Drei Dinge, die beim BVB gegen Mainz 05 auffielen: Borussia Dortmund lässt Trainer Edin Terzic im Stich
VonThomas Gaber
Publiziert 20/12/2023 um 00:49 GMT+1 Uhr
Borussia Dortmund liefert beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 eine katastrophale zweite Halbzeit ab - die Mannschaft tritt nach der Pause auf, als spiele sie gegen den Trainer. Edin Terzic kann die Leistung seiner Spieler nicht erklären und macht mit der Nichtberücksichtigung von Marco Reus ein neues Fass auf. Außerdem geht die Leidenszeit von Sébastien Haller weiter. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Hans-Joachim Watzke wollte sich das unrühmliche Ende einer sehr durchwachsenen Hinrunde von Borussia Dortmund nicht mehr antun: Zwei Minuten vor Abpfiff verließ der Vorstandsvorsitzende des BVB seinen Platz auf der Tribüne.
Sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen des Jahres in Augsburg (1:1) und gegen Mainz 05 (1:1) hatten die BVB-Bosse unmissverständlich eingefordert - es wurden deren zwei.
Nach einer ordentlichen Vorstellung und dem Führungstreffer durch Julian Brandt (29.) brachen die Schwarz-Gelben nach dem Ausgleich durch Sepp van den Berg (43.) komplett ein. Aus den letzten acht Bundesligaspielen holte der BVB nur einen Sieg, der Druck auf Trainer Edin Terzic steigt immer weiter.
Drei Dinge, die im Signal Iduna Park auffielen.
1. Mannschaft lässt Trainer Terzic im Stich
Zwei Lattentreffer, einige weitere gute Torchancen und ein hübscher Freistoßtreffer von Julian Brandt - Borussia Dortmund hatte biedere Mainzer vor der Pause fest im Griff. "Wir hatten in der ersten Halbzeit Power und haben gezeigt, wie griffig wir sein können", sagte Terzic bei "Sky".
Allerdings war mit dem Ausgleichstor durch van den Berg (43.), als der BVB nicht in der Lage war, eine harmlose Flanke aus dem linken Halbfeld wegzuverteidigen, Schluss mit der Herrlichkeit. Die Leistung nach der Pause grenzte an Arbeitsverweigerung: katastrophale Fehlpässe, lächerliches Zweikampfverhalten, immer wieder falsche Entscheidungen und wenig Aufbäumen gegen die drohenden Punktverluste - ein Offenbarungseid.
"Wir hatten plötzlich Hektik im Spielaufbau, wurden unsauber und haben Mainz den Ball gegeben", resümierte Brandt bei "SAT.1". Terzic wirkte komplett ratlos: "Wir haben wieder mal beide Gesichter gezeigt, die wir leider viel zu häufig in dieser Saison gesehen haben. Das begleitet uns leider schon sehr lange. Dieses Spiel war ein Spiegelbild unserer Saison. Es fällt mir schwer, das zu erklären."
Unter der Woche kam das Gerücht über Störfeuer zwischen Mannschaft und Trainer auf. Terzic wollte dies in der "ARD" nicht kommentieren und verwies darauf, dass seine Spieler gegen Mainz alles getan hätten, "um den Bock umzustoßen".
Davon kann in der zweiten Halbzeit keine Rede sein - die Mannschaft ließ ihren Trainer im Regen stehen. Brandt übte anschließend Selbstkritik. "Wir haben eine Riesen-Verantwortung gegenüber dem Verein und jetzt mal zwei Wochen Zeit, darüber nachzudenken. Wir gehen mit einem beschissenen Gefühl ins neue Jahr." Der Trainer, so Brandt, habe die Chancen nicht danebengeschossen.
Sportdirektor Sebastian Kehl wollte sich nicht äußern, ließ lediglich ausrichten, dass es "nicht der richtige Zeitpunkt ist, um zu sprechen".
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Terzic zur Trainerfrage: "Habe den Glauben daran"
Quelle: Perform
2. Demütigung für Marco Reus
Seit dem 5. Spieltag stand Marco Reus regelmäßig in der Startelf des BVB, mit Ausnahme der Partie in Stuttgart (1:2), als er zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Gegen Mainz blieb der 34-Jährige dagegen die 95 Minuten auf der Bank.
Weil der BVB nach der Pause komplett den Faden verlor, reagierte Terzic und brachte in der 63. Minute Sébastien Haller und Samuel Bamba für Niclas Füllkrug und Jamie Bynoe-Gittens. Zehn Minuten später kam Giovanni Reyna für Nico Schlotterbeck und in der Schlussphase Marius Wolf für Ramy Bensebaini.
Anstatt auf die Erfahrung und Offensivstärke von Reus zu zählen, verhalf Terzic lieber dem 19-jährigen Bamba zu seinem Heimdebüt für den BVB und brachte einen Außenverteidiger für einen Außenverteidiger.
"Wir waren über die Flügel gefährlich und wollten Eins-gegen-eins-Situationen kreieren. Wir hatten das Gefühl, dass Sabitzer, Reyna und Brandt im Zentrum für viel Gefahr sorgen können, zudem hatte Sammy Bamba am Ende noch gute Momente", erklärte Terzic den Verzicht auf Reus.
Für das BVB-Urgestein kommt die Nichtberücksichtigung im für den ganzen Verein eminent wichtigen Spiel gegen Mainz einer Demütigung gleich.
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Marco Reus kam gegen Mainz nicht zum Einsatz
Fotocredit: Imago
3. Haller bleibt vom Pech verfolgt
Wegen einer Krebserkrankung verpasste Sébastien Haller sein erstes halbes Jahr als Spieler des BVB. Nach einer starken Rückrunde in der Saison 2022/23 war der Ivorer auch zu Beginn dieser Spielzeit im Sturm gesetzt, konnte jedoch nicht ansatzweise seine Leistung abrufen.
Der BVB holte infolgedessen kurz vor Ende der Transferphase Niclas Füllkrug, fortan war Haller nur noch Ersatzspieler. Seine Bilanz nach 13 Pflichtspielen: null Tore, null Vorlagen.
Gegen Mainz bekam Haller eine halbe Stunde Spielzeit. In den Büchern stehen ganze vier Ballkontakte sowie eine Zweikampfquote von 33 Prozent (1/3). Acht Minuten vor Schluss verletzte sich der 29-Jährige auch noch am Sprunggelenk und konnte nicht mehr weiterspielen. Der Wechselkontingent war erschöpft, Dortmund musste die Partie zu zehnt zu Ende bringen.
Ein weiterer Rückschlag für Haller, der jetzt möglicherweise noch seinen großen Traum begraben: die Teilnahme mit der Elfenbeinküste am Afrika-Cup in seinem Heimatland (13. Januar bis 11. Februar). "Wir drücken die Daumen, dass Seb zur Afrikameisterschaft fahren kann", sagte Terzic.
Es ist Haller zu wünschen, dass das Pech irgendwann mal aufhört.
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Quelle: Perform
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