BVB: Rätsel um Karim Adeyemi nach missglücktem Saisonstart - Borussia Dortmunds Roadrunner im Tiefflug

Karim Adeyemi kommt in der laufenden Saison noch nicht in Tritt. Nachdem der 21-Jährige in der Vorsaison einer der Hauptgründe für Borussia Dortmunds Aufschwung war, läuft er aktuell seiner Form hinterher. Dies brachte ihm zuletzt sowohl Kritik von BVB-Berater Matthias Sammer als auch einen Bankplatz ein. Der Nationalspieler muss jetzt liefern, immerhin scharren die Konkurrenten mit den Hufen.

Karim Adeyemi - Borussia Dortmund

Fotocredit: Imago

In kaum einer anderen Sportart ist der Erfolg so vergänglich wie im Fußball. Dies musste auch Karim Adeyemi am eigenen Leib erfahren.
Anfang Mai des vergangenen Jahres war der 21-Jährige beim viel umjubelten 6:0-Kantersieg von Borussia Dortmund im heimischen Signal-Iduna-Park gegen den VfL Wolfsburg noch der gefeierte Mann. Der Flügelflitzer erzielte damals seinen ersten Doppelpack in der deutschen Elite-Liga und legte einen weiteren Treffer auf.
Nun, etwas mehr als vier Monate später, musste Adeyemi am Samstag an gleicher Stelle abermals gegen Wolfsburg zum ersten Mal in dieser Saison 90 Minuten lang auf der Bank Platz nehmen.
Entsprechend gedämpft war die Stimmung beim gebürtigen Münchner trotz des 1:0-Erfolges. Während sich seine Teamkollegen nach Abpfiff auf dem Rasen feiern ließen, schlich Adeyemi im Hintergrund umher und spendete pflichtbewusst Applaus.
Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Einer von Dortmunds Schlüsselspielern der vergangenen Rückserie ist in dieser Saison bisweilen zur Randfigur verkommen.
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Karim Adeyemi (l.) und Emre Can - Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Adeyemi im Formtief

Wirklich überraschend war die Maßnahme von BVB-Trainer Edin Terzic, Jamie Bynoe-Gittens dem deutschen Nationalspieler am Samstag vorzuziehen, jedoch nicht.
Nachdem Adeyemi aufgrund eines Faserrisses, zugezogen im dramatischen Finale der Vorsaison gegen Mainz 05 (2:2), Teile der Vorbereitung verpasst hatte, kam er nur schleppend in die neue Spielzeit.
Nach wettbewerbsübergreifend fünf absolvierten Partien (drei davon von Beginn an) ist der Youngster noch ohne Torbeteiligung und ohne herausgespielte Großchance. Die Leichtigkeit aus dem Frühjahr, als Adeyemi mit sechs Treffern und vier Vorlagen in den abschließenden elf Partien zu einem der Dortmunder Erfolgsgaranten avancierte, ist ihm gegenwärtig nahezu komplett abhandengekommen.
Bei der 0:2-Niederlage in der Champions League gegen Paris Saint-Germain in der Vorwoche leistete sich Adeyemi satte 13 Ballverluste, kam bei keinem seiner vier Dribblings am Gegner vorbei und gewann obendrein nur zwei von acht Zweikämpfen (25 Prozent).
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Karim Adeyemi (l., Borussia Dortmund) im Zweikampf mit Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain)

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Terzic kontert Sammer-Kritik an Adeyemi

Jener enttäuschende Auftritt war auch BVB-Berater Matthias Sammer nicht verborgen geblieben. "Was mir nicht gefällt, ohne es namentlich zu benennen, aber da vorne die beiden", schimpfte er bei "Prime Video" in Richtung Adeyemi und Donyell Malen und führte weiter aus:
"Du kannst Fehlpässe spielen. Aber dann komm' doch sofort wieder in die Grundordnung. Was mir total missfällt: Wenn du einen Fehler machst und sagst: Ich muss erst mal eine Minute in mich gehen. Das sind ganz schlechte Signale. Das ist einfach nicht gut und muss aufhören."
Trainer Terzic dagegen nahm seinen Schützling ein Stück weit aus der Schusslinie. "Ich fand ihn gegen Paris aktiver als in den vergangenen Partien, aber wir haben seine Waffen nicht ins Spiel bekommen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist", konstatierte der 40-Jährige.

Dortmunds Co-Trainer bemängelt Einstellung von Adeyemi

Bereits in der Vergangenheit hatte Adeyemi aufgrund seines teils aufreizend lässigen Verhaltens auf dem Platz sowie seiner oftmals geringen Hingabe für Defensivarbeiten Kritik geerntet. Nicht zuletzt auch zu Beginn der Saison von Terzic-Assistent Armin Reutershahn, der öffentlich die Einstellung des gebürtigen Münchners bemängelte.
"Manchmal fehlt mir einfach diese Seriosität. Er ist manchmal sehr locker beim Training und diese Lockerheit überträgt er dann. Ich würde mir wünschen, noch ernsthafter an die Sache ranzugehen. Ich glaube, wenn er das kapiert, kann er ein ganz großer Spieler werden", sagte der 63-Jährige.
Dass er dazu in der Lage ist, hat er in der vergangenen Saison, in der er im Übrigen zunächst auch Startschwierigkeiten hatte, spätestens in der Rückrunde eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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Jamie Bynoe-Gittens (Borussia Dortmund) im Spiel gegen Wolfsburg

Fotocredit: Getty Images

Bynoe-Gittens, Reyna und Duranville machen Druck

Genau dahin muss Adeyemi auch wieder kommen, ansonsten wird es für den Jung-Nationalspieler schwer, sich langfristig auf der linken Außenbahn festzusetzen.
Schließlich scharren sowohl Bynoe-Gittens als auch die beiden wiedergenesenen Julien Duranville und Giovanni Reyna schon mit den Hufen. Besonders Bynoe-Gittens wusste gegen Wolfsburg mit seiner frechen Art und seinen Tempodribblings - sprich genau den Eigenschaften, die im Normalfall auch Adeyemi auszeichnen - zu überzeugen.
"Wenn Jamie an den Ball gekommen ist, war es sehr dynamisch. Das war richtig gut, das hat uns sehr gut gefallen", schwärmte Terzic vom 19-Jährigen.
Nun liegt es also an Adeyemi, sich für die kommenden Aufgaben - angefangen mit dem kniffligen Auswärtsspiel am Freitag bei der TSG Hoffenheim (20:30 Uhr im Liveticker) - zu empfehlen, damit er mit etwas Verspätung an seiner persönlichen Erfolgsgeschichte weiterschreiben kann.
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Quelle: SID

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