Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim auffielen: BVB oh je, oh je!

Borussia Dortmund kassierte am Sonntagabend die erste Pflichtspiel-Niederlage im neuen Jahr. Gegen die formschwache TSG 1899 Hoffenheim hieß es am Ende 2:3 aus Sicht der Schwarz-Gelben, die das Spiel zwischenzeitlich zu ihren Gunsten gedreht hatten. Während der Begegnung verfiel der BVB immer wieder in alte Muster – und schlug sich schließlich selbst. Drei Dinge, die auffielen.

Terzic nach Pleite genervt: "Wollten Schritt nach vorne machen"

Quelle: Perform

Verkehrte Welt im Dortmunder Signal Iduna Park.
Borussia Dortmund, in diesem Jahr noch ungeschlagen, kassierte ausgerechnet gegen die 2024 noch sieglose TSG Hoffenheim die erste Pflichtspiel-Niederlage seit Anfang Dezember. 2:3 hieß es aus Sicht der Schwarz-Gelben, die den frühen Rückstand durch Ihlas Bebou (2.) dank eines Doppelschlags von Donyell Malen (21.) und Nico Schlotterbeck (25.) drehten.
Nach dem Seitenwechsel verfiel der BVB in Lethargie und holte die Gäste zurück in die Partie. Maximilian Beier avancierte mit zwei Toren (61., 64.) binnen drei Minuten zum Mann des Spiels.
Weniger gut lief es hingegen für ein Dortmunder Defensiv-Duo.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) BVB oh je, oh je!

"Unerklärlich" war das geflügelte Wort im Anschluss an die Partie. Keiner der von "DAZN" interviewten BVB-Protagonisten hatte eine passende Antwort für das, was sich zuvor auf dem Rasen abgespielt hatte, parat.
Eigentlich hatten die Hausherren das 0:1 beeindruckend weggesteckt und Hoffenheim nach Belieben dominiert. Gerade in der Schlussphase des ersten Durchgangs wies nichts auf ein mögliches Comeback der Kraichgauer hin.
Dass es in der Folge dennoch anders als erwartet kam, hatte sich Dortmund vollumfänglich selbst zuzuschreiben. Nach einem Ballverlust tief in der gegnerischen Hälfte reichte Hoffenheim ein einziger Steckpass auf Beier, um Gefahr zu entfachen. Im Laufduell mit Can setzte sich der ehemalige Hannoveraner durch, Schlotterbeck fälschte Beiers Abschluss zu allem Überfluss noch ab.
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Niclas Füllkrug von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Ein Konter-Gegentor bei eigener Führung – das sorgt beim Trainer freilich für Ärger. Insbesondere dann, wenn er im Vorfeld eindringlich vor einem derartigen Szenario gewarnt hatte. "Wir haben zu häufig Konter zugelassen. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen", sagte Terzic bei "DAZN". Er ergänzte: "Wir haben den Gegner komplett eingeladen. Das war unsere eigene Schuld – und das ist frustrierend."
Frustrierend war auch das entscheidende 2:3, das – wie schon das 0:1 – aus einem Fehler im eigenen Aufbau resultierte. Julian Brandt kritisierte im Nachgang, dass ausschließlich aufs Spielerische gesetzt wurde, anstatt den Ball im Notfall mal hoch und weit zu schlagen. "Jeder ist gewillt, Fußball zu spielen. Keiner mag Langholz, aber manchmal darf man dieses Stilmittel auch mal benutzen", sagte der Mittelfeldmann.
Brandt schob nach: "Wir haben nicht immer die richtige Entscheidung getroffen." Tatsächlich erinnerte das unkonzentrierte Auftreten der Westfalen in Halbzeit zwei an den bisweilen kriselnden BVB aus der Hinrunde. Schlussmann Alexander Meyer fasste das Gesehene treffend zusammen: "So etwas darf nicht passieren."

2.) Kein Modell für die Zukunft

Schlotterbeck und Can verteidigten diesmal Seite an Seite in der Innenverteidigung. Wobei – als Seite an Seite durfte man einige Situationen mitnichten deklarieren. Zu häufig waren die Abstände nämlich deutlich zu groß.
Auch in puncto Abstimmung gaben die beiden kein gutes Bild ab. In der Entstehung des 0:1 spielte Can einen viel zu laschen Querpass auf seinen Kollegen, Schlotterbeck schien allerdings den heranstürmenden Bebou nicht wahrgenommen zu haben und ging dem Ball nicht entgegen.
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Emre Can von Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Bebou stibitzte das Spielgerät vom Fuß des deutschen Nationalspielers und behielt aus spitzem Winkel vor Meyer die Nerven. Obwohl Schlotterbeck sich mit seinem Tor etwas rehabilitierte, war der Abend ein gebrauchter. Beim bereits skizzierten 2:2 lenkte er die Kugel unglücklich ab – kein Vorwurf, aber es passte eben ins Bild.
Can hatte allerdings auch seine Aktien an ebenjenem Gegentor. Anstatt Beier zu attackieren, ließ der Dortmunder Kapitän den TSG-Angreifer andribbeln, nach innen ziehen, abschließen – komplett gewähren.
Dass Schlotterbeck und Can überhaupt das Duo im Abwehrzentrum bildeten, dürfte auch mit der Absenz von Niklas Süle zusammenhängen. Der frühere Münchner fehlte wegen Krankheit im Kader, der etatmäßige Schlotterbeck-Partner Mats Hummels bekam nach seinem Einsatz am vergangenen Dienstag in Eindhoven eine Pause verordnet und durfte erst mitmischen, als es schon zu spät war (79.).

3.) Beier sticht Füllkrug aus

Beier erzielte seine Saisontreffer neun und zehn und bewies eindrucksvoll, warum er längst in den Fokus von Bundestrainer Julian Nagelsmann gerückt ist.
Insgesamt 20 Ballaktionen reichten dem gebürtigen Brandenburger aus, um den Spielentscheider zu geben. Natürlich sei ihm der Sieg und nicht der Doppelpack am wichtigsten gewesen, gab Beier bei "DAZN" zu verstehen, dennoch fühle es sich toll an, einen entscheidenden Teil beigetragen zu haben.
"Wer nicht schießt, kann auch nicht treffen", scherzte er mit Blick auf sein Tor zum 2:2, das seiner Meinung nach auch ohne Schlotterbecks unfreiwilliger Mithilfe gefallen wäre.
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Maximilian Beier war on fire

Fotocredit: Getty Images

Getroffen hätte Niclas Füllkrug auch gerne. Allerdings lief das Spiel an dem Routinier von Anfang an vorbei. Füllkrug war kaum eingebunden, blieb bis zu seiner Auswechslung in der 75. Minute vollkommen blass.
Nur ein mikriger Schuss aufs Hoffenheimer Tor zählten die Statistiker, zudem brachte Füllkrug lediglich 64 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler. Das Duell potenzieller EM-Stürmer für den DFB entschied Beier an diesem Sonntag jedenfalls eindeutig für sich.
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