Kann Schalke Bundesliga? Wohl nicht! Königsblaue stehen nach Pleite gegen Werder Bremen vor Scherbenhaufen

Am Samstagabend setzte es für den FC Schalke 04 beim 1:2 im Bremer Weserstadion die siebte Bundesligapleite in Serie. Nach 13 Spieltagen ist Königsblau mit sechs mickrigen Zählern abgeschlagen Letzter, sorgte für die erste Trainerentlassung des Jahres und verlor zudem seinen Sportdirektor. Der LIGAstheniker meint deshalb: Schalke 04 kann keine Bundesliga! Ein Kommentar von Thilo Komma-Pöllath.

Der FC Schalke 04 verlor die vergangenen sieben Ligaspiele allesamt

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Liebe FußballfreundInnen,
Es gibt ja so Bilder im Kopf, die zu Synonymen werden. Zum Beispiel: Bayern ganz oben, Bayern Tabellenführer, Bayern an der Spitze. Bayern ist gleich Erster, das wäre so ein Synonym.
In den letzten drei, vier Jahren ist am entgegenliegenden Ende der Tabelle ein anderes Bild entstanden. Eines zu Schalke 04.
Einst einer der traditions- und ruhmreichsten, spektakulärsten, wichtigsten Fußballklubs in diesem Land, verfällt Schalke seit Jahren wie das Kohlerevier in dem es beheimatet ist.
Will sagen: Da, wo Schalke ist, da ist unten. Da geht’s drunter und drüber, da herrscht Chaos.

Wird Schalke wieder zum Ligatrottel?

Um das Bild von und für sich selbst zu verändern, waren sie extra abgestiegen. Nach ihrer Rückkehr zu dieser Saison war die Hoffnung groß, die "Knappen" hätten endlich begriffen, nur seriöse Arbeit führe zu sportlichem Erfolg.
Diese Hoffnung kann man schon jetzt, nach 13 Spieltagen und gut einem Drittel der aktuellen Spielzeit wieder begraben. Tabellenletzter mit sechs Punkten, der Abstand zum Relegationsplatz schon jetzt fünf Punkte, seit 35 Spielen auswärts ohne Sieg – Bundesligarekord!
Noch schlechter als das Team selbst ist nur noch die sportliche Führung: Trainer gefeuert, Sportdirektor hat keinen Bock mehr, Vereinslegenden, denen man nichts zutraut.
Wenn der neue Schalke Coach Thomas Reis am Wochenende in einer Art Selbstsuggestion erklärt, Schalke kann Bundesliga, dann stelle ich hiermit das Gegenteil fest: Nee, eben nicht.

Sportlich ist noch nicht alles verloren…

Beleg dafür ist weniger der Verlauf der Partie in Bremen, die Schalke eher unglücklich verloren hat. Es ist gerade nicht so, dass man mit dieser Mannschaft sportlich nichts erreichen könnte. Man kann nur so nichts mit ihr erreichen, also unter diesen Umständen.
Diese Umstände knüpfen nahtlos an Strukturen an, die im Frühsommer 2021 zum Abstieg in die zweite Liga führten.
Schalke ist damals wie heute das sportliche Spiegelbild zur allgemeinen Energiekrise: der Skandalklub verbraucht viel zu viele Ressourcen dafür, dass es offensichtlich keinen Plan gibt, wie man sportlich erfolgreich sein will.
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Rouven Schröder

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…die sportliche Führung ein Tollhaus!

Dass Schalke mehr Trainer verbraucht als jeder andere Bundesligaklub ist inzwischen gelernt (wenn auch nicht verstanden), für die Position des Sportdirektors gilt jetzt offenbar das gleiche.
Rouven Schröder, laut Stürmer Marius Bülter einer, an dem man sich aufrichten konnte, dem man einen solchen Plan zutrauen durfte, hat seinen Vertrag ad hoc aufgelöst und der ganze Klub rätselt noch: Warum eigentlich?
Klublegende Gerald Asamoah möchte ihm, so ist es zu hören, gerne nachfolgen, der Vorstand aber traut es ihm nicht zu. Auch Mike Büskens, auf Schalke als halbe Gottheit verehrt, ist hörbar in Ungnade gefallen, weil er als Co-Trainer von Frank Kramer dessen Erfolgslosigkeit nicht korrigieren konnte.
In der sportlichen Führung des Vereins tummeln sich viel zu viele, die entweder nichts zu sagen haben, keinen Leumund oder nachweislich keine Expertise besitzen. So kriegt man natürlich auch keinen Plan zusammen, wie es sportlich gehen könnte.

Riesenkader, Riesenschulden, Riesenhybris

Selbst der Ressourcenverbrauch des Schalker Kaders stellt fast jeden anderen Bundesliga-Klub ins Kalte. Laut "Transfermarkt.de" hat Schalke 28 Profis im Kader, vier mehr als die Bayern.
Die Bayern haben auf Platz 1 28 Punkte und ein Festgeldkonto mit 500 Mio. Euro, Schalke 180 Mio. Euro Schulden – wie geht das?
In der Winterpause soll der Kader verschlankt werden und dafür eine Hierarchie innerhalb der Mannschaft entwickelt werden, so ist zu hören. Als ginge das so schnell.
Und abgesehen davon: Gewöhnlich läuft es umgekehrt: Die Hierarchie entwickelt sich in der Mannschaft, die da ist. Das heißt in einer sinnvoll zusammengestellten Mannschaft.
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Alex Kral steht mit seinem gelben Lamboghini als Sinnbild

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Gigantischer Ressourcenverbrach von S04

Zum Sinnbild dieser Mannschaft wurde zuletzt, befeuert durch die sozialen Netzwerke, ihr tschechischer Star Alex Kral, der bevorzugt mit seinem Lamborghini zum Training des Arbeiterklubs cruist.
In Bremen war er einer der besten Schalker, aber irgendwie passt der Lambo auch zur Hybris der Revierfußballer, die sich wie schnöselige Gymnasiasten benehmen, aber auf die Realschule gehören.
Vom Ressourcenverbrauch des Revier-Lambo mal ganz zu schweigen.

Zur Person Thilo Komma-Pöllath:

Der Sportjournalist und Buchautor ("Die Akte Hoeneß") beleuchtet in seinem wöchentlichen Blog "Der LIGAstheniker" das Geschehen in der Fußball-Bundesliga für Eurosport.de. Oft skeptisch, ironisch, kritisch - aber einer muss schließlich den Ball flach halten.
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Bale gleicht in 8. Minute der Nachspielzeit aus - der Final-Wahnsinn

Quelle: SNTV

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