Jamal Musiala schießt den FC Bayern zur Meisterschaft: Genialer Moment eines genialen Spielers

Die emotionalste deutsche Meisterschaft des FC Bayern München seit über zwei Jahrzehnten wurde vom Rauswurf des Vorstandsduos Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic getrübt. Dabei hätte es ein junger Mann verdient gehabt, im Mittelpunkt zu stehen und hart abgefeiert zu werden: Jamal Musiala. Der 20-jährige Mittelfeldspieler erzielte in Köln ein Tor für die Ewigkeit - in mehrerer Hinsicht.

Jamal Musiala schoss den FC Bayern München zur deutschen Meisterschaft

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Als in München letztmalig nach dem Gewinn einer deutschen Meisterschaft des FC Bayern die Dämme brachen, war Jamal Musiala noch gar nicht auf der Welt. Am 19. Mai 2001 schoss Patrick Andersson die Münchner in Hamburg in der 94. Minute zum Titel.
Seit diesem Tag sind 16 zusätzliche Schalen im Trophäenschrank des Rekordmeisters verstaut worden, doch ein ähnlich verrücktes, emotionales Finale hat es lange nicht mal im Ansatz gegeben - bis zum vergangenen Samstag.
Unverhofft bekam der FC Bayern von Borussia Dortmund abermals das Ding auf dem Silbertablett serviert und war nach dem stümperhaften Handspiel von Serge Gnabry kurz davor, es erneut wegzuwerfen. Der 1. FC Köln glich in der 80. Minute per Handelfmeter aus, der BVB war wieder vorne.
FCB-Trainer Thomas Tuchel zog sein letztes Ass aus dem Ärmel und brachte Jamal Musiala für den gerade mal zehn Minuten zuvor eingewechselten Leon Goretzka. "Jamal wollten wir von der Bank bringen, um gemeinsam mit Choupo-Moting Frische auf dem Platz zu haben, wenn wir Spielkontrolle oder ein Tor brauchen", sagte Tuchel später. Der Plan sollte aufgehen.

Jamal Musiala genießt sein Tor: "Es war der perfekte Moment"

In der 89. Minute bekam Musiala den Ball von Gnabry auf Höhe der Strafraumlinie, drehte sich mit Ball erst weg, dann ein, lief drei Schritte in die Mitte und jagte die Kugel aus 17 Metern ins rechte untere Eck. Ein Tor wie ein Gedicht, die besten Verse von Goethe, Schiller und Lessing in einem. Ein Treffer wie ein Gemälde, Picasso, da Vinci, Hundertwasser in Reinkultur.
Eine fließende Bewegung, gepaart mit technischer Perfektion, Zug zum Tor und einem genialen Abschluss. Musiala wollte den Ball exakt dorthin haben, weil er infolge der Kölner Belagerung des eigenes Strafraums auch nur exakt dort einschlagen konnte.
"Ich habe eine Weile lang kein Tor mehr geschossen, das war der perfekte Moment", sagte Bayerns Meistermacher anschließend. "So ein gutes Gefühl habe ich noch nie gehabt, mir fehlen die Worte."
Es gab in der jüngeren Fußballhistorie verdammt wenig Tore, die in ihrer Wichtigkeit und Genialität an Musialas Siegtor von Köln heranreichen. Zinédine Zidane schoss Real Madrid 2002 gegen Bayer Leverkusen per Volley zum Champions-League-Titel. Viel mehr war da nicht in den vergangenen 20 Jahren. Ein Tor für die Ewigkeit, mit dem sich Musiala in die Liga der Besten katapultiert hat. Mit gerade mal 20 Jahren. So ein Tor schießen nur begnadete, geniale Fußballer, denen manchmal ein einziger genialer Moment genügt.
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Die 89. Minute in Köln: Jamal Musiala schießt sein Tor für die Ewigkeit

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Deutliche Worte von Tuchel über Leistungen von Musiala

Musiala hat diese Momente nach eigener Aussage im Training öfter. "Ich habe diese Bewegung auch diese Woche wieder geübt", verriet er hinterher. Dass es im Spiel funktioniert, war jedoch nicht unbedingt abzusehen. Musiala fand sich zuletzt vermehrt auf der Bank wieder, weil er laut Tuchel schlichtweg weit unter seinen Möglichkeiten spielte.
"Er hat zuletzt überspielt gewirkt, war fahrig in seinem Spiel, fehlerhaft und hat viele technische Fehler gemacht, was eigentlich untypisch für ihn ist", erklärte der Trainer. "Das Tor könnte nun der Befreiungsschlag aus dieser Phase sein. Der Abschluss, die ganze Aktion war, was wir uns von ihm erwarten und was er in der Hinrunde auf einem ganz hohen Niveau gezeigt hat."
Als die Bayern am Sonntag ihren Fans die Meisterschale auf dem Münchner Marienplatz präsentierten, bekam Musiala den mit großem Abstand lautesten Beifall aller Spieler, was ihn ein bisschen peinlich berührte. Der 20-Jährige scheut das Rampenlicht, lässt lieber Leistung auf dem Platz sprechen.
Letztlich kam es Musiala sogar zugute, dass der Hype um sein Tor über das gesamte Wochenende eher zurückhaltend ausfiel. Zu dominant war das Tohuwabohu um den Doppel-Rauswurf von Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic. Dabei hätte dem Saisonfinal-Drama und Musialas Vollendung die uneingeschränkte Aufmerksamkeit gehört.
Was nicht war, kann aber noch werden. Es dürfte nicht Musialas letzter genialer Moment gewesen sein. Die Fußballfans in Deutschland sollten froh sein, dass dieser Mann in der Bundesliga spielt - unabhängig von den Vereinsfarben.
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Quelle: Perform

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