FC Bayern oder Borussia Dortmund? Dietmar Hamann blickt auf Duell um Meisterschaft und nimmt Oliver Kahn in Schutz

Längst ist der Meisterschaftskampf in der Bundesliga zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund geworden. Ex-Profi Dietmar Hamann rechnet damit, dass beide Vereine im Schlussakt stolpern könnten. Während er Dortmund psychologisch im Nachteil sieht, erhofft sich Hamann bei den Münchnern eine faire Aufarbeitung der Saison - und nimmt Oliver Kahn in Schutz.

Hasan Salihamidzic (l.) und Oliver Kahn - FC Bayern

Fotocredit: Imago

Vier Spieltage vor Schluss liegt zwischen Spitzenreiter FC Bayern und Borussia Dortmund nur ein einziger Punkt. Spannung, welche in den vergangenen Jahren in der Bundesliga nur allzu oft vergeblich gesucht wurde.
Doch auf den letzten Metern scheint den beiden Rivalen die Puste auszugehen. Während der BVB am 30. Spieltag die Tabellenführung nach dem enttäuschenden 1:1 beim VfL Bochum direkt wieder abgeben musste, schob sich der deutsche Rekordmeister aus München zwar vorbei, konnte beim 2:0-Sieg über Hertha BSC spielerisch aber überhaupt nicht überzeugen.
"Ich glaube, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", hielt Dietmar Hamann im Gespräch mit "web.de" fest. "Der FC Bayern macht auf mich nicht den Eindruck, dass das eine echte Mannschaft ist. Sollte Borussia Dortmund die letzten vier Saisonspiele gewinnen, haben sie noch immer eine sehr gute Chance, Meister zu werden."
Trotz dieser Annahme sieht Hamann den BVB psychologisch im Nachteil. Dies belegte auch der jüngste Auftritt der Dortmunder im kleinen Derby gegen Bochum.

Hamann: "Das ist kein gutes Zeichen"

"Wenn man sich in dieser Position befindet, sind die letzten sechs, sieben Spiele alles Finalspiele", forderte der 49-Jährige ein selbstbewusstes Auftreten von Schwarz-Gelb ein. "So muss man das angehen, um gegebenenfalls alle Spiele zu gewinnen."
In der jüngsten Vergangenheit war von dieser Entschlossenheit laut Hamann aber nicht viel zu sehen.
"Sie haben jetzt mehrfach die Tabellenführung verspielt. Das ist kein gutes Zeichen", stellte er fest. "Denn sollten sie noch einmal die Tabellenführung übernehmen, wird das in deren Köpfen drin sein."
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Jude Bellingham (l.) und Sébastien Haller (Borussia Dortmund)

Fotocredit: Getty Images

Hamann nimmt Kahn in Schutz: "Wusste man vorher!"

Doch auch dem FC Bayern fehlt in dieser Saison die gewohnte Selbstverständlichkeit. In den vergangenen Wochen erlaubten sich die Münchner regelmäßig Ausrutscher. Ein Umstand, der wohl auf viele Faktoren zurückgeführt werden kann. Im Fokus der Kritik standen zuletzt Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn.
Über die Zukunft der beiden Sportfunktionäre soll in einer Aufsichtsratsitzung des FC Bayern Ende Mai entschieden werden. Hamann hofft dabei auf keine vorschnelle Entscheidung. Vielmehr soll die Saison fair aufgearbeitet und den Verantwortlichen notfalls eine zweite Chance eingeräumt werden.
"Ein Wechsel ist natürlich denkbar. Aber ich würde mir wünschen, dass man das versucht durchzuziehen", erklärte der ehemalige Bayern-Spieler. "Ansonsten würde das im Umkehrschluss heißen: Wenn du nicht Meister wirst, fliegt der Vorstand! Es ist nicht selbstverständlich, dass man jedes Jahr Meister wird."
Hinsichtlich der zuletzt heftigen Kritik an Kahn brach Hamann eine Lanze für den ehemaligen Welttorhüter. "Wenn ihm vorgeworfen wird, dass er zu wenig empathisch ist und zu wenig auf die Leute zugeht, muss ich sagen: Das hat man doch vorher gewusst! So war er bereits als Spieler", unterstrich er.
"Er wurde damals verehrt, weil er so gut war - und nicht, weil er so volksnah war. Du kannst dem Mann nicht vorwerfen, dass er im Alter von 53 Jahren nun keine Kehrtwende mehr macht. Daher verstehe ich die Vorwürfe nicht", so Hamann.

Wird Bremen zur Stolperfalle für Bayern?

Bereits der kommende Spieltag könnte für Kahn, Salihamidzic und den FC Bayern richtungsweisend sein. Immerhin gastiert der Rekordmeister am Samstagabend bei Werder Bremen (18:30 Uhr im Liveticker). "Die Bremer haben aus den 1990er Jahren eine Rivalität mit dem FC Bayern und werden es denen schwer machen", sagte Hamann.
Dortmund könnte am Sonntag von einem möglichen Ausrutscher der Bayern profitieren. Der BVB empfängt dann nämlich den VfL Wolfsburg (17:30 Uhr im Liveticker). "Die Bremer haben aus den 1990er Jahren eine Rivalität mit dem FC Bayern und werden es denen schwer machen", schloss Hamann ab.
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Quelle: Perform

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