RB Leipzig schlägt Hertha BSC nach klarer Pausenführung nur knapp - Berliner Aufholjagd nicht belohnt

RB Leipzig hat Hertha BSC im Samstagabendspiel des 10. Spieltags der Bundesliga 3:2 (3:0) besiegt und damit den vierten Heimsieg in Folge gefeiert. Nach den Treffern von Emil Forsberg (25.), David Raum (30.) und Willi Orban (45.+1) musste RB im zweiten Durchgang allerdings noch ein wenig zittern. Dodi Lukebakio (62./Elfmeter) und Stevan Jovetic (64.) brachten Berlin nochmal heran.

David Raum (l.) gegen Dodi Lukebakio - RB Leipzig vs. Hertha BSC

Fotocredit: Getty Images

Im Abendspiel des zehnten Spieltages erwischten die Gäste aus Berlin den besseren Start in die Partie. Bereits in der zweiten Minute lenkte Gulacsi-Verteter Janis Blaswich einen satten Distanzschuss von Marco Richter, der erstmals in dieser Saison in der Startelf stand, über den Querbalken (2.).
RB fand nur schwer ins Spiel. Als Amadou Haidara dann aber das Auge für Christopher Nkunku hatte, wurde es erstmals gefährlich im Berliner Strafraum. Ein hohes Zuspiel verarbeitete der Stürmer sehenswert per Hacke, scheiterte anschließend aber an der guten Fußabwehr von Oliver Christensen (24.).
Leipzig hatte damit Blut geleckt und kam nur Momente später zum Torerfolg. Nach einem fatalen Ballverlust in der Berliner Vorwärtsbewegung schalteten die Sachsen schnell um. André Silva spielte den Ball am Strafraum nach rechts zu Dominik Szoboszlai, dessen Zuspiel Emil Forsberg, der kurzfristig für den erkrankten Timo Werner ins Team gerutscht war, mit dem Knie zum 1:0 ins Tor bugsierte (25.).
Nun ging es Schlag auf Schlag. Nur fünf Minuten später touchierte Abdou Diallo eine Eckevon Szoboszlai mit dem Kopf. Vom Schädel des Franzosen ging der Ball an den Kopf von Agustín Rogel, von dort ans Knie von David Raum und schließlich zum 2:0 ins Netz (30.). Binnen weniger Minuten hatten sich die Berliner eine bis dato gute Leistung kaputt gemacht.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff staubte dann auch noch RB-Kapitän Willi Orban nach einem Pfostentreffer von Silva zum 3:0 ab (45.+1). Der Treffer wurde auf Abseits überprüft, doch er hatte Bestand.
Hertha-Coach Sandro Schwarz ging nach der Pause mehr Risiko und brachte mit Wilfried Kanga einen zusätzlichen Stürmer - was fruchtete. Silva verpasste kurz nach Wiederanpfiff die Entscheidung (50.), dann drehten die Gäste auf.
Jonjoe Kenny trieb den Ball über rechts nach vorne und flankte in die Gefahrenzone, wo Abdou Diallo die Kugel an die Hand bekam. Schiedsrichter Osmers entschied zu Recht auf Strafstoß für die Alte Dame, den Dodi Lukebakio sicher unten links verwandelte (62.).
Die Hertha schnupperte nun Morgenluft und legte direkt nach. Nur zwei Minuten später erzielte Stevan Jovetic nach einer Standardsituation aus der Drehung per Flachschuss den 3:2-Anschluss (64.).
Nun entwickelte sich ein echtes Topspiel mit offenem Schlagabtausch. Nachdem Lukebakio mit einer spektakulären Klärungsaktion das vermeintliche 4:2 durch Nkunku verhinderte (80.), verpasste der eingewechselte Chidera Ejuke per Lupfer nur knapp den Ausgleich (81.). Kampl rettete noch vor der Linie.
Zwei Minuten später jubelte Leipzig über das 4:2 durch Nkunku, was aber wegen einer Abseitsposition des Franzosen nach Video-Beweis aberkannt wurde. So schnupperte die Hertha nochmal am Ausgleich: Der eingewechselte Davie Selke scheiterte per Volley an Blaswich, Lukebakios Nachschuss ging knapp drüber (88.).
In der vierten Minute der Nachspielzeit setzte Kanga mit seinem Pfostentreffer den Schlusspunkt unter eine spektakuläre Partie (90.+4).

