Drei Dinge, die bei VfL Wolfsburg - FC Bayern auffielen: Schmale Bank - Thomas Tuchel sind die Hände gebunden

Der FC Bayern München gewinnt das letzte Spiel im Jahr 2023 beim VfL Wolfsburg 2:1, weil Thomas Müller die Treffer von Jamal Musiala und Harry Kane vorbereitet. Dennoch muss Thomas Tuchel bis zum Abpfiff um den Sieg zittern. Mehrere Spieler, allen voran Raphael Guerreiro, spielen angeschlagen. Doch die Wechseloptionen sind nunmal rar. Drei Dinge, die im Bayern-Duell mit den Wölfen auffielen.

"Schlampiges Tor": Kane hadert mit Bayern-Auftritt

Quelle: Perform

Der FC Bayern München verabschiedete sich mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause, musste aber beim 2:1 (2:1) gegen den VfL Wolfsburg bis zum Schlusspfiff um die drei Punkte zittern.
Die Gäste dominierten zunächst das Spiel und ließen einige Chancen ungenutzt, ehe Jamal Musiala in seinem 100. Bundesligaspiel per Kopf zum 1:0 (33.) traf. Thomas Müller hatte den Treffer mit einer punktgenauen Flanke vorbereitet. Auch beim 2:0 durch Harry Kane (43.) lieferte Müller den Assist, sodass der Engländer aus der Distanz in die obere rechte Ecke traf.
Die Wölfe hatten noch vor der Halbzeit die richtige Antwort parat. Maximilian Arnold gelang ebenfalls ein Treffer aus größerer Entfernung zum 1:2 (45+1). Torwart Manuel Neuer streckte sich zwar, kam aber nicht ganz an den Ball heran.
In der 2. Hälfte setzte der VfL den FC Bayern mit einem hohen Pressing permanent unter Druck und forcierte dadurch viele Ballverluste. Die Gastgeber konnten die daraus resultierenden Chancen jedoch nicht zum Ausgleich nutzen.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Effektiver Müller unterstreicht seinen Wert

Thomas Müller strotzte vor Spielfreude. Ein Tag, nachdem seine Vertragsverlängerung bekanntgegeben wurde, stand der 34-Jährige zum zweiten Mal in Folge in der Startelf.
Insgesamt war es erst das sechste Mal in der laufenden Bundesliga-Saison, dass er von Anfang an mitmischen durfte. Dabei zeigte er sofort, wie wichtig er für die Mannschaft noch immer sein kann. "Thomas hat ein gutes Spiel gemacht und zwei Vorlagen gegeben. Er war mitentscheidend, dass wir gewonnen haben", sagte Sportdirektor Christoph Freund.
Müller kämpfte sich vorbildlich in die Partie hinein. Zunächst fehlte ihm noch das Spielglück, sodass er eine Traum-Vorlage von Kane nicht verwerten konnte. In der 27. Minute ließ er sogar eine Doppelchance im Fünfmeterraum ungenutzt.
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Thomas Müller legte in Wolfsburg zwei Buden auf

Fotocredit: Getty Images

Davon ließ er sich allerdings nicht beirren und bereitete zwei Treffer vor. Seine perfekt geschossene Flanke nutzte Jamal Musiala per Kopf zum 1:0. Auch bei dem Traumtor von Kane fungierte Müller als Vorlagengeber.
Beeindruckend: Zwei seiner drei Torschussvorlagen führten zu einem Treffer. Effektiver kann ein Spieler kaum sein. Zumal er mit 33 Ballkontakten die wenigsten Spielanteile seiner Mannschaft hatte (Kane hatte 37 Ballkontakte.).
Trainer Thomas Tuchel lobte Müller auf Nachfrage von Eurosport: "Thomas hat wieder ein starkes Spiel gemacht, wie auch schon gegen Stuttgart. Er war wieder einmal an den Toren beteiligt. Das fasst das eigentlich zusammen."

