Union Berlin übernimmt Tabellenführung in der Bundesliga - Eigentor von Timo Hübers sorgt für vierten Sieg

Union Berlin hat die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Die Mannschaft von Urs Fischer gewann bei 1. FC Köln souverän 1:0 (1:0). Ein Eigentor von Kölns Timo Hübers (3.) sorgte für den vierten Saisonsieg der Köpenicker. Damit zieht der 1. FC Union in der Tabelle am FC Bayern München vorbei und beendet den 6. Spieltag als Spitzenreiter - zum ersten Mal in ihrer Geschichte im Oberhaus.

Steffen Baumgart (r.) sieht Gelb - 1. FC Köln vs. 1. FC Union Berlin

Fotocredit: Getty Images

Beide Trainer veränderten ihre Mannschaften auf fünf Positionen im Vergleich zu den Einsätzen auf europäischer Bühne unter der Woche. Beim Effzeh schickte Trainer Steffen Baumgart Benno Schmitz, Eric Martel, Kristian Pedersen, Linton Maina und Florian Dietz für Kingsley Schindler, Dejan Ljubicic, Jan Thielmann, Ondrey Duda und Steffen Tigges ins Rennen.
Gäste-Coach Urs Fischer rotierte Lennart Grill, Diogo Leite, Julian Ryerson, Andras Schäfer und Jordan Siebatcheu für Frederik Rönnow (verletzt), Danilho Doekhi (verletzt), Niko Gießelmann, Genki Haraguchi und Kevin Behrens in die Startaufstellung.
Die Partie begann mit einem frühen Paukenschlag. Mit dem ersten Torschuss gingen die Gäste aus Berlin in Führung. Sheraldo Beckers Schuss aus spitzem Winkel wurde von Verteidiger Timo Hübers ins eigene Tor abgefälscht (3.). Nach dem frühen Schock aus Kölner Sicht behielten die Köpenicker Oberwasser und bekamen nach einer Ecke einen Handelfmeter zugesprochen, weil Daniel Knoche Luca Kilian aus kurzer Distanz im Strafraum anköpfte (9.). Den unpräzise getretenen Strafstoß parierte Effzeh-Schlussmann Marvin Schwäbe gegen Siebatcheu (10.).
Keine fünf Minuten später landete der Ball erneut im Tor der Hausherren (14.). Beckers zweiter Treffer aus erneut spitzem Winkel wurde jedoch wegen einer knappen Abseitsstellung des Niederländers aberkannt (16.). Berlin blieb am Ball und drängte auf das zweite Tor. Schwäbe musste erneut gegen den aktiven Becker retten und Sturmpartner Siebatcheu setzte einen Kopfball knapp neben das Tor (21., 25.).
Die Geißböcke taten sich schwer, bissen sich jedoch gegen defensiv kompakte Berliner, die den Hausherren mehr und mehr das Spielgerät überließen, in die Partie hinein und kamen folglich auch zu Abschlüssen. Linton Meina prüfte Unions Ersatzkeeper Grill mit einem Schuss im Strafraum und Pedersens Kopfball nach einer Kölner Ecke flog knapp am rechten Pfosten vorbei (29., 41.).
Der Effzeh ging mit erhöhter Präsenz und Körpersprache in den zweiten Durchgang, Union blieb jedoch mindestens gleichwertig und hielt dagegen. Früh scheiterte Linton Maina im Eins-gegen-eins an Grill (47.). Auf der Gegenseite klatschte ein versuchte Hereingabe von Union-Außenverteidiger Trimmel nach kurz ausgespieltem Freistoß an die Latte (58.).
In der Folge waren die Hausherren bemüht, taten sich jedoch schwer gegen gut organisierte Berliner Chancen zu kreieren. Auch Kölns eingewechselter Stürmer Steffen Tigges, der für Dietz in die Partie kam, blieb in einer ereignisarmen zweiten Halbzeit blass, weil er keine Bälle im Strafraum bekam. Auf Seiten der Köpenicker scheiterte der ebenfalls eingewechselte Milos Pantovic noch knapp mit einem Versuch aus dem Rückraum nach Ablage von Becker (74.).
Die Heimmannschaft lief verzweifelt gegen die Gäste an, sah jedoch kein Durchkommen gegen die Union-Defensive, die sich aufs Umschaltspiel konzentrierte. Ein solcher Konter führte dann zum Platzverweis Luca Kilians, der durch ein taktisches Foul an Schäfer Gelb-Rot sah (81.). Im Anschluss kamen die Hausherren nicht mehr zu gefährlichen Abschlüssen.

Stimmen zum Spiel:

Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): "Ich will die Leistung der Schiedsrichter nicht mehr akzeptieren, weil mir das auf die Eier geht. Die Niederlage lag nicht an den Schiedsrichtern, aber ich wusste gar nicht, dass in den Regeln steht, dass du zuerst in den Mann springst und dann gegen den Ball arbeitest. Das ist mittlerweile Gang und Gäbe und das wird einfach nicht gepfiffen. Union hat richtig gut gespielt und war die beste Mannschaft, die hier bisher gespielt hat. In allem. Wir haben keinen Stich gehabt und verdient verloren."
Florian Kainz (1. FC Köln): "Es ist immer schwer gegen Union Berlin. Sie verteidigen sehr gut, es ist die Mannschaft, die am wenigsten Torchancen zulässt. Da muss man einfach die wenigen Torchancen, die man hat, nutzen. Wir haben Anfang der zweiten Halbzeit eine Riesenchance gehabt und die eine oder andere Standardsituation, da hätten wir ein Tor machen können. Im Endeffekt haben wir klar verloren."
Timo Hübers (1. FC Köln): "Wir sind nochmal voll angerannt, auch nochmal nach der roten Karte am Ende. Ich glaube mein Eigentor ist super unglücklich. Es ist zwar scheiße und wahrscheinlich kann ich es besser machen, aber es gehört zum Verteidiger-Leben dazu.
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Ich glaube, die erste Hälfte war wirklich sehr gut von uns. Wir waren im Spiel, waren griffig und im Spiel mit dem Ball haben wir es wirklich gut gelöst. Wir konnten uns immer wieder aus Drucksituationen lösen. Wir hätten auch höher in Führung liegen können. Nach der Halbzeit brauchten wir zehn Minuten, brauchten auch unseren Torwart und dann war es wieder kontrollierter."
Christopher Trimmel (Union Berlin): "Ich glaube wir haben einen Lauf, aber wir wissen, dass viele Dinge noch nicht so gut sind. Ich glaube phasenweisen haben wir es heute sehr, sehr gut gemacht. Die Defensivarbeit ist einfach eine Stärke von uns, aber beim Spiel gegen den Ball müssen wir zulegen."

Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Elfer-Killer Schwäbe

Effzeh-Schlussmann Schwäbe bewies heute einmal mehr, dass er ein wichtiger Rückhalt für die Kölner Mannschaft ist. In der Bundesliga parierte er bislang zwei von zwei Elfmetern. In der ersten Hälfte bewahrte der Keeper seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand.

Statsitik: 13

Mit dem verdienten 1:0-Auswärtserfolg beim 1. FC Köln blieb Union Berlin saisonübergreifend in der Bundesliga im 13. Spiel in Folge ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es am 19. März 2022 gegen den FC Bayern.
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Quelle: Perform

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