FC Bayern: Dietmar Hamann glaubt nicht an Rückkehr von Manuel Neuer ins Tor - Yann Sommer bleibe Nummer eins

Dietmar Hamann hat Manuel Neuer in einem Interview mit dem Schweizer "Blick" Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dessen Beinbruch vorgeworfen. "Wenn du bei so wenig Schnee wie hier in München vor der Haustür in offenem Gelände fahren gehst, ist das gefährlich", so der ehemalige Bayern-Spieler. Hamann glaubt zudem, dass Neuer kein Spiel mehr für den deutschen Rekordmeister machen wird.

Manuel Neuer

Fotocredit: Getty Images

Wenige Tage nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Vorrunde von Katar brach sich Manuel Neuer bei einem Skiunfall an seinem Hausberg am Tegernsee das rechte Bein.
Für den ehemaligen Nationalspieler und heutigen "Sky"-Experten Dietmar Hamann durch einen Akt der Leichtsinnigkeit, wie er in einem Interview im Schweizer "Blick" klarstellte.
"Zu meiner Zeit bei Bayern sind wir auch mit 15 Mann Ski fahren gegangen. Mit 15 Spielern vom FC Bayern", verriet der 49-Jährige. "Aber wir sind nach Zürs gefahren. Dort, in Österreich, hat's genügend Schnee. Wenn du bei so wenig Schnee wie hier in München vor der Haustür in offenem Gelände fahren gehst, ist das gefährlich. Das weiß jeder, und darum erlitt Manuel Neuer seinen Beinbruch aus meiner Sicht fahrlässig."
Die Münchner reagierten umgehend auf das Saison-Aus ihres Stammkeepers und transferierten Yann Sommer aus Mönchengladbach an die Isar. Ein Keeper, der Hamann in den vergangenen drei Jahren ohnehin schon "besser gefallen" habe als Neuer.

Hamann: "Glaube nicht, dass Neuer nochmals für Bayern spielt"

Für den gebürtigen Waldsassener ist durch diesen Transfer auch die neue Hierarchie im Bayern-Tor fürs Erste geklärt.
"Ich glaube nicht, dass Neuer nochmals für Bayern spielt. Und wenn doch, kann ich mir vorstellen, dass Sommer als Nummer eins in die Vorbereitung geht und Neuer ihn erst wieder verdrängen müsste. Die Verpflichtung von Sommer war ein toller Transfer der Bayern. Man hat von Anfang an vorgebeugt, nicht von Neuers Heilung abhängig zu sein", prognostiziert Hamann, für den sich Neuer vor allem durch seine zwei Interviews mit der "Süddeutschen Zeitung" und "The Athletic" ins Abseits geschossen hat.
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Manuel Neuer (l.) und Julian Nagelsmann

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Neuer gibt in den Gesprächen Einblicke in den Unfallhergang und greift die Bayern wegen de Entlassung von Torwarttrainer Toni Tapalovovic scharf an. Als "Schlag, als ich schon am Boden lag" beschreibt er den Rauswurf seines Freundes und Trauzeugen, mit dem er schon in Gelsenkirchen zusammengearbeitet hat. Er habe sich gefühlt, als habe man ihm "das Herz rausgerissen".

Hamann hält Tapalovic-Rauswurf für konsequent

Für Hamann eine Spur zu viel Pathos: "Sébastien Haller hat für Dortmund am Wochenende sein erstes Tor nach seiner Krebserkrankung gemacht. Als der Arzt ihm sagte, er habe Krebs – da hat man ihm vielleicht das Herz herausgerissen. Aber nicht wegen einer Personalie in einem Bundesliga-Klub, sorry."
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Toni Tapalovic und Manuel Neuer

Fotocredit: Getty Images

Das Verhalten des Klubs in der Causa Tapalovic findet Hamann "konsequent". Durch die enge Verbindung zwischen Neuer und Tapalovic habe dieser doch gar kein Interesse daran gehabt, dass ein anderer Keeper als Neuer gut hält, behauptet der ehemalige Liverpool-Profi. "Ich will ihm nichts unterstellen, aber das kann man infrage stellen. Und wenn Neuer zurückkommt, ist Tapalovic ja automatisch auch wieder auf der Seite von Neuer. Darum hat mich auch die Aussage von Neuer über die Torwart-Gruppe, die so traurig gewesen sein soll, erstaunt. Ich glaube das nicht."
Hamann führt aus: "Der FC Bayern hat Manuel Neuer, als er 2011 von Schalke kam, zugebilligt, dass er seinen Vertrauensmann Tapalovic aus Gelsenkirchen mitbringen darf. Das ist doch hochproblematisch: Tapalovic, obwohl bezahlt vom Verein und nicht von Neuer, hatte doch gar kein Interesse daran, eine Konkurrenz für seinen Freund aufzubauen. Darum förderte und forderte man Sven Ullreich, der ja nicht gefährlich werden kann – während man das bei Alexander Nübel 18 Monate lang nichts machte. Die Trennung von Tapalovic war darum doch ein wichtiges Zeichen an Yann Sommer."

Hamann-Prognose: Neuer wird "ziemlich sicher verkauft"

Für Neuer könnte sie den sicheren Abschied vom FC Bayern nach fast zwölf Jahren im Verein sein. Es sei in der Vergangenheit oft so gewesen, "dass es beim FC Bayern das Ende war, wenn man sich mit dem Verein angelegt hat", so Hamann. Auch für den eigentlich als Neuer-Nachfolger vorgesehenen Alexander Nübel sieht der Champions-League-Sieger von 2005 schwarz:
"Ich glaube auch nicht, dass Nübel nochmals zurückkommt ohne Garantie, die Nummer eins zu sein – und die gibt ihm Bayern nicht. Zudem wäre er der Herausforderer von Sommer und die Wahrscheinlichkeit groß, dass er wieder auf der Bank sitzt. Dann hat er den gleichen Zirkus wie vorher. Ich glaube, Nübel wird sicher, Neuer ziemlich sicher verkauft."
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