Drei Dinge, die beim Bayern-Sieg gegen SV Darmstadt 98 auffielen: Jamal Musiala begeistert sogar den Gegner

Der FC Bayern München gewann spektakulär mit 5:2 beim SV Darmstadt 98, weil Jamal Musiala einfach nicht zu stoppen war und mit zwei Toren sowie einer Vorlage glänzte. Leroy Sané hingegen kämpft gegen seine Formkrise an und verzichtete in der Halbzeit darauf, sich auszuruhen. Dass die Bayern in Rückstand gerieten, konnte Trainer Thomas Tuchel nicht beunruhigen. Drei Dinge, die uns auffielen.

Lilien-Coach Lieberknecht: EM-Titel mit Musiala möglich

Quelle: Perform

Der FC Bayern hat mit dem Auswärtssieg in Darmstadt den Rückstand auf Bayer Leverkusen zumindest für einen Tag bis auf sieben Punkte verkürzt.
Ein Selbstläufer war das allerdings nicht. Der Rekordmeister geriet zunächst in der 28. Minute durch einen Treffer von Tim Skarke in Rückstand.
Die Bayern drehten die Partie noch vor der Halbzeit. Aleksandar Pavlovic legte einen starken Alleingang in den Strafraum hin und setzte Harry Kane ein, der wiederum Jamal Musiala bediente. Der 21-Jährige musste den Ball nur noch ins Tor schieben (36.).
Kane selbst brachte die Münchner wenig später in Führung (45.+1), ehe Musiala (64.), Serge Gnabry (74.) und Mathys Tel (90.+3) das Resultat in die Höhe schraubten. Oscar Vilhelmsson (90.+5) betrieb noch ein wenig Ergebniskosmetik für die Lilien.
Drei Dinge, die bei Darmstadt gegen Bayern auffielen:

1.) Musiala begeistert sogar den Lilien-Coach

Zwei Tore, eine Vorlage und ganz viel fußballerische Qualität! Jamal Musiala spielte den SV Darmstadt regelrecht schwindelig, war einfach nicht vom Ball zu trennen und setzte sich selbst auf engsten Raum durch. Bei seinem Treffer zum 3:1 umspielte er im Strafraum gleich vier (!) Gegenspieler. Ähnlich beeindruckend kam seine Vorlage auf Gnabry zum 4:1 zustande. Sein erster Treffer zum 1:1, den er "nur" aus kurzer Distanz reinhämmerte, fällt da fast schon ab.
Selbst Darmstadt-Trainer Torsten Lieberknecht gerät ins Schwärmen: "Es ist ein Hochgenuss, dem Jungen zuzuschauen. Deutschland kann sich im höchsten Wert glücklich schätzen, dass wir so einen Spieler haben. Er wird die Nationalmannschaft mit zur Europameisterschaft führen, wenn wir mit ihm nicht sogar Europameister werden."
In den vergangenen fünf Bundesligaspielen sammelte Musiala fünf Tore und vier Vorlagen an. Nach dem 8:1 gegen den FSV Mainz 05 gelangen ihm nun zum zweiten Mal hintereinander drei Torbeteiligungen. Dies hatte er noch nie zuvor geschafft.
Kapitän Manuel Neuer bezeichnete den Youngster als "Unterschiedsspieler", Christoph Freund machte es "richtig großen Spaß, ihm zuzuschauen. Er sprüht vor Spielfreude. Er macht unglaublich Dinge auf dem Platz, er ist ein außergewöhnlicher Spieler", sagte der Sportdirektor.
Kann man bei solch einem Top-Spieler überhaupt irgendwelche Defizite ausmachen? Man kann - findet jedenfalls ein gut aufgelegter Thomas Müller: "Man hat seine Stärken und Schwächen in einem Spiel überragend sehen können", sagte der Routinier nach dem Spiel. "Sehr spielfreudig, sein Dribbling ist natürlich Wahnsinn, aber sein Kopfballspiel im gegnerischen Fünfmeterraum eventuell noch ausbaufähig. Da hat er ein riesiges Ding liegen lassen."
Trainer Thomas Tuchel erinnerte auch daran, dass es in dieser Spielzeit nicht immer unbeschwert lief. "Die Effektivität war diese Saison lange nicht so, wie er es gewohnt war und möchte", sagte der 50-Jährige. Nun aber fühle sich Musiala "wohl und fit. Jamal ist in den letzten Wochen sehr spielentscheidend. Wir hoffen, dass er das Niveau halten kann."
Allzu kritisch wollte auch Müller nicht sein. Mit einem Lächeln fügte er hinzu: "Er ist in einer Top-Verfassung."

