FC Bayern: Robert Lewandowskis Ära endet - das sind die Optionen für den neuen Münchner Sturm
Am Samstag herrschte nach wochenlangem Hin und Her endgültig Klarheit: Robert Lewandowski wird den FC Bayern nach acht Jahren verlassen, um fortan für den FC Barcelona auf Torejagd zu gehen. Mit dem Abschied des Polen endet bei den Münchnern eine erfolgreiche Ära. Der Goalgetter hinterlässt eine enorme Lücke, die es nun zu schließen gilt. Das sind die Optionen für seine Nachfolge.
Potentielle Lewy-Nachfolger: Mané, Choupo-Moting und Gnabry (v.l.)
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Und plötzlich ging alles ganz schnell.
Nach dem wochenlangen Transfer-Hickhack um Robert Lewandowski vermeldeten der FC Bayern und Lewys neuer Arbeitgeber, der FC Barcelona, am Samstagnachmittag Vollzug. In der Nacht von Sonntag auf Montag präsentierte sich der Pole bereits in Blaugrana-Kluft am Strand von Miami, wo die Spanier sich derzeit auf die neue Saison vorbereiten.
"Die letzten Tage waren wirklich lang, aber letztlich wurde der Deal finalisiert", sagte Lewandowski den vereinseigenen Medien. "Jetzt kann ich den Fokus auf ein neues Kapitel in meinem Leben richten." Sein Ex-Klub zitierte Präsident Herbert Hainer in einer offiziellen Stellungnahme: "Es ist gut für beide Seiten, dass wir Klarheit haben. Robert ist ein sehr verdienter Spieler, er hat mit uns alles gewonnen", so der Bayern-Boss, der zudem erklärte: "Wir sind ihm unheimlich dankbar."
Lewandowski, der mit den Münchnern unter anderem 2020 die Champions League gewann und während seiner achtjährigen Schaffenszeit achtmal deutscher Meister in der Isar-Metropole wurde, hinterlässt beim FC Bayern eine eklatante Lücke. 344 Pflichtspieltore in 375 Spielen dürften für sich sprechen und die Wichtigkeit des mittlerweile 33-Jährigen unterstreichen.
Kahn: "Bayern-Welt ist noch nie auseinandergebrochen"
Der Verlust des verlässlichen Knipsers sorgt bei den Bayern jedoch nicht für Tristesse, vielmehr beschleunigt er den - in Anbetracht Lewandowskis fortgeschrittenen Alters - nötigen Umbruch, der im Sturmzentrum ohnehin früher oder später vollzogen worden wäre.
"Wir wissen sehr gut, was wir Robert alles zu verdanken haben", sagte Vorstandschef Oliver Kahn nach Lewys Abgang und schob optimistisch nach: "Aber den FC Bayern haben auch früher schon große Spieler verlassen und auch danach ist die Bayern-Welt nicht auseinandergebrochen. Im Gegenteil, oftmals ging es noch erfolgreicher weiter."
Dennoch bleibt nun die Frage, wie sich der FCB künftig auf der Neunerposition aufstellt. Es gibt diverse Optionen.
1.) Serge Gnabry
Das Timing hätte aus Sicht der Bayern nicht besser sein können: Nur wenige Augenblicke nachdem Lewandowskis Abgang besiegelt war, gab der Klub auf den vereinseigenen Social-Media-Accounts eine erfreuliche Nachricht bekannt: Nationalspieler Serge Gnabry bleibt den Münchnern treu.
Der 27-Jährige, der lange mit einer Vertragsverlängerung gehadert hatte, unterschrieb ein neues Arbeitspapier bis 2026. Er sei "erleichtert", dass nun Klarheit herrsche, sagte Gnaby mit Blick auf die Hängepartie, die in jüngerer Vergangenheit gar in Spekulationen gipfelte, wonach die Bayern im Falle einer Nicht-Verlängerung über einen Tribünenplatz für den Offensivmann nachgedacht hätten.
Gnabry ist bekanntermaßen auf den Außenbahnen beheimatet, in der vergangenen Saison kam der frühere Arsenal-Profi zumeist auf rechts zum Einsatz (23 Spiele, zehn Tore), achtmal lief er als Linksaußen auf. Obwohl der gebürtige Stuttgarter aufgrund seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke prädestiniert für die Flügel ist, gilt er als Kandidat für die Position an vorderster Front.
