Drei Dinge, die bei VfL Bochum - FC Bayern auffielen: Münchner Bankrotterklärung im Ruhrgebiet

Der FC Bayern unterlag dem VfL Bochum am Sonntagabend 2:3 und ließ Tabellenführer Bayer Leverkusen auf acht Punkte enteilen. Bei der dritten Pflichtspielniederlage in Serie präsentierten sich die Münchner zwar etwas spielstärker, körpersprachlich grenzte der Auftritt aber - auch neben dem Rasen - an eine Bankrotterklärung. Zwei Stars stehen sinnbildlich für die Krise. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Drei Gegentore, dritte Pflichtspielniederlage binnen weniger Tage - beim FC Bayern brennt nach dem 2:3 beim VfL Bochum der metaphorische Baum.
Zunächst mit reichlich Enthusiasmus und einem wirbelwindigen Jamal Musiala ausgestattet, holten sich die Münchner dank des Top-Talents die Führung (14.).
Eine Tennisball-Unterbrechung später ging es jedoch dahin mit der Herrlichkeit: Takuma Asano (38.) und Keven Schlotterbeck (44.) drehten die Partie zugunsten der leidenschaftlichen Hausherren.
Im zweiten Durchgang mussten die FCB-Fans lange auf eine Reaktion warten, erst eine Gelb-Rote Karte für Dayot Upamecano (77.) und das 1:3 durch Kevin Stöger (78.) lösten eine Art Aufbäumen beim deutschen Rekordmeister aus. Letztlich traf aber nur noch Harry Kane zum 2:3 (87.).
Auch im Anschluss gaben die Protagonisten kein sonderlich gutes Bild ab.
Drei Dinge, die bei VfL Bochum - FC Bayern auffielen.

1.) Bayrische Bankrotterklärung

Ja, der Auftritt der Bayern war aus sportlicher Sicht besser als unter der Woche in Rom (0:1) und am Samstag vergangener Woche in Leverkusen (0:3). Dass die Münchner sich im Ruhrstadion endlich mal wieder Torchancen erspielten, täuschte aber nicht darüber hinweg, wie alarmierend die Lage beim Dauer-Dominator aus dem Süden aktuell ist.
Besonders in der Defensive gaben die Gäste ein erschreckendes Bild ab, luden einen Gegner, der in diesem Kalenderjahr noch nie mehr als ein Tor pro Spiel erzielt hatte, zum munteren Toreschießen ein. Die Mängelliste war dabei lang: In der Hintermannschaft fiel vor allem das ausbaufähige Stellungsspiel bei Bochumer Kontern und Standardsituationen ins Gewicht, vorne wurden die bereits angesprochenen Möglichkeiten teils kläglich vergeben.
In puncto Körpersprache war der Trip in den Pott darüber hinaus nicht "bayernlike", um eine geflügelte Uli-Hoeneß-Vokabel zu bemühen. Joshua Kimmich, nach schwacher Vorstellung schon nach 63 Minuten ausgewechselt, legte sich beispielsweise unter aller Augen mit Co-Trainer Zsolt Löw an.
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FC Bayern: Schlechte Laune bei Joshua Kimmich (vorne)

Fotocredit: Imago

"Er gibt immer alles und will gewinnen. Dass er in dem Moment einfach sauer war, ist nachvollziehbar", spielte Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen den Vorfall herunter. Trainer Thomas Tuchel erklärte: "Ich weiß, was los war, aber das ist nichts für die Öffentlichkeit." Es sei ein "ziemlich normaler Vorfall nach einer Niederlage".
Mit Normalität hat die Bayern-Situation aktuell aber nichts zu tun. Tuchel selbst flüchtete sich bei "DAZN" einmal mehr in eine Trotzhaltung, sprach gleich in seiner ersten Antwort von spielerischer Dominanz, bemühte den xG-Wert (erwartete Tore) von 3,4 und berief sich auf Murphys Gesetz ("Alles, was schiefgehen kann, geht schief.").
Leon Goretzkas "DAZN"-Interview ließ ebenfalls tief blicken. "Es fühlt sich im Moment an wie ein Horrorfilm, der nicht aufhört", sagte der gebürtige Bochumer: "Wir können uns jetzt natürlich wieder hinstellen und sagen, dass wir gut ins Spiel gekommen sind. Aber da kommt man sich ja mittlerweile auch bescheuert vor."
Goretzka weiter: "Es hilft nicht, wenn du drei Spiele in Folge verlierst. Ich kann nur für mich sagen, dass ich mich da nicht von beeinflussen lassen will. Aber im Moment müssen wir alles hinterfragen." Ob es trotzdem noch was mit der Meisterschaft werden kann? "Es fällt schwer, das mit Ja zu beantworten."

2.) Zwei Münchner Pechvögel

Um noch einmal auf Murphys Gesetz einzugehen - bei zwei Bayern-Stars läuft dieser Tage tatsächlich alles schief, was schieflaufen kann: Kane und Upamecano.
Upamecano, gegen Lazio schon mit glatt Rot vom Platz gestellt, handelte sich in Bochum einen weiteren Platzverweis ein. Dabei war der Franzose laut Tuchel eigentlich nur für einen Kurzeinsatz vorgesehen. Weil sich mit Noussair Mazraoui aber der einzige verbliebene Rechtsverteidiger im Kader früh verletzte, musste Upamecano früher als geplant ran (32.).
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Quelle: SID

"Für Upa waren nur 30 Minuten angesetzt. Er war die letzte Option als Rechtsverteidiger und hat sich das Leben leider selbst schwer gemacht mit der Gelben Karte", sagte Tuchel im Nachgang. Tatsächlich hatte sich der gelernte Innenverteidiger nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung die erste Verwarnung eingehandelt, nach einem unabsichtlichen Ellenbogenschlag gegen Schlotterbeck im eigenen Strafraum sah er die Ampelkarte.
Niedergeschlagen schlich Upamecano vom Feld. Dabei war er bis dato in ungewohnter Rolle einer der wenigen Lichtblicke gewesen.
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Harry Kane (FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

Auch Kane steht derzeit sinnbildlich für die Krise. Zwar steuerte der Engländer seinen 25. Saisontreffer bei, dass es sich bei diesem aber lediglich um Makulatur handelte, lag nicht zuletzt an der schwachen Chancenauswertung des sonst so verlässlichen Knipsers.
Beim Stand von 1:0 aus Bayern-Sicht lief Kane alleine auf VfL-Schlussmann Manuel Riemann zu - und drosch die Kugel völlig untypisch auf den Oberrang. Schon in Leverkusen und Rom war Kane vollkommen blass geblieben. Der erste Mini-Knick während seiner Zeit in München.

3.) Ein Teufelskerl im VfL-Tor

Der VfL Bochum und der FC Bayern sind freundschaftlich verbunden. Wer auf Geschenke gehofft hatte, sah sich allerdings schnell eines Besseren belehrt.
Bochum verteidigte insgesamt passioniert wie immer und konnte sich diesmal auf einen herausragenden Rückhalt verlassen. Satte sieben Paraden standen nach 90 Minuten für den Keeper zu Buche.
Ganz besonders wuchs Manuel Riemann in der 86. Minute über sich hinaus, als er einen Schuss von Leroy Sané aus kürzester Distanz mit einem Blitzreflex noch um den Pfosten drehte.
"Manu hat es super gemacht", lobte Trainer Thomas Letsch: "Gerade in der Phase, in der Bayern noch einmal aufkam, hat er zwei Big Saves gemacht."
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Quelle: Perform

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