FC Bayern München - es wird eng auf der Doppelsechs: Wer spielt neben Joshua Kimmich?
Der FC Bayern hat mit der Verpflichtung von Konrad Laimer den Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld angeheizt. Gut für Thomas Tuchel, schließlich hat das Team nach einer wackligen Saison vieles gutzumachen. Für Leon Goretzka ist der Laimer-Deal dagegen eine Gefahr. Beide konkurrieren um den Platz neben Joshua Kimmich, sind aber nicht die einzigen Kandidaten. Gibt es einen lachenden Dritten?
Laimer zeigt sich selbstbewusst: "Ganz einfach: Ich will gewinnen"
Quelle: Perform
Wer das Geschehen beim FC Bayern eher beiläufig verfolgt, muss sich wundern: Was sollen diese Debatten um Doppelsechs, Sechser und Achter? Der Rekordmeister hat den mit Abstand exquisitesten Kader der Bundesliga, Thomas Tuchel muss doch nur elf gesunde Spieler auf den Rasen schicken und der Laden läuft. Eine grobe Fehleinschätzung.
Die vergangene Saison, die nur mit einer gewaltigen Portion Glück nicht titellos über die Bühne ging, zeigte schonungslos auf, dass auch in München die berühmten Rädchen ineinandergreifen müssen - ob in Liga, Pokal oder Champions League.
Im defensiven Mittelfeld ist es sogar ein großes Rad, an dem gedreht wird. Denn dort agiert mit Joshua Kimmich einer der prägenden Figuren des Bayern-Spiels. Wie wichtig der 28-Jährige ist, lässt sich schon an der Heftigkeit der medialen Kritik ablesen, die aufkam, als dessen Leistungen auf der Sechs nicht auf dem gewohnt hohen Niveau waren.
Kimmich sei "ein absoluter Fixpunkt" im Team, stellte Vereinspräsident Herbert Hainer klar. "Er ist ein Leader, er ist unser dritter Kapitän." Nur wirkte es in den vergangenen Monaten so, als ob der Nationalspieler mit Aufgaben, Erwartungen und Rollen überfrachtet wurde.
Kimmich soll Abräumer auf der Sechs sein und die Defensive stabilisieren, er soll das Spiel nach vorne beleben, er soll den Takt vorgeben und im Prinzip alles richtig machen.
Goretzka ist nicht mehr die einfache Antwort
Inwiefern die Ansprüche gerechtfertigt oder überzogen sind, sei dahingestellt, sicher ist: Kimmich braucht neben sich auf der Doppelsechs einen kongenialen Partner. Und genau da wird es spannend. Wer spielt in der kommenden Saison neben dem "Fixpunkt"?
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Bayern-Trainer Thomas Tuchel im Gespräch mit Leon Goretzka
Fotocredit: Getty Images
Lange Zeit war die Antwort einfach: Leon Goretzka. Der 28-Jährige bringt eine enorme Robustheit mit, räumte hinter Kimmich auf, wenn der offensiver wurde. Doch Goretzka wird inzwischen sogar öffentlich vom Chef angezählt.
Da sei "Luft nach oben", monierte Tuchel im Trainingslager am Tegernsee. "Leon hatte eine unbefriedigende letzte Phase der Saison. Von seinem Status, von seinem Vertrag, von seinem Alter her ist er jemand, von dem wir viel erwarten. Dass er Verantwortung trägt, dass er die Mannschaft trägt", sagte der Coach und machte damit deutlich, dass Goretzka diesen Aufgaben im Moment nicht gerecht wird.
Laimer gibt Bayern neue Optionen
Tuchel weiß natürlich, dass er in der Causa Goretzka glaubhaft Druck ausüben kann, haben die Bayern doch mit Konrad Laimer schon einen möglichen Nachfolger verpflichtet.
