Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund - SV Werder Bremen auffielen: Julian Brandt trotzt schlaflosen Nächten

Borussia Dortmund eilt von Sieg zu Sieg - und sonnt sich an der Tabellenspitze im Erfolg. Am 8. Spieltag fuhr der Vizemeister seinen fünften Dreier in Folge ein und behauptete die weiße Weste. Julian Brandt avancierte wieder einmal zum Unterschiedsspieler und baute seine Monster-Serie trotz Jetlags aus. Werder Bremen schlittert indes immer weiter in den Keller. Drei Dinge, die auffielen.

"Etwas Außergewöhnliches": Terzic schwärmt von Jubilar Brandt

Quelle: Perform

Die Länderspielpause ist vorbei, die Bundesliga ist zurück - und zwar mit einer wichtigen Erkenntnis. Borussia Dortmund hat die Unsicherheiten des Saisonstarts vollends abgestreift und beim 1:0-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen seine Ambitionen im Titelkampf unterstrichen. Der pragmatische Ansatz des Vizemeisters unter Edin Terzic ist längst zur neuen DNA geworden und sorgt dafür, dass sich die Dortmunder zumindest für eine Nacht im Glanz der Tabellenführung sonnen dürfen.
Den Unterschied hat einmal mehr Julian Brandt gemacht. Dem Offensivspieler gelang in seinem 300. Bundesliga-Spiel ein Geniestreich, sein graziler Lupfer über Bremen-Keeper Michael Zetterer (67.) bescherte dem BVB den sechsten Saisonsieg - und das trotz DFB-Jetlags. Seine Monster-Serie von sieben Partien mit je einem Scorerpunkt ist Sinnbild für die absolute Top-Form des 27-Jährigen.
Bei Werder Bremen ist die Stimmung indes gedämpft. Trotz eines weiteren beherzten Auftritts der Norddeutschen stand am Ende die sechste Niederlage. Bislang verteidigen die Bremer ihren erfrischenden Powerfußball - aber wie lange noch?
Drei Dinge, die uns bei Borussia Dortmund gegen Werder Bremen auffielen.

1.) Pragmatisch, praktisch, BVB! Dortmund sonnt sich im Erfolg

Acht Spiele, zwanzig Punkte, Tabellenführung - besser könnte es in Dortmund zurzeit kaum laufen. Nur in der Meisterschaftssaison 2010/11 war die Borussia nach Punkten stärker in die Saison gestartet, unter Jürgen Klopp stand man vor 13 Jahren zum selben Zeitpunkt bei 21 Zählern. Die Art und Weise, wie der Erfolg jeweils zustande kam, mag sich freilich unterscheiden - doch im Signal Iduna Park fragt derzeit kaum jemand danach.
Die Unsicherheiten, die im Dortmunder Spiel gerade nach den beiden enttäuschenden Remis gegen den VfL Bochum (1:1) und den 1. FC Heidenheim (2:2) ausgemacht worden waren, scheinen vergessen zu sein. Zwar war am Freitag gegen Bremen weniger Spektakel geboten als noch vor wenigen Wochen, "aber der BVB hat reifer als zum Saisonstart gespielt", erklärte "DAZN"-Experte Sami Khedira die jüngste Entwicklung des BVB.
"Sie haben ein paar Schritte zurück gemacht, sich auf die grundlegenden Sachen konzentriert. Es war gut und reif - auch wenn es noch die ein oder andere Lücke vor der Abwehr gibt", hob der Weltmeister von 2014 hervor.
Auch Erfolgstrainer Terzic zog ein positives Fazit. "Es war ein hochverdienter Sieg", unterstrich er am "DAZN"-Mikrofon. Bis auf die Phase zwischen der 10. und 25. Minute, in welcher sich Bremen dank seines mutigen Ansatzes einige Konterchancen erarbeitete, bestimmte Dortmund das Spielgeschehen weitestgehend. Einzig die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor erwies sich als Sorgenkind. Trotz zahlreicher Chancen - unter anderem in Person von Donyell Malen - konnte sich der BVB nicht das nötige Polster schaffen, um frühzeitig einen Gang zurückzuschalten.
Letzten Endes brachten die pragmatischen Dortmunder den knappen Vorsprung über die Zeit - und behaupteten abermals ihre weiße Weste.
Auf der Pressekonferenz ging Terzic näher auf den Erfolgslauf seiner Dortmunder ein. "Wenn man den Verlauf über die letzte Saison und diesen Auftakt beobachtet, glaube ich schon, dass man von einer sehr konstanten Entwicklung sprechen kann. Wir sind auf einem sehr guten Weg."
Im vergangenen Sommer habe man in Dortmund wichtige Schlüsse gezogen: "Weniger sexy, mehr Erfolg", so Terzic. Bislang geht dieser Ansatz voll auf. Angesichts des womöglich vorentscheidenden Champions-League-Spiels bei Newcastle United am kommenden Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker) eine willkommene Motivation.
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"Weniger sexy, mehr Erfolg": Terzic fasst BVB-Lauf zusammen

