Drei Dinge, die bei Köln gegen den FC Bayern auffielen: Wer Harry Kane hat, braucht nicht wechseln

Der FC Bayern München siegt zum Auftakt des 12. Bundesliga-Spieltags dank Harry Kane 1:0 (1:0) beim 1. FC Köln. Die Befürchtungen von Thomas Tuchel nach der verkürzten Länderspielpause bewahrheiten sich nicht; dass der Bayern-Trainer gänzlich auf Wechsel verzichtet, überrascht dann aber doch. Für Thomas Müller und Serge Gnabry bedeutet das nichts Gutes. Drei Dinge, die uns auffielen.

Harry Kane (Mitte) feiert mit seinen Mitspielern vom FC Bayern München den 1:0-Sieg beim 1. FC Köln

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Auf dem tiefen Geläuf in Köln-Müngersdorf war Thomas Müller diesmal nur als Greenkeeper gefragt - der Bayern-Star, der nicht zum Einsatz kam, kümmerte sich in der Halbzeit um die Rasenpflege.
"Die Bedingungen waren extrem schwierig für uns, wir sind schon platt hier angekommen", sagte Leon Goretzka nach dem 1:0-Sieg bei "DAZN". Dennoch spielten die Bayern vor allem defensiv diszipliniert und siegten verdient. "Wir haben wenig zugelassen", freute sich der Nationalspieler.
Einziges Manko: die Chancenverwertung. Bayern hätte das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden können, vielleicht sogar müssen. So aber blieb es bis zum Ende spannend. So spannend, dass Trainer Thomas Tuchel sogar ganz auf Wechsel verzichtete - das gab es in der Bundesliga zuletzt im März 2021.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Schwere Zeiten für Müller und Gnabry

Jamal Musiala verletzt - das hieß in der Vergangenheit eigentlich immer Müller-Time auf der Zehn; in der Nationalmannschaft, aber vor allem beim FC Bayern. Im Herbst 2023 ist das nicht mehr so. Da sitzt Thomas Müller zumeist nur auf der Bank. Beim DFB-Team - vor allem aber beim FC Bayern.
Nachdem Müller beim 0:2 in Österreich zumindest eine Halbzeit als Aushilfsmittelstürmer spielen durfte, nahm er bei Bayern in Köln wieder draußen Platz. Trainer Thomas Tuchel gab diesmal Eric Maxim Choupo-Moting den Vorzug, weil dieser kopfballstark sei "und die Bälle gut festmachen" könne, wie Tuchel vor dem Spiel referierte. Außerdem habe der Deutsch-Kameruner in München "die ganze Woche gut trainiert", während Müller mit dem DFB-Team unterwegs war.
So war der 34 Jahre alte Choupo-Moting auch gleich an der Führung beteiligt. Der Angreifer ließ nach einem tollen Zuspiel von Leroy Sané mit einem Haken Luca Kilian ins Leere laufen. Seinen Schuss wehrte Jeff Chabot auf der Torlinie ab, doch Harry Kane stand goldrichtig (19.). Kurz darauf ließ Choupo-Moting abermals auf Zuspiel von Sané das 0:2 liegen (22.), FC-Keeper Marvin Schwäbe reagierte klasse.
Neben dem erneut extrem spielstarken Sané überzeugte bei Bayern auch Kingsley Coman. Tuchel ließ die beiden gegen Köln die Seite tauschen, über rechts wirbelte der Franzose den FC gehörig durcheinander und war ebenfalls an der Führung beteiligt - sein Pass auf Sané hebelte die Kölner Defensive aus.
Für Serge Gnabry, der nicht erst seit seinem Armbruch im Formtief steckt, bedeutet das wie für Müller viel Wartezeit auf der Bank. Der Außenspieler ist derzeit weder in der Nationalmannschaft noch beim FC Bayern erste Wahl und wird mittelfristig einige gute Auftritte als Joker benötigen, um sich wieder für mehr Einsatzzeit zu empfehlen.
In Köln schmorten Müller und Gnabry trotz des tiefen Geläufs übrigens 90 Minuten auf der Bank - Tuchel wechselte überhaupt nicht, als erster Coach in der Bundesliga seit zweieinhalb Jahren und als erster Bayern-Trainer seit Louis van Gaal 2010 (!). Auch ein Statement.
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Harry Kane (r.) mit Serge Gnabry - FC Bayern

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2.) Wohl dem, der einen Kane hat

