Drei Dinge, die bei Borussia Mönchengladbach - FC Bayern auffielen: Julian Nagelsmann im Krawall-Modus

Vier Tage nach dem 1:0-Sieg in der Champions League bei Paris Saint-Germain unterlagen die Bayern Angstgegner Borussia Mönchengladbach 2:3 (1:1). Der frühe Platzverweis gegen FCB-Innenverteidiger Dayot Upamecano sorgte für emotionalen Wellengang beim Münchner Cheftrainer Julian Nagelsmann - und für ein schlechtes Gewissen gegenüber Thomas Müller. Drei Dinge, die auffielen.

"Nicht alles auf die Goldwaage": Nagelsmann äußert sich zu Ausraster

Quelle: Perform

Aus Mönchengladbach berichtet Andreas Morbach.
Der FC Bayern könnte an diesem Wochenende erstmals seit Anfang November vergangenen Jahres nicht an der Spitze der Bundesliga-Tabelle stehen. Nach der 2:3-Niederlage der Münchner bei Angstgegner Borussia Mönchengladbach muss der FCB auf einen Ausrutscher von Verfolger Union Berlin am Sonntag gegen Schlusslicht Schalke 04 hoffen.
Dass der deutsche Rekordmeister einmal mehr am Niederrhein den Kürzeren zog, war auch der Tatsache geschuldet, dass Dayot Upamecano bereits nach acht Minuten aufgrund einer Notbremse des Feldes verwiesen worden war.
Nur kurz darauf erzielte Lars Stindel die Führung für die Hausherren. Nach Eric Maxim Choupo-Motings Tor zum Ausgleich erspielten sich die Bayern ein Übergewicht - doch Gladbach traf mitten in der Drangphase in Person von Jonas Hofmann, Marcus Thuram machte kurz vor Schluss alles klar. Mathys Tels später Anschlusstreffer war lediglich Makulatur.
Der Schuldige für die Niederlage war schnell gefunden: Schiedsrichter Tobias Welz. Julian Nagelsmann war wegen der Roten Karte gegen Upamecano derart frustriert, dass er den Unparteiischen verbal scharf anging und mit seiner Wortwahl deutlich übers Ziel hinausschoss.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Julian Nagelsmann im Krawall-Modus

Nachdem er sein Statement zur 2:3-Pleite im Borussia-Park abgegeben hatte, wollte Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz einen Kommentar in eigener Sache loswerden. Eine halbe Stunde zuvor war der Bayern-Coach noch derart in Rage gewesen, dass er mit wehendem Steppmantel Richtung Gästekabine eilte und dabei laut und vernehmlich "weichgespültes Pack" rief. Gemeint waren Schiedsrichter Tobias Welz und seine Assistenten – und die Entscheidung des Referees, Münchens Innenverteidiger Dayot Upamecano nach neun Minuten Rot zu zeigen.
Dass Welz den Platzverweis – der schnellste in der Bundesliga-Historie des FCB – auch nach Begutachtung des VAR nicht zurücknahm, brachte Nagelsmann auf die Palme. Nach dem Spiel sprach er mit dem Unparteiischen, kurz darauf fluchte er im Kabinengang, interpretierte die Szene wenige Minuten später im Fernsehen als "minimalen Touch" von Upamecanos Hand an der Schulter des enteilten Gladbach-Stürmers Alassane Pléa.
"Es kann mir keiner sagen, dass das eine Rote Karte war", schimpfte Nagelsmann. Er wünsche sich, dass auch Schiedsrichter begangene Fehler im Nachgang zugeben, begründete er seinen Furor. Der sich bei der Pressekonferenz dann so weit gelegt hatte, dass der 35-Jährige nun leicht reumütig erklärte: "Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht 18 Nachfragen dazu stellen und das Ganze nicht auf jedes Titelblatt setzen."

2.) Wundertüte Gladbach mit starker Bayern-Neigung

Das Gladbacher Faible für Duelle mit den Bayern hat sich in den vergangenen Jahren zu einer echten Leidenschaft entwickelt. Woher ihre zuverlässige Stärke gegen den Abonnementsmeister rührt, wissen die Borussen dabei selbst nicht so genau zu sagen. "Das ist schwierig zu erklären", befand Lars Stindl, Schütze des 1:0 und Kapitän eines Teams, das zuletzt gegen die Abstiegskandidaten Hertha BSC (1:4) und Schalke (0:0) nicht gewinnen konnte - in dieser Saison dafür aber bereits die Top-Teams Leipzig (3:0) und Dortmund (4:2) deutlich geschlagen hatte.
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Der FC Bayern verlor bei Borussia Mönchengladbach

Fotocredit: Getty Images

"Highlight-Spiele kriegen wir immer ganz gut hin, in anderen Spielen schaffen wir das nicht ganz so gut", erklärte Stindl, warum die Fohlenelf trotz zwischenzeitlicher sportlicher Ausrufezeichen im Tabellenmittelfeld festhängt. Eine bemerkenswerte Neigung zu Kräftemessen mit dem FCB prägt die Gladbacher ohnehin: Gegen keinen anderen Gegner in der Liga ließen die Bayern in der zurückliegenden Dekade so viele Punkte liegen, im Borussia-Park gewannen sie bei keinem ihrer letzten fünf Auftritte – und verloren vier Mal."Normalerweise bekommst du so etwas dann umso mehr zu spüren", kommentierte Borussen-Coach Daniel Farke – und fügte im Gedanken an das 1:1 im Hinspiel hinzu: "Umso höher ist es einzuschätzen, dass wir es in dieser Saison noch mal geschafft haben, vier Punkte gegen die Bayern zu holen."

3.) Pechvogel Thomas Müller

Einen Moment lang wirkte es so, als wollte Thomas Müller seine Meinung zum vorangegangenen Spiel gewohnt ausführlich darlegen. Dann aber entschloss sich der Münchner Offensivspieler zu einem doch sehr kurzen Stopp, erwähnte nur knapp "Scheiß Spielverlauf" – und stiefelte Richtung Stadionausgang.
Vor allem aus Sicht des 33-Jährigen gestaltete sich der Nachmittag nahe der niederländischen Grenze überaus dürftig: Beim 1:0 bei Paris Saint-Germain vier Tage zuvor saß Müller bis zur 75. Minute auf der Reservebank, nur rotierte er gemeinsam mit vier Teamkollegen zurück in die Startelf – und war nach einer Viertelstunde schon wieder draußen. Weil Julian Nagelsmann nach dem Platzverweis gegen Upamecano taktisch umstellen musste.
"Eine beschissene Entscheidung, das tut mir leid für Thomas", erklärte der FCB-Cach dazu später – und betonte: "Theoretisch hätte es auch jeden anderen treffen können. Das hat nichts mit Thomas zu tun."
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Quelle: Perform

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