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Hertha BSC kassiert Abreibung beim 1. FC Köln und taumelt dem Abstieg entgegen - Timo Hübers glänzt mit Doppelpack
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Publiziert 12/05/2023 um 22:29 GMT+2 Uhr
Hertha BSC taumelt in der Bundesliga weiter dem Abstieg entgegen. Die Berliner unterlagen zum Auftakt des 32. Spieltags 2:5 (2:3) beim 1. FC Köln und verharrt damit am Tabellenende. Der Rückstand auf Rang 15 beträgt bereits fünf Punkte. Davie Selke (8.), Timo Hübers (39./69.), Ellyes Skhiri (43.) Denis Huseinbasic (81.) trafen für Köln, Lucas Tousart (18.) und Stevan Jovetic (33.) für die Hertha.
Dodi Lukebakio (Hertha BSC) im Spiel gegen den 1. FC Köln
Fotocredit: Imago
Hertha BSC steht nach einem weiteren fehlerhaften und desaströsen Auftritt dicht vor dem ersten Abstieg aus der Bundesliga seit elf Jahren. Die Mannschaft von Trainer Pal Dardai verlor ein wildes und turbulentes Spiel beim 1. FC Köln 2:5 (2:3) und schwebt als Tabellenletzter in höchster Gefahr.
Der Rückstand auf den 15. Platz beträgt zwei Spiele vor Ende der Saison fünf Punkte - Hertha kann bei ungünstigem Verlauf schon an diesem Wochenende keine realistische Chance mehr auf den Klassenerhalt haben.
"Vielleicht war es mein Fehler, dass wir uns letzte Woche mit offensiven Sachen beschäftigt haben", sagte Dardai bei "DAZN": "Weil defensiv war das heute gar nichts, wir haben nichts hinbekommen. Von Offensivem lasse ich jetzt die Finger."
Berlin offenbarte eklatante Defensivschwächen und war vor allem bei Kopfbällen höchst anfällig. Dies bestraften der langjährige Hertha-Stürmer Davie Selke (8.), Timo Hübers (39., 69.), Ellyes Skhiri (43.) und Denis Huseinbasic (81.). Köln hätte noch deutlich öfter treffen können, Gäste-Torhüter Oliver Christensen rettete aber mehrfach stark. Für Hertha waren Lucas Tousart (18.) und Stevan Jovetic (33.) erfolgreich.
Hertha dreht Partie nach Fehlstart
Für die finanziell angeschlagenen Berliner hätte der Abstieg gravierende Folgen, schon jetzt ist die wirtschaftliche Lage bedrohlich. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte unter der Woche von möglichen Lizenzproblemen berichtet. "Geld haben wir nicht", gab auch Coach Dardai zu: "Aber wir haben eine Menge Herz."
Das bewiesen seine Spieler in Köln zunächst, sie ließen sich vom frühen Rückstand durch Selke nicht verunsichern. Bei der Aktion verletzte sich Innenverteidiger Filip Uremovic, auch Selke musste wenig später angeschlagen vom Feld. Hertha gelang der schnelle Ausgleich durch Tousart, der nach einer starken Aktion von Marco Richter den Nachschuss verwertete.
Köln riss in der Folge die Kontrolle an sich, ließ aber viele Chancen ungenutzt - oder scheiterte an Christensen, der unter anderem gegen Kingsley Schindler (26.) rettete. Mitten in dieser Kölner Drangphase verwertete Jovetic einen Konter zur überraschenden Führung, die Hertha aber keine Sicherheit brachte.
Köln schlägt zurück und überrollt die Hertha
Hübers glich nach einem Freistoß per Kopf aus, Berlins Dodi Lukebakio applaudierte anschließend höhnisch in Richtung des Vierten Offiziellen Tobias Reichel - die Berliner hatten bei der Entstehung des Freistoßes kein Foul gesehen. Skhiri schockte die Gäste noch vor der Pause.
Wer eine Trotzreaktion der Berliner erwartet hatte, wurde im zweiten Durchgang enttäuscht. Stattdessen stand weiter Christensen im Mittelpunkt, der Däne bewahrte sein Team mit sensationellen Paraden gegen Steffen Tigges (51.), Jan Thielmann (58.) und Dejan Ljubicic (59.) zunächst vor weiteren Gegentreffern. Bei Hübers' Kopfball an die Latte (59.) wäre er aber machtlos gewesen.
Hertha ließ den Kölner Sturmlauf weitgehend tatenlos über sich ergehen und kam kaum in die Zweikämpfe. Dennoch hatte Jessic Ngankam die riesige Ausgleichschance, scheiterte nach einem Fehler von Jonas Hector aber an Marvin Schwäbe (63.). Auf der Gegenseite verwandelte Hübers artistisch, Huseinbasic stand später im Strafraum ganz frei.
Die Stimmen:
Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): "Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns. Wir hatten die Kontrolle, lagen aber plötzlich hinten. Es war wichtig, dass die Mannschaft an sich geglaubt und weitergemacht hat. Es war eine Frage der Zeit, die Freude ist groß, dass wir die Tore gemacht haben. Trotzdem haben wir noch eine Menge liegengelassen."
Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Eine schöne Leistung von Köln. Es ist nichts passiert, was wir nicht erwartet haben. Köln hatte gefühlt 30 Flanken in der ersten Halbzeit, die Jungs konnten das nicht verhindern. In der zweiten Halbzeit war der Druck riesig, es hat nicht gut ausgesehen. Ich suche die Fehler bei mir. Wir müssen schauen, was dieses Wochenende passiert, und wenn wir noch irgendeine Chance haben, werden wir uns intensiv vorbereiten. Wir haben hier und heute nichts zu erzählen, wir müssen jetzt nach Hause gehen."
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(SID)
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