Borussia Dortmund – Sébastien Haller, Niclas Füllkrug, Youssoufa Moukoko: Null-Tore-Sturm wird zum BVB-Problem

Borussia Dortmund steht nach fünf Bundesliga-Spieltagen bei elf Zählern und feierte somit einen anständigen Start in die neue Saison. Zumindest punktetechnisch. Ansonsten liegt bei den Schwarz-Gelben in der noch jungen Spielzeit allerdings einiges im Argen. Vor allem die drei Mittelstürmer Sébastien Haller, Niclas Füllkrug und Youssoufa Moukoko bereiten Trainer Edin Terzic Sorgen.

BVB-Coach Terzic: "Wir verteilen Chancen, keine Bestrafungen"

Quelle: Perform

Die Saison war gerade einmal drei Spieltage alt, da sah sich Trainer Edin Terzic bereits mit den ersten Gerüchten um einen potenziellen Nachfolger für ihn konfrontiert. Nach einem glücklichen 1:0 zum Auftakt gegen Köln und zwei enttäuschenden Unentschieden gegen Bochum (1:1) und Heidenheim (2:2) hing der Haussegen im Signal Iduna Park schief, die Gelbe Wand quittierte die Leistung des Teams mit Pfiffen.
Einige Tage lang geisterte der Name Julian Nagelsmann durch Dortmund, doch die Mannschaft ließ Terzic nicht hängen – und gewann die nächsten beiden Bundesliga-Duelle mit Freiburg (4:2) sowie Wolfsburg (1:0).
Elf Punkte als Zwischenbilanz können sich sehen lassen, spielerisch vollumfänglich überzeugend waren die Darbietungen bislang aber keineswegs.
Das weiß auch Terzic: "Unsere Punkteausbeute ist in Ordnung. Man muss den Weg betrachten. Es ist Luft nach oben, es fehlt etwas die Leichtigkeit", erklärte er im Vorfeld der Begegnung mit Hoffenheim (20:30 Uhr im Liveticker). Der Coach ergänzte optimistisch: "Aber auch da sind wir auf einem guten Weg." Sein Team zeige immerhin "eine gute Reaktion".

BVB-Stürmer noch ohne Tor

Ein Mannschaftsteil beschreitet den "guten Weg" allerdings noch nicht: Der Angriff, konkret die drei Mittelstürmer. Sébastien Haller, Niclas Füllkrug und Youssoufa Moukoko stapfen nach wie vor durch matschiges Terrain, laufen ihrer Form hinterher.
Während andere Vereine wie der FC Bayern, Bayer Leverkusen oder der VfB Stuttgart von ihren Neunern Harry Kane (sieben Tore), Victor Boniface (sechs Tore) und Serhou Guirassy (zehn Tore) profitieren, steht das BVB-Trio noch bei null Treffern.
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Sébastien Haller (l.) und Niclas Füllkrug - Borussia Dortmund

Fotocredit: Imago

Auch, weil die Knipser in dieser Saison kaum in Abschlusspositionen gebracht werden. Ein Vergleich, der diesen Umstand veranschaulicht: Leverkusens Boniface gab alleine bis dato satte 29 Torschüsse ab. Haller, Füllkrug und Moukoko kommen zusammen auf sieben, zuletzt gegen Wolfsburg stand kein einziger Schuss eines Stürmers in den Statistikbüchern.

Füllkrug klagt: "Mit dem Rücken zum Tor"

"Es ist natürlich so, dass ein Gegner wie Wolfsburg mich selten in Eins-gegen-Eins-Situationen kommen lässt", beklagte Füllkrug, der Haller zuletzt aus der Startelf verdrängt hatte. "Ich hatte immer beide Innenverteidiger hinter mir und viele Aktionen mit dem Rücken zum Tor", führte der deutsche Nationalspieler aus.
Ähnliches war auch bei Haller in den ersten Partien zu beobachten. Der Ivorer fand sich immer wieder in der Rolle des Wandspielers wieder, war an vorderster Front kein Faktor. Etwas überraschend, immerhin hatte sich Haller nach der fürchterlichen Hodenkrebs-Diagnose im Sommer vergangenen Jahres in herausragender Manier zurückgekämpft.
Neun Treffer und fünf Vorlagen steuerte der 29-Jährige in der Rückrunde bei. Damit hatte er erheblichen Anteil daran, dass die Schwarz-Gelben sich zurück ins Meisterrennen kämpften, gar als Tabellenführer in den letzten Spieltag gingen.

