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Union Berlin gewinnt hitziges Topspiel bei RB Leipzig und setzt sich hinter Bayern München auf Rang zwei
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Publiziert 11/02/2023 um 20:31 GMT+1 Uhr
Union Berlin hat das Topspiel bei RB Leipzig 2:1 gewonnen und bleibt damit erster Verfolger von Spitzenreiter FC Bayern. Benjamin Henrichs (24.) sorgte für die Pausenführung der Roten Bullen. Nach Wiederanpfiff glich zunächst Jannik Haberer per Traumtor aus (1:1), ehe Robin Knoche einen Handelfmeter verwandelte (72.). Für Ärger bei RB sorgte ein nichtgegebener Treffer von Youssouf Poulsen.
Rose kritisiert "inflationären" VAR-Einsatz in der Bundesliga
Quelle: Perform
Die Überflieger von Union Berlin sitzen Rekordmeister Bayern München dank eines furiosen Comebacks weiter im Nacken. Beim formstarken Konkurrenten RB Leipzig drehten die leidenschaftlich kämpfenden Berliner in einem wilden Topspiel am Samstag einen 0:1-Rückstand und gewannen spät noch mit 2:1 (0:1). Durch den fünften Sieg im fünften Ligaspiel 2023 liegen die Unioner mit 42 Punkten auf Tabellenplatz zwei - nur einen Zähler hinter den Bayern.
Ein Volley-Hammer von Janik Haberer (61.) und ein verwandelter Handelfmeter von Robin Knoche (72.) brachten den Berlinern den so wichtigen Erfolg. Benjamin Henrichs (24.) hatte die Leipziger vor 47.069 Zuschauern in der ausverkauften Red Bull Arena im ersten Durchgang in Führung gebracht. Für RB war es die erste Niederlage nach 18 Pflichtspielen. Mit 36 Zählern steht das Team von Trainer Marco Rose auf Europa-League-Platz fünf.
"Wenn Leipzig seine Leistung abruft, wäre es ungewöhnlich, dort dreifach zu punkten", hatte Unions Geschäftsführer Oliver Ruhnert vor der Partie gesagt. Doch die bemühmten Sachsen taten sich zu Beginn schwer, bissen sich an der Union-Fünferkette die Zähne aus. Der Schauwert auf dem Rasen war zu Spielbeginn so mäßig wie die Stimmung auf der Tribüne, wo die 4500 mitgereisten Union-Fans die ersten 15 Minuten aus Protest gegen das "Konstrukt RB" schwiegen.
Als der Berliner Anhang wieder aktiv wurde, nahm auch die Partie mehr Fahrt auf, wobei Leipzig in der Defensive zunächst sicher stand - auch ohne Abwehrchef Willi Orban, der nach seiner Stammzellenspende unter der Woche zum Start nur auf der Bank Platz nahm. Bei so viel angemischtem Beton brauchte es eine Einzelaktion zur ersten Torchance, die auch prompt saß. Henrichs, Linksverteidiger in der RB-Fünferreihe, zog aus 20 Metern stramm ab und überraschte Union-Torwart Frederik Rönnow, der den Rückstand durchaus hätte verhindern können.
Mit der Führung im Rücken ließen die Gastgeber Union vermehrt kommen, doch die Köpenicker hatten so ihre Probleme, selbst Möglichkeiten zu kreieren. Sie waren auf Leipziger Fehler angewiesen - und nutzten jene, wenn sie geschahen, in Durchgang eins nicht aus. Nach einem hohen Ballgewinn stand Sheraldo Becker (38.) plötzlich frei vor RB-Keeper Janis Blaswich. Aus spitzem Winkel konnte der Schlussmann den Versuch des Stürmers jedoch ins Toraus ablenken.
Nach der Pause lief das Spiel so lau an, wie es in der ersten Hälfte begonnen hatte, doch plötzlich drehte Union auf. Nach einer Ecke fiel Haberer der Ball vor die Füße, der spektakulär traf. Elf Minuten später verwandelte Knoche sicher vom Punkt, als Schiedsrichter Daniel Schlager nach einem Handspiel nach Mohamed Simakan auf Strafstoß entschied. Der vermeintliche Ausgleich des eingewechselten Yussuf Poulsen (74.) wurde wegen einer vorausgegangenen Abseitsstellung nach Ansicht der Videobilder zurückgepfiffen.
Die Stimmen zum Spiel
Marco Rose (Trainer RB Leipzig): "Union macht das gut. All das, was heute hier passiert ist, war vorher so angesagt und besprochen. Deshalb haben wir natürlich das Gefühl, wie konnten wir das überhaupt verlieren. Trotzdem hatten wir nicht so viele Abschlüsse, dass man sagen kann, wir hätten es gewinnen müssen. Wir haben ein bisschen wenig Tiefe gefunden. Bei der Ecke haben wir den Rückraum nicht gut verteidigt. Union ist eine tolle Mannschaft. Das Spiel hatte heute in den Strafräumen nicht so viel zu bieten. Aber meine Mannschaft hat hier heute schon alles rausgefeuert. Union war heute wieder mega-effizient und hat sich den Sieg damit natürlich auch verdient.”
Xaver Schlager (RB Leipzig): "Wir haben das zweite Tor nicht gemacht, das war der Knackpunkt. So viel Aufwand zu betreiben und dann solche Gegentore zu fangen. Danach fühlt man sich schon sehr leer.”
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Ich würde schon sagen, dass es die Mannschaft heute über 90 Minute wirklich gut gemacht hat. Wir waren auch in der ersten Hälfte schon mutig und haben versucht, etwas Entlastung zu bekommen. Wir wollten Ballbesitz erzwingen und das haben sie echt gut gemacht. Einmal mehr konnten wir einen Rückstand drehen, das haben sie überragend gemacht.”
Rani Khedira (Union Berlin): "Wir wissen selber manchmal nicht, wie wir diese Spiele so drehen. Wir haben wahrscheinlich einfach eine unglaubliche Moral. Es war kein verdienter Sieg, es war auch kein schöner Sieg, aber es war ein Sieg der Moral. Und das passt einfach zur gesamten Mannschaft.”
Das fiel auf: Yussuf Poulsen
In der 74.Minute wurde der Leipziger Rekordspieler Poulsen eingewechselt und brachte noch mal richtig Schwung ins Leipziger Offensivspiel. Keine fünf Minuten später erzielte der Däne den vermeintlichen Ausgleich der Sachsen, doch aufgrund einer strittigen Abseitsstellung wurde der Treffer zurückgenommen. Dennoch war es ein starker Auftritt des Stürmers, der deutlich mehr Gefahr ausstrahlte als Timo Werner im gesamten Spiel.
Die Statistik: 5
Für die Eisernen war es der fünfte Bundesliga-Sieg gegen RB Leipzig in Folge, das haben die Köpenicker bislang gegen keinen anderen Bundesligisten geschafft. Zudem ging jeder dieser Siege 2:1 aus.
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(SID)
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