2.) Keine Stolpergefahr? Tuchel sieht sich bestätigt

Der FC Bayern hat in der Saison mehrfach bewiesen, jederzeit für einen negativen Ausrutscher gut zu sein. Tuchel äußerte sich vor dem Spiel allerdings zuversichtlich, dass das in Darmstadt nicht passieren würde. "Ich persönlich glaube nicht, dass wir straucheln", sagte er und bekräftigte noch einmal: "So, wie ich uns wahrnehme und wenn ich sehe, wen wir noch auf der Bank haben, glaube ich nicht, dass wir stolpern werden."
Ob er beim Gegentor zum 0:1 befürchtete, dass der Satz nach hinten losgehen könnte? "Das kann immer passieren", antwortete Tuchel auf Nachfrage von Eurosport.de. "Ich habe das im vollen Bewusstsein gesagt. Ich wollte in keiner Weise Darmstadt herabsetzen oder sagen, dass das klar ist. Aber ich sehe unsere Leistung und unsere Kadersituation. Daher galt es, Selbstvertrauen zu haben."
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Tuchel zufrieden: "Neue Konkurrenzsituation" im Kader

Quelle: Perform

Allerdings waren die Schwächen in der Defensive offensichtlich. "Wir haben in der ersten Halbzeit zwei, drei große Chancen zugelassen, weil wir nicht aufmerksam genug waren beim Zupacken und den zweiten Bällen"“, erklärte der Trainer. "Darmstadt hat auf die zweiten Bälle sehr schnell in die Doppelspitze gespielt. Die Torchancen gingen durch die Mitte durch. Vielleicht waren wir etwas zu komfortabel im Ballbesitz und dachten, wir könnten das allein damit lösen."
Das Wichtigste war laut Tuchel aber, "dass wir nicht den Kopf verloren haben. Wir haben weiter nach vorne gespielt, uns Torchancen erspielt und wurden irgendwann dafür belohnt". Insgesamt gab der FC Bayern 27 Schüsse ab. Noch mehr Torschüsse (29) standen in der laufenden Bundesliga-Saison nur beim 8:0 gegen Darmstadt in der Hinrunde in der Statistik.

3.) Sané kämpft um seine Form - sogar in der Halbzeit

Tuchel hatte in der Pressekonferenz vor dem Spiel eine klare (wenn auch als Scherz gemeinte) Botschaft an Leroy Sané: "Er muss morgen erst liefern. Sonst hat er keine Pause, sonst muss er die ganze Woche antreten und trainieren." Der Offensivspieler fehlt bei den bevorstehenden Länderspielen, weil er eine Rotsperre absitzen muss.
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Tuchel nach Auswärtssieg: "Deshalb fühle ich mich bestätigt"

Quelle: Perform

Beim FC Bayern hat er nun seit 22 Pflichtspielen nicht mehr getroffen. Es ist ihm oftmals anzusehen, wie sehr er damit hadert. Aber: Er kämpft dagegen an. Nachdem er in den ersten 45 Minuten zwar drei Torabschlüsse hatte, allerdings glücklos blieb, verbrachte er die Halbzeit größtenteils nicht in der Kabine. Stattdessen ging der Bayern-Star auf das leere Spielfeld und absolvierte mit einem Assistenztrainer Ball- und Dribblings.
Auf Nachfrage von Eurosport erklärte Tuchel, was dahintersteckte: "Er wollte warm bleiben, denn er spielt mit seinen ganzen Wehwehchen. Er hatte das Gefühl, dass es für ihn angenehmer ist, wenn er drin bleibt und weiter etwas macht, damit er nach den 15 Minuten nicht wieder von Null starten muss. Daher hat er darum gebeten, nach einer kurzen Ansprache noch einmal rauszugehen."
Allzu viel gebracht hatte es nicht. Sané bekam in der zweiten Halbzeit lediglich noch einen Abschluss zustande, ehe er in der 70. Minute für Tel ausgewechselt wurde.
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