Die Stimmen:

Marco Rose (Trainer RB Leipzig): "Wir haben so viele Körner gehabt, dass wir das Spiel gewonnen haben. Ich bin mega stolz, dass wir bei dem Programm in der ersten Halbzeit so spielen. In der Anfangsphase waren wir so dominant. Hertha ist dann zurückgekommen, aber das habe ich vorher gewusst. Eine großartige Mannschaft. Ich bin mega einverstanden heute und stolz auf die Jungs."
Sandro Schwarz (Trainer Hertha BSC): "Es gibt leider so Erlebnisse. Die erste Halbzeit war auch kein 3:0-Spiel. Was die Jungs dann abgerissen haben... ich liebe sie dafür, was sie in der zweiten Halbzeit gezeigt haben. Die Stabilität und Aggressivität, die wir auf den Platz bekommen. Das ist großer Sport. Das wird der Weg sein."
Marc-Oliver Kempf (Hertha BSC): "Die zweite Halbzeit unterstreicht den Weg, den wir die letzten Woche gehen. Nach der ersten Halbzeit haben viele gedacht, dass wir hier mit 0:4 oder 0:5 vom Platz gehen - diese Leute haben wir eines besseren belehrt. In der ersten Halbzeit waren wir leider etwas zu passiv. Der Trainer war in der Pause mit dem Engagement von uns trotzdem zufrieden. Er hat uns nicht rund gemacht, sondern gesagt, dass er die zweite Halbzeit gewinnen will. Trotz der Niederlage sind wir dran, wir wollen das nächste Heimspiel vor unseren Fans gewinnen. Riesenkompliment noch an unsere Fans, die den Gästeblock heute voll gemacht und uns super unterstützt haben."
Emil Forsberg (RB Leipzig): "Nach dem 3:1 der Hertha waren wir im Spielaufbau etwas unsicher. In der ersten Hälfte hatten wir die Kontrolle über das Spiel und haben schöne Tore gemacht. Aber im Fußball geht es schnell - das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen. Daran müssen wir arbeiten, das müssen wir besser machen. Für die Zuschauer wurde es dann nochmal spannend. Es war ein schönes Samstagabendspiel."

Der Tweet zum Spiel:

Trotz der ersten Niederlage nach fünf ungeschlagenen Spielen konnten sich die Gäste von 5000 mitgereisten Fans für eine starke Leistungssteigerung nach der Pause feiern lassen. Insgesamt lieferte Hertha abermals ein starkes Spiel ab, dennoch steht man nach zehn Spieltagen nur knapp über dem Strich.

Das fiel auf: Schwarz' Systemumstellung trägt Früchte

RB präsentierte sich gnadenlos effektiv und brachte die ersten beiden Torschüsse im Hertha-Tor unter. Der Gegner aus Berlin konnte nach gutem Beginn nur wenig entgegensetzen, was auch daran lag, dass die Hertha die schnellen Außen Richter und Lukebakio nicht ins Laufen bekam. Zudem wurde die Dribbelstärke von Chidera Ejuke vermisst. Der Nigerianer belebte die Offensive nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte.
Ohnehin ging Schwarz nach der Pause mehr Risiko und brachte mit Wilfried Kanga für Ivan Sunjic einen zusätzlichen Stürmer für einen defensiven Mittelfeldspieler. Die Systemumstellung auf 4-4-2 fruchtete - Hertha spielte fortan mutiger und hatte nun auch die nötige Durchschlagskraft. Zudem bewies die Hertha eine tolle Moral und hätte sich beinahe noch einen Punkt erkämpft.

Die Statistik: 139

Nur 139 Sekunden lagen zwischen Herthas beiden Treffern, die die Berliner zurück in die Partie brachten und somit eine hochintensive Schlussphase einleiteten.
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Quelle: Perform

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