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FC Bayern München - Thomas Tuchel über Besuch von Uli Hoeneß: "Ich weiß, wie man das interpretieren kann"
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Publiziert 28/04/2023 um 14:47 GMT+2 Uhr
Thomas Tuchel hat den viel diskutierten Besuch von Ehrenpräsident Uli Hoeneß im Training des FC Bayern als "positives Zeichen" gewertet. Der Auftritt des 71-Jährigen war in den Medien auch als Misstrauensvotum gegen die Klubführung um Vorstandschef Oliver Kahn gewertet worden. "Ich weiß, wie man das interpretieren kann", sagte Tuchel, aber "wenn es ein Zeichen ist, ist es eher ein positives".
Tuchel erklärt Hoeneß-Besuch: "Dann kann es emotional werden"
Quelle: Perform
Thomas Tuchel hatte die Lacher auf seiner Seite. "Er wollte mir nur kurz sagen, wer spielt am Wochenende, das habe ich dann auch gleich eingesehen", scherzte der Trainer auf der Pressekonferenz in München und spielte damit auf den Besuch von Uli Hoeneß auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße an.
Hoeneß' öffentlichkeitswirksamer Auftritt inmitten der schwierigsten Phase der jüngeren Klubgeschichte war weithin als Misstrauensvotum gegenüber der Führungsriege um Vorstandschef Oliver Kahn gewertet worden.
Tuchel aber deutete die Aktion der grauen Eminenz vor dem wegweisenden Duell mit dem Bundesliga-Letzten Hertha BSC (Sonntag ab 15:30 Uhr im Ticker) clever zum "positiven Zeichen" um. "Das zeigt, dass er sich kümmert, dass es ihn berührt und er mit anpacken will."
Auch wieder in der ersten Reihe? Das werde er erst wissen, wenn Hoeneß gegen Berlin "neben mir auf der Bank" sitze, witzelte Tuchel, aber nein: Pläne dieser Art habe der Ehrenpräsident nicht geäußert.
Tuchel: "Ich wäre schlecht beraten, wenn ..."
Im Normalfall hätte das Treffen ohnehin hinter verschlossenen Türen stattgefunden, so der Coach. Da er aber eine Übungseinheit vorbereiten musste, sei er wesentlich früher auf dem Platz gewesen, wo Hoeneß ihn dann aufgesucht habe.
Der einstige Klub-Boss sei auf ihn zugekommen, "weil ihm der Verein am Herzen liegt. Es ist sein Verein, er möchte Informationen, Stimmungen und Meinungen. Er ist meinungsstark, ich wäre schlecht beraten, wenn ich nicht zuhören würde."
Für diesen Blickwinkel entschied sich auch Kahn selbst. "Ich arbeite mit Herbert Hainer (Klub-Präsident, die Red.) und dem Aufsichtsrat vertrauensvoll und kollegial zusammen - und das gilt auch für meine Zusammenarbeit mit Uli Hoeneß. Es war eine starke Geste von Uli, auf dem Trainingsplatz die Faust zu zeigen. Eine klare Geste: Wir zeigen es allen", sagte Kahn am Freitag im Gespräch mit "Münchner Merkur/tz".
Bilder hatten den langjährigen Patron Hoeneß wild gestikulierend beim Gespräch mit dem Trainer gezeigt.
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Quelle: Perform
Tuchel über Hoeneß-Gespräch: "Kann emotional werden"
"Wenn zwei emotionale Menschen miteinander auf dem Fußballplatz sprechen, kann es auch mal emotional werden", sagte Tuchel. Inhalt der Unterredung sei "natürlich" die sportliche Krise gewesen.
Hoeneß habe "kurz seine Meinung" zum jüngsten 1:3 der Bayern beim FSV Mainz 05 sagen "und eine gute Woche wünschen" wollen. Dass der einstige Manager und Präsident selbst wieder in die erste Reihe rücken wolle, "hat er mir nicht gesagt", betonte Tuchel.
Ziel des auf Rang zwei zurückgefallenen Serienmeisters müsse sein, in den verbleibenden fünf Saisonspielen 15 Punkte zu holen, betonte Tuchel. Doch er weiß: "Wenn wir so weiterspielen, so schwankend, wird uns das nicht gelingen."
Er werde aber "niemanden mehr rauslassen aus dieser Verpflichtung, egal wie schwer es uns fällt. Wir müssen es uns selber beweisen als Spieler und Trainer von Bayern München."
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(SID)
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