FC Bayern München: Leon Goretzka gibt den Hans Dampf in allen Gassen - ist das Holding-Six-Problem gelöst?

Leon Goretzka ist beim FC Bayern auf dem besten Weg, zum Platzhirsch zu werden. Der Nationalspieler übernimmt immer mehr Verantwortung und scheint an seiner neu errungenen Führungsrolle zu wachsen. Ob als Notnagel in der Verteidigung oder als nomineller Sechser: Der 28-Jährige liefert ab. Seine Entwicklung könnte auch Auswirkungen auf die unendlich anmutende Sechser-Suche haben.

Goretzka schwärmt nach Sieg: "Schönstes Auswärtsspiel"

Quelle: Perform

Noch vor wenigen Monaten stand Leon Goretzka mit einem Bein auf dem Abstellgleis. In der Nationalelf aussortiert, in den Plänen von Bayern-Trainer Thomas Tuchel nur noch eine B-Option.
So stand der Nationalspieler in der Vorbereitungsphase in nur einem von fünf Testspielen in der Startelf, wurde zwischenzeitlich von Neuzugang Konrad Laimer auf die Bank verdrängt.
Da sei noch "Luft nach oben", monierte Tuchel damals - und sprach dem 28-Jährigen im nächsten Satz indirekt die Führungskraft ab: "Leon hatte eine unbefriedigende letzte Phase der Saison. Von seinem Status, von seinem Vertrag, von seinem Alter her ist er jemand, von dem wir viel erwarten. Dass er Verantwortung trägt, dass er die Mannschaft trägt."
Vier Monate später sieht die Welt von Goretzka gänzlich anders aus, denn auch der Ton ist ein ganz anderer geworden, wenn es um den Mittelfeldspieler geht: "Leon ist ein absoluter Topspieler, was er bereits über viele Jahre hinweg auf höchstem Niveau konstant unter Beweis gestellt hat", stellte Sportdirektor Christoph Freund der bayrischen Nummer Acht jüngst ein Sonderlob aus.
Die Anerkennung ist plötzlich wieder riesengroß, was zum einen mit dem sportlichen Wert zusammenhängt, den Freund unterstrich: "Er ist ein Box-to-box-Spieler, sehr laufstark, technisch versiert, der mit seiner Geschwindigkeit für Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgt und dabei auch selbst immer wieder den Torabschluss sucht."
Doch Goretzka liefert nicht mehr nur sportlichen Mehrwert.

Goretzka an allen Ecken und Enden zu gebrauchen

Was den Bayern-Star zudem auszeichnet, sind Kampfgeist, Wille und Einsatzbereitschaft. So läuft Goretzka immer dort auf, wo er gerade gebraucht wird. Als Tuchel im DFB-Pokal Ende September mit Matthijs de Ligt, Dayout Upamecano und Min-jae Kim gleich drei (!) Innenverteidiger ersetzen musste, half kurzerhand Goretzka aus.
Auch als Upamecano Anfang November nach 72 Minuten vom Platz musste, rückte wieder der gebürtige Bochumer nach hinten. "Es läuft im Moment gut und am Ende spielt man da, wo man gebraucht wird, so handhabe ich das", erklärte er selbstlos.
Er ist "universell einsetzbar" bestätigte Sportdirektor Freund die Multifunktionalität des Bayern-Profis, der auch bei den desaströsen DFB-Auftritten gegen die Türkei und Österreich einer der wenigen Lichtblick war und die von diversen Experten geforderten "deutschen Tugenden" in die Tat umsetzte.
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Trumpft trotz seiner Schiene auf: Leon Goretzka

Fotocredit: Getty Images

All dies leistete Goretzka, obwohl er nicht zu 100 Prozent fit war. Nach seinem Handbruch Ende Oktober mit unmittelbar folgender Operation lief der Mittelfeldspieler schon in der darauffolgenden Woche wieder im Topspiel gegen den BVB auf - auch, weil Joshua Kimmich rotgesperrt fehlte.
Dabei ist das Spielen mit der Schiene kein Selbstläufer. Serge Gnabry, der ebenfalls wegen eines Unterarmbruchs seit Ende September mit Schiene spielen muss, kommt mit der Verletzung weniger gut klar: "Es ist nicht einfach, mit der Schiene zu spielen", erklärte Tuchel unlängst und führte Gnabrys schwache Leistungen auf diesen Fakt zurück.

FC Bayern: Transfersuche obsolet?

Mittlerweile erscheint aufgrund der enormen Entwicklung von Goretzka auch die unsägliche Saga um die sogenannte "Holding Six" weniger akut. Denn: Der vor einigen Monaten noch angezählte Mittelfeldspieler ist wieder fest etabliert: "Er hat das angenommen und sich durchgebissen", sich "nie hängen lassen" und immer "in den Dienst der Mannschaft gestellt", lobte Tuchel seinen Schützling vor der Partie in Köln.
Der lange gehegte Wunsch von Tuchel nach einem neuen, rein defensiv orientierten Sechser, ist zwar noch nicht vom Tisch, der Rekordmeister ist in der kommenden Wintertransferperiode aber nicht mehr so unter Zugzwang.
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Müller-Debatte beim FC Bayern: Tuchel wird deutlich

Quelle: Perform

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