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Serge Gnabry - FC Bayern
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In der deutschen Nationalmannschaft, der seit geraumer Zeit ein "echter" Mittelstürmer fehlt, wurde Gnabry schon häufiger die Rolle des zentralen Angreifers zuteil, wenngleich er diese selbstredend anders interpretierte als beispielsweise Lewandowski. Dass er die Rolle der "falschen" Neun auch im Verein ausfüllen könnte, scheint Gnabry durchaus zu gefallen.
"Natürlich ist es eine große Möglichkeit", sagte Gnabry hinsichtlich der neuen Sturm-Struktur auf einer Presskonferenz. Er ergänzte: "Es wird natürlich ein gewisser Umschwung da sein, wenn du da vorne keinen Stürmer hast, der dir auf jeden Fall 40 Tore schießt. Es ist eine gute Aufgabe für uns, auch flexibel zu sein und uns da vorne abzuwechseln. Wir haben enorme Qualität und ich denke, dass wir erfolgreich sein werden."
Aufgrund des Wegfalls des unangefochtenen Fixpunkts dürfte sich tatsächlich eine größere Flexibilität im Offensivspiel einstellen. Es bleibt abzuwarten, wie Julian Nagelsmann die neue Gemengelage taktisch abfängt.
2.) Sadio Mané
Auch Neuzugang Sadio Mané gilt als Alternative fürs Zentrum. Zwar ist der Senegalese - ähnlich wie Gnabry - eher Außenbahnspieler denn Mittelstürmer, allerdings wusste der 30-Jährige in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig auch in der Spitze zu überzeugen.
Liverpool-Coach Jürgen Klopp setzte in Ermangelung eines echten, hochwertigen Neuners in der vergangenen Saison immer wieder auf Mané im Zentrum. 18 Mal bot Klopp seinen technisch versierten Offensivkünstler als Mittelstürmer auf, Mané zahlte das Vertrauen mit immerhin zwölf Toren zurück.
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Sadio Mané wechselte kürzlich von Liverpool nach München
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Grundsätzlich ist Mané nicht abgeneigt, ebenjene Position auch bei seinem neuen Verein zu spielen. Der Afrika-Meister soll in einem Telefonat mit Nagelsmann klargestellt haben, dass er sich nicht bloß in seiner Paraderolle als Linksaußen sieht: "Trainer, ich spiele da, wo du mich aufstellst", sollen Manés Worte gewesen sein.
Sollten die Bayern also auf eine interne Lösung für das Lewandowski-Erbe setzen, wäre Mané neben Gnabry erste Wahl. Weil aber auch der Linksfuß kein klassischer Stoßstürmer ist, müsste Nagelsmann seine bisherige, in Teilen noch an das bewährte System seines Vorgängers Hansi Flick angelehnte Philosphie ändern.
3.) Eric Maxim Choupo-Moting oder Joshua Zirkzee
Mit Eric Maxim Choupo-Moting und Joshua Zirkzee haben die Bayern - Stand jetzt - zwei gelernte Mittelstürmer im Kader. Dass einer der beiden als ernsthafte Option für die Startelf in wichtigen Spielen infrage kommt, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich.
Choupo-Moting wurde vor zwei Jahren als Backup für Lewandowski von Paris Saint-Germain geholt. Ohne für Querelen zu sorgen fügte sich der 33-Jährige seiner Rolle durchweg. Wenn er gebraucht wurde, gliederte Choupo-Moting sich schnell ein, in 58 (Kurz)-Auftritten für die Bayern steuerte er 18 Treffer bei. Die Beziehung zwischen Klub und Spieler passt, weshalb der Hamburger seinen Vertrag vor einem Jahr bis 2023 verlängerte. Als Stammspieler ist Choupo-Moting allerdings auch nach Lewys Abschied nicht vorgesehen.
Joshua Zirkzee sorgte im Dezember 2019 für reichlich Aufsehen, als er gleich in seinem ersten Bundesliga-Einsatz gegen den SC Freiburg in der Nachspielzeit das entscheidende 2:1 besorgte, nur um eine Woche später vor heimischer Kulisse gegen den VfL Wolfsburg beim 1:0 erneut als gefeierter Torschütze in Erscheinung zu treten. Für seine ersten beiden Tore im deutschen Oberhaus reichten dem Niederländer insgesamt lediglich acht Spielminuten.
