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Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen Bayer Leverkusen auffielen: Davies' Übermut bei Elfmeterszene schockt den FCB
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Publiziert 16/09/2023 um 01:48 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern muss sich einen Tag vor dem Wiesn-Auftakt gegen Bayer Leverkusen mit einem 2:2 (1:1) begnügen. Nach einem späten Treffer von Exequiel Palacios vom Punkt lassen die Münchner im Spitzenspiel zum ersten Mal in dieser Saison Punkte. Auch weil mit Lukas Hradecky ein Leverkusener Unglücksrabe vergangener Jahre seinen Albtraum in der Allianz Arena beendete. Drei Dinge, die auffielen.
Tuchel: "Zwei sehr fragwürdige Entscheidungen gegen uns"
Quelle: Perform
Nach 90 Minuten feierten in der Allianz Arena nur die Gäste. Durch den späten Elfmetertreffer von Exequiel Palacios (90.+4) entführte Bayer Leverkusen beim 2:2 (1:1) einen Punkt vom FC Bayern München.
Während Xabi Alonso und Co. sich über ein packendes Spitzenspiel an der Isar freuten, fokussierten sich die Münchner auf den Elfmeterpfiff durch Schiedsrichter Daniel Schlager in der Nachspielzeit.
Dabei hatten die Bayern selbst in der Anfangsphase schon die Chance, die Weichen eindeutig auf Sieg zu stellen. Doch insbesondere ein finnischer Hexer, für den Besuche in München zuletzt eher einem Albtraum glichen, trieb Harry Kane und Co. ein ums andere Mal zur Verzweiflung.
Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen Bayer Leverkusen auffielen:
1. Grimaldos Geniestreich bricht Bayerns Rhythmus
Mit dem Selbstvertrauen von neun Punkten aus den ersten drei Spielen reiste die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso zur Reifeprüfung an die Isar.
Umso mehr wollten die Bayern einen Tag vor dem Wiesn-Auftakt von Beginn an zeigen, wer in München die (Leder-)Hosen anhat. Mit einem herausragenden Pressing erdrückte die Mannschaft von Thomas Tuchel die Gäste nahezu. Nach einer Viertelstunde standen 70 Prozent Ballbesitz zu Buche. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Münchner schon deutlich höher führen können als nur 1:0 durch den Kopfballtreffer von Kane (7.).
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Grimaldo trifft überragend
Fotocredit: Imago
"Wir können da schon den Sack zumachen und eine Vorentscheidung erzwingen", sagte Trainer Tuchel nach dem Spiel bei "DAZN". Leverkusen wirkte ängstlich und überwältigt von der Urgewalt, die der Rekordmeister auf den Platz brachte.
Doch nach 24 Minuten stellte Leverkusens Linksverteidiger Alejandro Grimaldo aus dem Nichts den Spielverlauf auf den Kopf. Aus 20 Metern feuerte er einen Freistoß mit der Innenseite über die Mauer ins rechte Kreuzeck. Ein Geniestreich, der nicht von ungefähr kam: Seit Beginn der Vorsaison erzielte er drei direkte Freistoßtore - nur James Tavernier von den Glasgow Rangers traf im selben Zeitraum in Europas Top-10-Ligen öfter (fünfmal).
Mit seinem Kracher zog der Spanier dem Bayern-Feuerwerk vollkommen den Zahn. Konrad Laimer musste konstatieren, dass den Münchnern in der Folge "der Zugriff fehlte". Symptomatisch: Kurz vor dem Seitenwechsel versuchte Thomas Müller, die Leverkusener Defensive im Spielaufbau unter Druck zu setzen, erhielt aber keine Unterstützung und wurde ohne Probleme überspielt. Frustriert gestikulierte der 34-Jährige in Richtung seiner Mannschaft.
"Wir hatten 20 schlechte Minuten ohne ersichtlichen Grund", ärgerte sich Tuchel.
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Alonso kritisiert Anfangsphase: "Waren noch im Hotel"
Quelle: Perform
Der Tabellenführer fand dagegen zunehmend besser ins Spiel und erarbeitete sich gerade durch Mittelstürmer Victor Boniface einige Chancen. Im zweiten Durchgang entwickelte sich Duell auf Augenhöhe, bisweilen gar mit leichten Vorteilen für die Gäste: Bayer hatte nach dem Seitenwechsel mehr Ballbesitz und mehr Tormöglichkeiten als die Münchner.
Den Bayern fehlte hingegen Kreativität in der Spielauslösung, deutlich weniger Pässe fanden im offensiven Drittel den Mann. Gerade nach der Auswechslung von Joshua Kimmich (61.) fehlte den Münchnern Zugriff. "Mal hatten wir Kontrolle, mal gar keine Kontrolle. Mal standen wir kompakt, mal weniger kompakt", musste Tuchel konstatieren.
Ganz anders das Fazit auf der Gegenseite: "Wir hatten eine gute Kontrolle. Es ging nicht zu sehr hin und her, es spielte sich eher im Mittelfeld ab", lobte Bayer-Coach Xabi Alonso: "Das wollten wir."