Während sich vor allem Leroy Sané im Auslassen bester Chancen selbst überbot, war auf einen wieder Verlass: Harry Kane.
Der Engländer staubte in der 20. Minute nach Chabots Rettungstat auf der Linie humorlos zum 1:0 ab. "Das war eines der einfacheren Tore in meiner Karriere", sagte er. Er nahm es dennoch dankbar an.
Für den 30-Jährigen war es bereits der 18. Saisontreffer in der Bundesliga. Kane liegt damit nach zwölf Spieltagen nicht nur weiter auf Rekordkurs, sondern hat bereits die englische Bundesliga-Bestmarke von Jadon Sancho (BVB) aus der Saison 2019/20 übertroffen.
Ein gewisser Robert Lewandowski erzielte in seiner Debüt-Saison bei Bayern (2014/15) übrigens auch "nur" 17 Bundesliga-Tore. Und der FC steht nach zwölf Spieltagen bei exakt der Hälfte der Kane-Treffer - neun.
Der Engländer hat es in der Liga überhaupt nur am 3. (2:1 in Gladbach) und 7. Spieltag (3:0 gegen Freiburg) nicht klingeln lassen. Sein Abstauber in Köln war wettbewerbsübergreifend sein fünftes 1:0 und insgesamt das sechste siegbringende Tor für die Bayern. In sieben Pflichtspielen in Folge zu treffen war ihm zuvor auch nicht für Tottenham Hotspur gelungen.
Der Engländer sticht bei den Münchnern mittlerweile aber nicht nur als Goalgetter hervor. So haben seine Mitspieler mittlerweile besser erkannt, wenn Kane sich absichtlich ins Mittelfeld fallen lässt und besetzen selbst die Sturmspitze. In der ersten Halbzeit spielte Kane so aus Linksverteidigerposition Sané in der Spitze an, der völlig freistehend allerdings am starken FC-Keeper Schwäbe scheiterte (7.).
"Das war ein gutes Spiel, fantastisch - trotz des knappen Ergebnisses", freute sich Kane nach der Partie bei "DAZN" dennoch: "Wir hätten noch zwei, drei Tore mehr erzielen können, aber wir haben auch fast keine Chance zugelassen. Das war der Verdienst der ganzen Mannschaft."
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Harry Kane jubelt über sein Siegtor - 1. FC Köln vs. FC Bayern München

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3.) Bayern braucht dringend Winter-Transfers

Die gute Nachricht für alle Bayern-Fans: Auch gegen den 1. FC Köln konnte Thomas Tuchel irgendwie vier Spieler finden, die eine Viererabwehrkette bilden konnten.
Neben Matthijs de Ligt (Teilriss des Innenbandes) waren diesmal jedoch Raphael Guerreiro und Alphonso Davies unpässlich; der Portugiese hatte im Training am Mittwoch "seinen Muskel gespürt", wie Tuchel es ausdrückte, Davies war nach der Länderspielreise platt, der Kanadier hatte erst in der Nacht zum Mittwoch im Viertelfinale der Concacaf Nations League gegen Jamaika (2:3) 90 Minuten auf dem Platz gestanden.
Und so wählte Tuchel Noussair Mazraoui als Aushilfslinksverteidiger, während Mittelfeldmann Konrad Laimer rechts auf der eigentlich angestammten Seite des Marokkaners auflief.
Natürlich ging auch das Gastspiel in Köln verletzungstechnisch nicht ganz glatt. So zuckte die Bayern-Bank in der ersten Halbzeit zweimal merklich zusammen: Zunächst war Min-Jae Kim unglücklich aus großer Höhe auf die Hüfte gefallen (14.), vor dem Halbzeitpfiff brauchte auch Dayot Upamecano nach einem Zusammenstoß mit Jan Thielmann medizinische Betreuung am Kopf (44.) - beide konnten zu Tuchels Erleichterung aber durchspielen.
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Min-Jae Kim am Boden - 1. FC Köln vs. FC Bayern München

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Sechs Spiele sind es noch bis zur Winterpause, dann öffnet das Transferfenster wieder. Längst ist bekannt, dass die Bayern in der Abwehr und auf der Sechs nachlegen wollen, eigentlich sogar müssen. Zwischen den Zeilen verriet das auch Sportdirektor Christoph Freund in Köln.
Die Winter-Transferperiode sei zwar "nie so einfach", sagte der Österreicher: "Aber wir sind hinten nominell nicht groß aufgestellt, dann gibt's auch noch den Afrika- und den Asien-Cup. Drum gibt es noch einiges zu tun in den nächsten Wochen."
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#SotipptderBoss: Jagd auf Leverkusen geht weiter

Quelle: Eurosport

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