FC Bayern München: Kingsley Coman schwächelt beim Meister - warum das Vorbild hintendran ist

Kingsley Coman ist normalerweise beim FC Bayern gesetzt. In der aktuellen Saison wurde der Franzose allerdings schon mit mehreren Rückschlägen konfrontiert – mittlerweile haben ihn seine mannschaftsinternen Konkurrenten überholt. Trainer Julian Nagelsmann analysierte Comans Situation am Freitagmittag schonungslos und erklärte, woran es bei dem 26-Jährigen dieser Tage hakt.

Kingsley Coman

Fotocredit: Getty Images

Vor knapp zwei Jahren stand Kingsley Coman bei seinem Trainer, der damals noch Hansi Flick hieß, hoch im Kurs.
"Wir haben vier Außenstürmer mit sehr guter Qualität", sagte Flick Anfang Dezember 2020 mit Blick auf seine Flügelspieler Coman, Leroy Sané, Serge Gnabry und Douglas Costa (mittlerweile bei LA Galaxy, Anm. d. Red.). Coman erhielt dabei ein Sonderlob: "Im Moment, das muss man sagen, ist Kingsley derjenige, der Akzente setzt, Torgefahr ausstrahlt und vorbereitet. Dieses Niveau wünsche ich mir von allen."
Flick sah in Coman seinerzeit ein Vorbild für die Teamkollegen, mittlerweile hat sich das Blatt beim deutschen Rekordmeister allerdings gewendet. Aufgrund einer Roten Karte, die der Franzose sich am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison eingehandelt hatte, verpasste er den Bundesliga-Auftakt in die aktuelle Spielzeit. In der Folge stand er gleich dreimal in Serie in der Startelf, steuerte beim 7:0 gegen den VfL Bochum einen Treffer bei.
Es sollte das bis dato einzige Tor sein, Anfang September zog sich der 26-Jährige einen Muskelfaserriss zu und musste in der Folge einen Monat lang pausieren. Der nächste Rückschlag folgte nach dem Comeback prompt: Im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund wurde Coman in der Halbzeit eingewechselt, in der Nachspielzeit handelte er sich aufgrund wiederholten Foulspiels eine Gelb-Rote-Karte ein, die ihn für eine weitere Partie außer Gefecht setzte.

Coman von Gnabry und Sané überholt

Sprich: Coman kommt in dieser Spielzeit noch nicht in Tritt. Und das, obwohl er sich kürzlich noch kämpferisch gegeben hatte. "Ich bin auf einem guten Weg, der Spieler zu werden, der ich sein will", sagte er im Gespräch mit dem "kicker" und schob nach: "Dieses Jahr wäre ein gutes Jahr, das zu zeigen."
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Kingsley Coman vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Sein ganzes Können kann er dieser Tage jedoch nur selten zeigen, Coman findet sich regelmäßig auf der Bank wieder. Sané und Gnabry, die sich Coman zu Flicks Zeiten noch zum Vorbild nehmen sollten, haben ihn überholt. Hinzu kommt, dass mit Sadio Mané im Sommer ein weiterer qualitativ hochwertiger Flügelflitzer geholt wurde. Auch der Senegalese steht derzeit in der Hierarchie über dem gebürtigen Pariser.

Nagelsmann: "King kann besser spielen"

Ein Umstand, der freilich eng an die überschaubaren Leistungen Comans geknüpft ist. "King kann besser spielen als er es aktuell macht. Und ich weiß, dass er besser spielen wird", sagte Trainer Julian Nagelsmann am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz an der Säbener Straße.
Der Bayern-Coach lieferte die Gründe für das Zwischentief gleich mit: Aufgrund ständiger Probleme im muskulären Bereich sei Coman "nicht ganz frei im Kopf" gewesen. "Deswegen war er in gewissen Situationen vorsichtig", so Nagelsmann. Er führte aus: "Er konnte eine längere Zeit nicht mehr so sprinten, wie es von Nöten ist."

"Dann fehlen ein paar Prozentpunkte"

Sprinten zählt nebst herausragender Technik allerdings zu Comans Kernkompetenzen. "Wenn er aufgrund muskulärer Probleme dann nicht ganz frei im Kopf ist, dann fehlen in gewissen Situationen ein paar Prozentpunkte", so Nagelsmann weiter.
In Anbetracht der Verletzungshistorie eigentlich kaum verwunderlich, dass Coman es vorsichtiger angehen lässt. Allerdings wäre ihm zu wünschen, dass er die gedanklichen Fesseln so gut es eben geht ablegt. Auch hinsichtlich der anstehenden Weltmeisterschaft in Katar. Vor vier Jahren war er – wegen eines Syndesmosebandrisses - zum Zusehen gezwungen, seine französischen Kollegen feierten in Russland den Turniersieg.
Coman will dieses Mal unbedingt mit von der Partie sein und auf der kniffligen Mission namens Titelverteidigung helfen. "Ich gebe alles, um dabei zu sein, um im richtigen Moment fit zu sein", sagte er kürzlich und ergänzte selbstbewusst: "Ich vertraue meinem Körper."
Gemäß Nagelsmanns Einschätzung scheint dies aber nur bedingt der Fall zu sein. "Wenn du ständig solche Verletzungen hast, geht dir das irgendwann gegen den Strich. Er muss eine maximale Frische in der Muskulatur spüren, um an sein Leistungsoptimum zu kommen." Comans Weg zu besagtem Maximum, zu seiner Form von 2020, als er als Vorbild fungierte, ist noch weit.
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Quelle: Eurosport

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