2.) Tuchel sind die Hände gebunden

Tuchel ließ seine Startelf nach dem 3:0-Triumph gegen den VfB Stuttgart unverändert.
Viele andere Optionen hätte es ohnehin nicht gegeben. Aufgrund zahlreicher Ausfälle, unter anderem von den beiden defensiven Mittelfeldspielern Joshua Kimmich und Leon Goretzka, reiste der FC Bayern mit einem schmalen Kader nach Wolfsburg. Die Ersatzbank war lediglich mit sechs Spielern bestrückt - drei weniger als der Gegner VfL Wolfsburg.
Die logische Folge: Tuchel konnte personell kaum reagieren, als der VfL in der zweiten Hälfte dominanter wurde. Er nahm innerhalb der regulären Spielzeit lediglich eine Auswechslung vor, indem er den wieder genesenen Innenverteidiger Matthijs de Ligt in der 63. Minute anstelle von Müller in die Partie brachte.
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Thomas Tuchel (l.) und Dayot Upamecano

Fotocredit: Getty Images

Von diesem Zeitpunkt an ließ er mit drei Innenverteidigern in einer Dreier- bzw. Fünferkette agieren. "Wir haben in einem kompletteren Block verteidigt, dadurch hatten wir wieder mehr Balleroberungen und haben es für Wolfsburg schwieriger gemacht", erklärte Tuchel.
Ansonsten allerdings fanden (sieht man einmal von der Nachspielzeit ab) aufgrund mangelnder Alternativen keine Auswechslungen statt, obwohl gerade im defensiven Mittelfeld Bedarf bestanden hätte
Der 19-jährige Aleksandar Pavlovic kassierte früh die Gelbe Karte und musste sich daher in Zweikämpfen etwas zurückhalten. Und Raphaël Guerreiro, der einen sehr wechselhaften Auftritt hatte und sich beim Gegentreffer zum 1:2 verschätzte, hätte unter normalen Umständen krankheitsbedingt gar nicht auf dem Platz stehen dürfen.
"Guerreiro hat gestern gar nicht geschlafen. Wir dachten heute Morgen noch, dass wir ihn gar nicht mitnehmen können. Und dann spielt er hier die 90 Minuten durch“, sagte Tuchel hochachtungsvoll.
"Das hat man uns angemerkt. Ein paar Spieler waren vor ein paar Tagen noch im Krankenhaus, so wie Upamecano. Daher hat es so ausgesehen wie es eben ausgesehen hat. Aber es war eine tolle Mannschaftsleistung und wir haben dann körperlich alles gegeben, um uns den Sieg letztendlich zu verdienen."

3.) Wölfe fassen zu spät Mut

Spieler und Trainer des VfL Wolfsburg war bewusst, dass sie eine große Chance vertan haben.
"Gegen Bayern braucht man immer Mut. Aber wir haben erst in der zweiten Halbzeit mitgespielt", bedauerte Maximilian Arnold, dem der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang.
Trainer Niko Kovac ärgerte sich ebenfalls, dem FC Bayern nicht bereits in der erste Hälfte höher attackiert und vor Probleme gestellt zu haben: "Ich verstehe nicht ganz, warum wir abgewartet haben. Wir wollten sie – so wie wir es in der 2. Halbzeit getan haben - unter Druck setzen, nach vorne verteidigen, aber trotzdem kompakt stehen. Aber wir haben in der ersten Halbzeit keinen richtigen Zweikampf geführt."
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Der VfL Wolfsburg verlor knapp gegen Bayern

Fotocredit: Getty Images

Eineinhalb Wochen zuvor hatte Eintracht Frankfurt noch bewiesen, wie es funktioniert: Sie setzten den FC Bayern von der ersten Minute an permanent unter Druck, ließen die Münchner überhaupt nicht ins Spiel kommen und wurden mit einem historischen 5:1 belohnt.
Gegen Wolfsburg hingegen musste der FC Bayern lediglich die Drangphase zu Beginn der zweiten Halbzeit überstehen. Tuchel ist froh, dass seine Mannschaft mittlerweile dazu in der Lage ist.
Als er nach dem Spiel gefragt wurde, welche Fortschritte seine Mannschaft in den vergangenen Monaten gemacht habe, antwortete er: "Unsere Widerstandsfähigkeit hat sich deutlich erhöht - unsere Widerstandsfähigkeit, auch mal schlechte Phasen durchzustehen. Das war auch heute wieder so."
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Tuchel: Afrika-Cup-Terminierung "immer extrem unglücklich"

Quelle: Perform

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