Der Österreicher kam von RB Leipzig und könnte der neue starke Mann neben Kimmich werden. "Ich kann auf vielen Positionen spielen und habe das auch schon in Leipzig getan. Sechser, Achter oder noch offensiver - ich fühle mich im Mittelfeld überall wohl", bot sich Laimer selbst für variable Einsätze an. Tuchel aber dürfte daran gelegen sein, eine feste Formation zu etablieren.
Geht es nach Ex-Bayern-Profi Dietmar Hamann, wäre Laimer ideal als Sechser. Der Neuzugang sei "zweikampf- und laufstark", antizipiere hervorragend. Darüber hinaus bringt er Offensivdrang mit, wie der FCB aus eigener Erfahrung weiß. Am vorletzten Spieltag der Saison 2022/2023 erzielte Laimer beim 3:1-Erfolg der Leipziger in München das zwischenzeitlich 1:1. Es bleibt aber die Frage, ob der österreichische Nationalspieler der gewünschte Abräumer ist.
Tuchel schwärmt von Rice, Gravenberch klopft an
Einen solchen nämlich wünscht sich Tuchel ausdrücklich - und macht auch keinen Hehl daraus, wen er gerne an der Säbener Straße gesehen hätte: Declan Rice. "Er hat ein Profil, das wir meiner Meinung nach so nicht im Kader haben", erklärte der 49-Jährige. Rice wechselte freilich von West Ham United zum Londoner Stadtrivalen Arsenal.
Allerdings hat Tuchel noch weitere Optionen, um die Stelle neben Kimmich intern zu vergeben. Ryan Gravenberch etwa drängt mit Macht in die Startelf.
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Declan Rice wechselt zum FC Arsenal
Fotocredit: SID
Am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison, als die die Bayern durch ein 2:1 beim 1. FC Köln doch noch die Meisterschaft sicherte, spielte der Niederländer auf der Doppelsechs. "Ryan ist in der Herausforderer-Rolle. Daraus muss er das Beste rausholen und das auch so annehmen", forderte Tuchel.
Legt man die guten Auftritte des 21-Jährigen zu Grund, kommt man zum Schluss, dass Gravenberch genau das tut und am Ende vielleicht der lachende Dritte ist.
Hoeneß: "Frage auf der Sechs stellt sich mir gar nicht"
Für Aufsichtsrat Uli Hoeneß hat sich die Debatte um die Sechs indes erledigt. "Die Frage auf der Sechs stellt sich mir gar nicht, weil Laimer ein Transfer ist, an dem wir sehr, sehr viel Spaß haben werden", betonte der 71-Jährige.
Überdies habe man mit Raphaël Guerreiro von Borussia Dortmund ein weitere hochkarätige Verstärkung bekommen. Der Portugiese wird wohl als Linksverteidiger zum Einsatz kommen, kann aber auch vor dem Sechser auf der Acht auflaufen und das Offensivspiel ankurbeln. Er halte sowohl Laimer als auch Guerreiro "für ganz hervorragende Leute, die uns weiterhelfen werden", stellte Hoeneß klar.
Sabitzer und Goretzka vor Wechsel?
Theoretisch kann der Deutsche Meister auch auf Marcel Sabitzer zurückgreifen. Laimers Landsmann war zuletzt an Manchester United ausgeliehen und ist nun zurück in München. Die Perspektiven bei den Bayern sind aber überschaubar, Sabitzer gilt als Wechselkandidat. Gerüchte gibt es genug - von Spanien über England, Italien und die Türkei reicht die Bandbreite der Spekulationen.
Die nehmen nun auch bei Goretzka Fahrt auf. Eine Variante geht so: Der Bayern-Star füllt bei West Ham die Lücke, die Rice hinterlässt. Ob es so kommt, ist völlig offen. Tatsache aber ist, dass Tuchel mit Kimmich und Laimer auf der Doppelsechs sowie Gravenberch als Ersatz ein starkes defensives Mittelfeld beisammen hat, das ohne den Namen Goretzka auskäme ...
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Dreesen bestätigt: "Haben großes Interesse an Harry Kane"
Quelle: Perform
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