Im Anschluss wurde es jedoch ruhig um Zirkzee. Eine sechsmonatige Leihe zwischen Januar und Juni 2021 bei Parma Calcio trug nicht die erhofften Früchte, erst beim RSC Anderlecht (ebenfalls Leihe) fand der Youngster zurück in die Spur. Seine Bilanz nach 47 Spielen: 18 Tore, 13 Vorlagen.
Seit Anfang Juli ist Zirkzee wieder zurück in München, wie genau Nagelsmanns Plan mit ihm aussieht, wurde noch nicht kommuniziert. Allerdings sind die Fußstapfen, die Lewandowski hinterlassen hat, eindeutig zu groß für den 21-Jährigen, der zweifelsfrei über Talent verfügt. Sollte er bei Bayern bleiben, streitet er sich mit Choupo-Moting lediglich um die Rolle des ersten Sturm-Backups.
Auch ein Abgang Zirkzees ist noch im Bereich des Möglichen. Vor einigen Wochen berichtete der "kicker", dass der Angreifer zu den Verkaufskandidaten bei den Bayern zählt.
4.) Harry Kane
Zuletzt gaben sich Gerüchte um die ganz großen Namen die mediale Klinke in die Hand. Zunächst wurde Cristiano Ronaldo mit den Bayern in Verbindung gebracht. Der Portugiese möchte Manchester United verlassen und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.
CR7-Berater Jorge Mendes soll in München vorstellig geworden, eine Verpflichtung des Portugiesen im Vorstand diskutiert worden sein. Die Verantwortlichen kamen offenbar zu dem Schluss, dass der 37-Jährige nicht ins Gefüge passt. Sowohl Kahn als auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic schoben einem möglichen Ronaldo-Wechsel Riegel vor.
"Ich habe großen Respekt vor Cristiano Ronaldo, seinen Erfolgen und seiner Karriere. Aber noch einmal: Das war und ist kein Thema für uns", stellte Salihamidzic am vergangenen Wochenende abermals klar.
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Harry Kane soll beim FC Bayern Thema sein
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Neben Ronaldo wurde ein weiterer Weltstar bei den Bayern gehandelt: Harry Kane. Im Gegensatz zum fünfmaligen Ballon-d'Or-Sieger dementierten die Protagonisten die Meldungen um den Tottenham-Knipser nicht umgehend. Ganz im Gegenteil, Kahn gab sich auf entsprechende Nachfrage der "Bild-Zeitung" kryptisch: "Er ist bei Tottenham unter Vertrag. Klar, ein absoluter Top-Stürmer, aber das ist doch alles Zukunftsmusik", sagte der ehemalige Welttorhüter.
In diesem Sommer dürfte es zwischen den Münchnern und Kane allerdings nicht heiß werden. Der englische Nationalspieler besitzt bei den Londonern noch einen Vertrag bis 2024 und wäre finanziell für die Bayern, die bereits etliche Millionen in neue Spieler investiert haben, nicht zu stemmen.
Im kommenden Sommer könnte die Personalie aber noch einmal in den Fokus rücken.
5.) Andere Optionen
Der Stürmermarkt ist bekanntlich rar gesät. Qualitativ hochwertige Alternativen für Lewandowski wie beispielsweise Erling Haaland, Romelu Lukaku oder Patrik Schick sind entweder bereits im Sommer zu anderen Vereinen gewechselt oder langfristig an ihren Klub gebunden.
Derweil geisterten andere Optionen durch die bayrische Landeshauptstadt. Die Spuren zu Sasa Kalajdzic (Stuttgart), Victor Osimhen (Napoli), Jonathan David (Lille) entpuppten sich bisher allesamt als kühl.
Realistisch scheint derzeit nur ein Name zu sein, der sich hartnäckig in der Presse hält: Mathys Tel von Stade Rennes. Laut "L'Équipe" haben die Bayern bereits zwei Offerten für den jungen Franzosen abgegeben, die letzte Offerte soll bei rund zehn Millionen Euro plus Boni gelegen haben. Der Ligue-1-Vertreter fordert jedoch angeblich rund 25 Millionen Euro.
Tel gilt als verheißungsvolles Sturmtalent, mit erst 17 Jahren und zehn kurzen Liga-Einsätzen wäre er jedoch ganz klar eine Verpflichtung für die Zukunft und keine mögliche Sofort-Hilfe für die Bayern.
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Mit Mané - aber ohne Lewy: FC Bayern stellt neuen Kader vor
Quelle: Perform
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