Haller hadert nach verpasster Meisterschaft

Dass im entscheidenden Moment die Nerven versagten und das 2:2 gegen Mainz dem FC Bayern die elfte Schale in Serie bescherte, nagt auch Monate später noch an Haller. "Es ist wirklich so: Der verpasste Titel bereitet mir mehr Schmerzen, als es die Krebs-Diagnose damals getan hat", sagte der frühere Frankfurt-Angreifer im Gespräch mit der "SportBild". Er schob nach: "Wenn du krank bist, dann kannst du nichts daran ändern. Du musst es akzeptieren und da durchgehen. Aber den Titel hatten wir selbst in der Hand, wir konnten alles selbst beeinflussen."
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Sebastien Haller nach der verpassten Meisterschaft gegen Mainz 05

Fotocredit: Getty Images

Aussagen, die sich auch auf Hallers vergebenen Elfmeter im Mainz-Spiel beziehen dürften. "Nicht gelungene Aktionen oder vergebene Chancen zehren an dir. Man überlegt, was man hätte besser machen können", so Haller weiter. Dieser Tage wirkt der Knipser bisweilen tatsächlich etwas verkopft. "Wir kennen seine Geschichte. Und wir wissen, dass es manchmal nicht ganz einfach und nicht rational zu erklären ist", sagte Terzic unlängst mit Blick auf Hallers Torflaute.
"Wir haben gesehen, welchen Wert er für die Mannschaft hat. Aber wir wissen auch, dass wir daran gemessen werden, Spiele zu gewinnen", erklärte der BVB-Übungsleiter: "Und wenn wir dann so viele gute Alternativen haben, werden wir dahinkommen, jedem die Chance zu geben, die er sich verdient." Besagte Alternativen funktionieren aber offensichtlich ebenfalls nicht. Neuzugang Füllkrug scheint noch mit dem System zu fremdeln, Moukoko spielt aktuell überhaupt keine Rolle.

BVB: Moukoko nur noch Reservist

Das Dortmunder Juwel hatte erst im Januar seinen Vertrag mit deutlich besseren Bezügen bis 2026 verlängert. "Youssoufa ist ein außergewöhnlicher Spieler, den wir selbst ausgebildet haben. Wir sehen in ihm riesiges Entwicklungspotenzial", freute sich BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl seinerzeit. Wie soll sich ein junger Spieler entwickeln, wenn er ausschließlich auf der Bank sitzt? Terzic setzte in den vergangenen Spielen entweder auf Haller oder Füllkrug, beides physisch starke Angreifer.
Moukoko, der in dieser Bundesliga-Saison gerade einmal 47 Minuten auf die Uhr bringt, kommt eher über Technik und Dynamik. Dass der 18-Jährige trotz der Torflaute seiner Kollegen keine Chance bekommt, ist durchaus aussagekräftig – und bietet Raum für Spekulationen.
Kürzlich wurde Moukoko mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht, die Spur nach Spanien war aber nicht sonderlich heiß. Dennoch scheint eine BVB-Zukunft nicht mehr in Stein gemeißelt.
Terzic ist auf seine Stürmer angewiesen, wenn er ganz oben angreifen will. Er weiß: "Das ist schon ein Thema, denn da gibt es eine Korrelation, dass Mannschaften, die oben stehen, meistens viele Stürmer-Tore erzielen", sagte er auf der Spieltags-Pressekonferenz.
Was er fordert, um das bisherige Stürmer-Chaos zu überwinden? "Es geht darum, dass wir uns Torchancen herausspielen. Dann vergrößert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Jungs, die ganz vorne stehen, den letzten Ballkontakt haben, bevor der Gegner Anstoß hat."
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"Außergewöhnliche Qualität": Simons begeistert Bundesliga

Quelle: Perform

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