FC Bayern München - Thomas Tuchel privat wie nie: "Meine Eltern machen sich Sorgen"
Publiziert 01/12/2023 um 11:46 GMT+1 Uhr
Thomas Tuchel gilt nicht unbedingt als Plaudertasche. Auf der Münchner Sportmesse ISPO zeigte sich der Cheftrainer des FC Bayern nun aber durchaus in Redelaune. Auf dem Podium sprach der 50-Jährige ausführlich über seinen Umgang mit öffentlicher Kritik, die Veränderungen im Fußball, die Unterschiede zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern sowie sein Privatleben.
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Quelle: Eurosport
"Es ist nicht so schön, kritisiert zu werden, da bin ich wie jeder andere auch", gab der FCB-Coach bei dem Gespräch vor Publikum unumwunden zu. Er versuche, so wenig wie möglich über sich selbst im Internet zu recherchieren, um die negativen Kommentare nicht an sich heranzulassen.
Ganz vermeiden ließe sich das allerdings nicht: "Natürlich kriege ich Dinge mit, Leute schicken mir Kommentare oder Schlagzeilen per WhatsApp, sind wütend." Teilweise seien die Beiträge so schlimm, dass auch sein privates Umfeld betroffen sei: "Meine Eltern machen sich Sorgen. Sie fragen mich danach und es macht direkt etwas mit mir."
"Es gibt ein Level, wo es nicht mehr gesund ist und meine mentale Gesundheit beeinflusst, und das will ich nicht. Aber das ist leichter gesagt als getan", fügte der frühere Trainer von Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea hinzu.
Umso wichtiger, so Tuchel, sei es für ihn, im Privatleben durch bestimmte Routinen einen Ausgleich zu schaffen: "Ich mache meinen Sport am Morgen, ich mache meine Meditation am Morgen. Ich nehme mir Zeit, meine Trainer-Zeit zu nehmen, bevor ich in den Tag starte. Das hilft mir viel. Ich versuche, früher ins Bett zu gehen, kein Netflix zu gucken, lieber ein Buch zu lesen."
Tuchel über größte Herausforderung als Trainer
Der gebürtige Krumbacher machte zudem deutlich, dass der Teamspirit eine der größten Schwierigkeiten darstelle. Heute stünden die einzelnen Stars im Fokus bei den Fans, nicht mehr der Verein an sich: "Das kann bedeuten, dass die Spieler etwas mehr selbstzentriert sind, sich mehr auf sich selbst fokussieren."
"Deshalb ist es umso mehr Job von uns Trainern, den richtigen Teamspirit zu setzen. Jeder will ein Stück vom Kuchen, ich weiß nicht, ob 'team first, egal was' wirklich für alle existiert", wurde Tuchel anschließend deutlich. "Jeder meiner Spieler will wichtig sein, will eine bestimmte Rolle spielen, will eine Belohnung. Man muss jedem die Wichtigkeit des Teams klarmachen, dass die Regeln für alle gelten."
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Quelle: Perform
Apropos Regeln: Diese seien in seiner Zeit bei PSG von einigen Spielern arg strapaziert worden. "Wenn ich hier bei Bayern höre, dass ein gewisses Verhalten eines bestimmten Spielers inakzeptabel ist, bringt mich das zum Lachen, weil ich denke: Ihr wisst nicht, womit wir in Paris zu tun hatten!"
Allerdings habe er durch die Erfahrungen mit Superstars wie Kylian Mbappé oder Neymar auch viel mitgenommen. "Sie haben mich zu einem besseren Coach gemacht, an jedem einzelnen Tag. Und jeder dieser Tage war ein Vergnügen", so Tuchel, der nun beim FC Bayern vieles lockerer nehme und das Verhalten seiner Spieler besser als zuvor verstünde.
Tuchel offen wie selten: Auch Scheidung wird zum Thema
Nach 13 Jahren Ehe ließen sich Tuchel und seine Ex-Frau Sissi im vergangenen Jahr scheiden. Auch darüber sprach der Star-Trainer bei der ISPO erstaunlich offen. Bis zu diesem Zeitpunkt sei es "normal und sehr schön gewesen, dass wir immer als Familie unterwegs waren, was für meine Frau und meine Töchter nicht immer so einfach war."
"Es gibt immer zwei Seiten. Aber wir hatten immer ein Zuhause, wo ich mich sicher und ruhig gefühlt habe. Völlig privat", fügte er hinzu. Nun habe sich die Situation aufgrund der Scheidung "leider ein bisschen geändert."
Ehrliche Worte des ansonsten als unterkühlten Taktik-Fuchses bekannten Trainers.
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