährlichster Angreifer der Münchner heraus. Und während Sadio Mané nach 67 Minuten für Serge Gnabry ausgetauscht wurde, durfte Sané bis Minute 85 draufbleiben - und treffen.
Möglich machte den Ausgleich auch einmal mehr Jamal Musiala. Der Bayern-Youngster hatte in Bochum noch mit einer Zerrung im Adduktorenbereich gefehlt und es deshalb auch gegen Gladbach noch nicht wieder in die Startelf geschafft.
Gegen Gladbach reichte es aber zumindest für einen Joker-Einsatz ab Minute 67. Und der 19-Jährige wirkte sofort präsent.
Musiala interpretierte seine Rolle gewohnt offensiver als der für ihn ausgewechselte Marcel Sabitzer zuvor, bot sich immer gut zwischen den Gladbacher Linien an und hatte im entscheidenden Moment im Strafraum die Ruhe und Übersicht, um Sané zum 1:1 zu bedienen (83.) - bereits sein sechster Scorerpunkt im vierten Pflichtspieleinsatz diese Saison.
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Mourinho: "Dybala hat ein Babygesicht, aber..."

Quelle: Perform

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