Quelle: Perform

2.) Monster Brandt trotzt den schlaflosen Nächten

Die optimale Schlafdauer für Erwachsene liegt zwischen sieben und neun Stunden - ein Julian Brandt kann in seiner aktuellen Form auf derartige Vorgaben aber offenbar pfeifen.
"Die erste Nacht habe ich ganz gut verkraftet, in der zweiten waren es nur so drei, vier Stunden", erklärte Brandt nach dem Spiel mit Hinblick auf die Länderspielreise der deutschen Nationalmannschaft in die Vereinigten Staaten. Von einem etwaigen Jetlag war am Freitagabend aber nichts zu sehen.
Der Dortmunder Offensivstar, der mit seinem 300. Bundesliga-Einsatz einen eindrucksvollen Meilenstein erreichte, setzte gegen Bremen nämlich eine beeindruckende Serie fort.
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Julian Brandt (BVB) trifft gegen Werder

Fotocredit: Getty Images

Sieben Spiele in Folge hat Brandt nun jeweils einen Scorerpunkt beigesteuert, mittlerweile steht der 27-Jährige in dieser Saison bei drei Toren und vier Vorlagen. Im Kalenderjahr 2023 rangieren nur Überflieger Serhou Guirassy (21 Scorer) und Jonas Hofmann (19) vor dem ehemaligen Leverkusener (18).
Brandts Treffer zum 1:0-Endstand war - passend zu seinem Jubiläum - ein wahrer Leckerbissen. Ein überragender Schnittstellenpass von Emre Can rund 30 Meter vor dem Tor setzte Brandt unnachahmlich in Szene. Dieser legte sich den Ball schließlich mit dem rechten Außenrist noch einmal zurecht und lupfte ihn mit all seiner Klasse über den chancenlosen Bremer Torhüter.
Im Anschluss an die Partie zeigte sich der Torschütze und Held des Abends ganz bescheiden. "Das ist heute schon relativ gut gelungen", blickte er bei "DAZN" mit einem verschmitzten Lächeln auf seinen Auftritt. "Ich bin sehr happy - und müde", schob er in Anspielung auf den US-Trip lachend nach.
Eine große Party wird der Jubilar trotz seiner starken Darbietung wohl nicht schmeißen. "Ich bin froh, wenn ich im Bett liege", witzelte Brandt.
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BVB-Neuzugang Nmecha zuversichtlich: "Bin auf dem richtigen Weg"

Quelle: Perform

3.) Bremens Mut wird nicht belohnt: Abstiegskampf trotz Powerfußball

Es war ein etwas ungewohntes Bild, das Werder Bremen am Freitagabend in Dortmund abgab. Der viermalige Deutsche Meister trat nicht wie eine Mannschaft mit fünf Niederlagen im Gepäck auf. Vielmehr legte die Truppe von Ole Werner wieder einmal erfrischenden Power-Fußball an den Tag - konnte sich für den eigenen Mut aber nicht belohnen.
"Es ist schwierig, das Ergebnis auszuklammern, weil es ein gutes Spiel war", fasste Werner nach der Niederlage im Signal Iduna Park zusammen. "Darum ist es auch bitter, dass wir uns nicht dafür belohnen. Wir haben über 90 Minuten sehr gut als gesamte Mannschaft verteidigt." Letztlich habe den Bremern das berühmte letzte Quäntchen Glück gefehlt.
Immer wieder war es Werder gelungen, im eigenen Ballbesitz für Ruhe zu sorgen und dank des blitzartigen Umschaltspiels die Räume hinter den Dortmunder Außenverteidigern auszunutzen. "Leider haben wir aber die Konter nicht so ausgespielt, wie man es hätte können. Dadurch haben wir es heute verpasst, einen Punkt oder sogar mehr mitzunehmen", führte Werner aus.
Bislang stärkte Werder seinem Trainer den Rücken, hielt an der Philosophie des 35-Jährigen fest. Aber wie lange wird das angesichts des drohenden Abstiegskampfes der Fall sein? Geht es nach Mittelfeldmotor Leonardo Bittencourt, befindet sich Grün-Weiß trotz der bislang mageren Ausbeute von sechs Punkte auf dem richtigen Weg.
"Wir wissen, was in uns steckt und dass wir ein gutes Spiel abliefern können. Am Ende waren es ein Weltklasse-Pass und ein schönes Tor, die die Kleinigkeiten ausmachen", ordnete Bittencourt die Niederlage ein.
"Wir wissen, welchem Weg wir folgen wollen. Daher müssen wir ruhig bleiben", forderte Bittencourt ein. Aufgrund des stattfindenden Umbruchs in der Mannschaft kommt laut dem 29-Jährigen die Unruhe "eher von außen. Wenn man keine Mannschaft ist, kann man am Freitagabend in Dortmund nicht so auftreten. Deswegen ist es umso bitterer, dass wir keinen Punkt mitnehmen."
Trotz der optimistischen Herangehensweise seitens Bittencourt dürfte der Wind an der Weser demnächst rauer werden. An den kommenden drei Spieltagen trifft Werder nämlich auf den 1. FC Union Berlin, den VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt. Mannschaften, die für den Powerfußball der Norddeutschen anfällig sein könnten - aber auch das Potenzial haben, den Verein vollends in den Abstiegskampf zu stürzen.
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#SotipptderBoss: Heidenheim fährt Heimsieg ein

Quelle: Eurosport

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