Ein Zeichen der Reife, wie auch TV-Experte Michael Ballack lobend feststellte. Auch durch den vermeintlichen und späten Lucky Punch von Leon Goretzka (86.) ließen sich die Leverkusener nicht aus der Ruhe bringen und schockten die Münchner ein weiteres Mal. "Dass wir hier zwei Mal zurückkommen, verdient Respekt", meinte Stratege Granit Xhaka.
Leverkusen hat die erste Reifeprüfung bestanden.
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Boniface: "Hatten so viele Chancen, um das Spiel zu gewinnen"
Quelle: Perform
2. VAR? Davies' Übermut crasht Bayerns Party
Die Wiesn-Party auf den Rängen lief schon an, da zeigte Schiedsrichter Schlager doch noch auf den Punkt. Ein kurzer Blick auf den Monitor reichte dem 33-Jährigen, um im Einsteigen von Alphonso Davies gegen Jonas Hofmann ein eindeutiges Vergehen zu erkennen. "Es war ein Foul", bestätigte Ballack den Eindruck des Unparteiischen nach Abpfiff.
Weltmeister Palacios verwandelte den Strafstoß in der vierten Minute der Nachspielzeit und setzte der Bayern-Party am Freitagabend ein jähes Ende.
Einverstanden waren mit dem Pfiff Schlagers aber beileibe nicht alle. "Das ist schon sehr soft", schimpfte Müller nach der Punkteteilung bei "DAZN". Offenbar hatte er sich schon mit Tuchel ausgetauscht, denn auch der Bayern-Coach bezeichnete den Elfmeter als "super soft".
Gerade für die "94. Minute in einem Topspiel" sei das "zu wenig", bemängelte Tuchel. Doch auch der 50-Jährige musste eingestehen, dass Davies sich in dem Duell unnötigerweise ungestüm verhalten hatte. Obwohl sich Leverkusens Hofmann mit dem Rücken zum Tor in Richtung Außenlinie und damit aus dem Sechzehner herausbewegte, rumpelte der Kanadier dem deutschen Nationalspieler von hinten in die Beine.
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Schiedsrichter Daniel Schlager beim Spiel FC Bayern gegen Bayer Leverkusen
Fotocredit: Getty Images
Ein eindeutiger Kontakt, den auch Tuchel nicht wegdiskutieren konnte. "Klar ist das viel zu gierig von Phonzie, zu versuchen, durch die Beine an den Ball zu kommen", erkannte Tuchel an. Auch Müller musste in der Mixed Zone eingestehen, dass das Verhalten des 22-Jährigen "ein bisschen ungestüm" war.
"Wenn wir den bekommen hätten, hätte ich mich nicht beschwert", musste Müller eingestehen, wünschte sich dennoch aber, dass derlei Situationen in Zukunft nicht zu einem Elfmeter führen. Denn: "Aus einer nichtigen Situation gibt es dann eine 100-prozentige Tormöglichkeit."
Die Verantwortung dafür sollte er aber eher bei Davies suchen.
3. Bayern verzweifeln am finnischen Hexer
Kane schlug die Hände über dem Kopf zusammen, biss in sein Wiesn-Trikot und lehnte sich fassungslos ins Netz. Die Bayern-Fans hatten schon zum Jubelschrei angesetzt, doch einmal mehr ließ Lukas Hradecky die Allianz Arena verstummen.
Der finnische Hexer fuhr seinen Fuß aus und lenkte den Abschluss des Rekordstürmers mit der rechten Ferse um den Pfosten (57.). Nicht nur ein Mal trieb Hradecky die Bayern-Offensivabteilung am Freitagabend unter Flutlicht zur Verzweiflung: Sieben Paraden zeigte der 33-Jährige, der mit der Münchner Arena eigentlich keine positiven Erinnerungen verbindet.
Im vergangenen Jahr kassierte er vier Gegentreffer an der Isar. Beim letzten Tor rutschte er im Spielaufbau aus und servierte Müller den Ball auf dem Silbertablett - ein so dicker Bock, dass sich der deutsche Nationalspieler danach sogar mit einer kurzen Geste für seinen Treffer entschuldigte.
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Kane: "Gibt eine Menge zu verbessern"
Quelle: Perform
Doch Hradecky tat in München alles dafür, seinen Albtraum-Abend aus dem Vorjahr vergessen zu machen. Ausgerechnet gegen den Kopfball von Müller rettete er erstmals mit einer tollen Flugeinlage (35.). Kurz darauf lenkte er Leroy Sanés Distanzschuss um den Pfosten (44.), mit dem Pausenpfiff wehrte er auch gegen Serge Gnabry im Eins-gegen-eins herausragend ab (45.).
"Es ist schön, dass ich so ein Spiel zeigen konnte und der Mannschaft geholfen habe", freute sich Hradecky nach dem Top-Duell. Auch bei den zahlreichen Flanken, die in den Strafraum der Werkself flogen, machte der Finne einen sicheren Eindruck. "Er ist ein klasse Keeper", lobte Ballack: "Wenn Du Meister werden oder in die Champions Legaue kommen willst, brauchst du einen Top-Torwart."
Den hat die Werkself in Hradecky. Sein Trauma an der Isar dürfte der Finne überwunden haben.
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