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Neuer kritisiert FC Bayern wegen Rauswurf von Torwarttrainer Tapalovic - Oliver Kahn reagiert kühl
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Publiziert 03/02/2023 um 18:26 GMT+1 Uhr
Manuel Neuer hat de FC Bayern München harsch kritisiert. Der Rauswurf seines Torwarttrainers Toni Tapalovic sei "das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe", sagte der Bayern-Kapitän im Interview mit der "SZ". Er habe das Gefühl gehabt, "mir wird mein Herz rausgerissen", sagte der 36-Jährige, "für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag". Oliver Kahn reagierte prompt.
Manuel Neuer
Fotocredit: Getty Images
Neuer kuriert derzeit einen Unterschenkelbruch aus, den er sich nach der Rückkehr von der WM in Katar bei einer Skitour am Tegernsee zugezogen hatte.
Mitte Januar hatte der FC Bayern Tapalovic, der 2011 mit Neuer zusammen von Schalke 04 zum Rekordmeister gewechselt war, überraschend freigestellt. Trainer Julian Nagelsmann hatte als Grund genannt, es sei "nie ein Miteinander entstanden".
Neuer kann diese Begründung nicht nachvollziehen, "es wurden Dinge gesagt, die ich nicht teile". Trotz der Differenzen werde er mit Nagelsmann aber "professionell arbeiten", stellte Neuer klar.
Am späten Freitagabend reagierte die Klub-Führung des FC Bayern in Person von Vorstandsboss Oliver Kahn auf das Interview.
Kahn reagiert irritiert auf Neuer-Kritik
"Was Manuel in Teilen dieser zwei Interviews im Zusammenhang mit der Freistellung von Toni Tapalovic gesagt hat, wird weder ihm als Kapitän noch den Werten des FC Bayern gerecht. Zudem kommen seine Aussagen zur Unzeit, weil wir vor ganz wichtigen Spielen stehen", watschte Kahn den Torhüter auf Anfrage der "dpa" ab.
Neuer sei zwar "persönlich betroffen" und das müsse man auch "ein Stück weit verstehen".
Den Verantwortlichen sei das auch bewusst gewesen, als man Neuer über die "nicht leichtfertig getroffene Entscheidung in der Frage des Torwarttrainers" in Kenntnis gesetzt habe. Sie sei in diesem Moment das Beste für die Mannschaft gewesen.
Kahn: "Werden darüber sehr deutlich sprechen"
Zu seiner aktiven Zeit habe der Titan eine ähnliche Situation erlebt, aber andere Schlüsse aus ihr gezogen: "Ich stand 2004 als Nationalspieler vor einer ähnlichen Situation. Unser Torwarttrainer Sepp Maier fühlte sich vom DFB schlecht behandelt und es kam zur Trennung. Ich hatte jahrelang mit Sepp zusammengearbeitet, und wir hatten ein freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis."
Damals sei Kahn ähnlich wie Neuer jetzt enttäuscht und "wütend auf den DFB" gewesen. Die gemeinsamen Ziele hätten für ihn aber im Vordergrund gestanden: "Sie waren mir wichtiger als meine persönlichen Gefühle. Und aus diesem Grund habe ich damals entschieden, mich nicht öffentlich zu äußern. Manuel hat jetzt das Gegenteil getan."
Kahn kündigte an: "Wir werden mit ihm darüber sehr deutlich sprechen."
Neuer macht Kampfansage: "Rechnen Sie nicht damit!"
Im Rückblick auf die verkorkste WM vermisste Neuer indes die Unterstützung aus der Heimat. Stattdessen hätten "politische Dinge eine Gewichtung gehabt, die es so für uns als Sportler noch nie gab".
In der Diskussion um die "One-Love"-Binde, die Neuer in Katar als Kapitän der DFB-Elf als Signal für Vielfalt und Menschenrechte tragen wollte, vom Weltverband FIFA aber kurzfristig verboten wurde, hatte er das Gefühl: "Egal welche Entscheidungen du triffst, du machst es falsch. Wir standen stark unter Druck."
Neuer ist davon überzeugt, dass er nach auskurierter Verletzung als Nummer eins beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft zurückkehren wird: "Wenn es so weit ist, dann schaue ich in den Spiegel und sage mir die Wahrheit, so wie immer. Wenn ich nicht performe, werde ich den Posten räumen. Aber rechnen Sie nicht damit!"
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(mit SID)
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