FC Bayern München: Trainer Thomas Tuchel schlägt Transfer-Alarm und macht den Bossen bei Winter-Wechseln Druck
Der FC Bayern ist weiter auf der Suche nach Verstärkungen im Januar. Während Sportdirektor Christoph Freund auf die Schwierigkeiten im Wintertransferfenster verweist, macht Thomas Tuchel den Vereinsoberen Druck. Durch das Fehlen von Noussair Mazraoui und Min-Jae-Kim ist die Personaldecke in der Defensive noch dünner. Ein Deadline-Day-Debakel wie im September muss unbedingt verhindert werden.
Verstärkung für die Bayern? Tuchel lacht über Frage zu Dier
Quelle: SID
Der 1. September 2023 dürfte Thomas Tuchel noch in bester Erinnerung sein - und das nicht im positiven Sinne.
An diesem Tag, dem Deadline Day des vergangenen Sommer-Transferfensters, platzten gleich zwei Transfers des FC Bayern München auf der Zielgeraden. Jene von Chelsea-Verteidiger Trevoh Chalobah und Fulhams Ankersechser João Palhinha. Letzterer hatte sogar schon den Medizincheck absolviert und sich die Geschäftsstelle an der Säbener Straße zeigen lassen, doch sein Klub verweigerte die Freigabe in wortwörtlich letzter Sekunde.
Der Rekordmeister ging leer aus und hat seither eine anhaltende Kader-Diskussion am Hals. Kein Wunder also, dass Coach Tuchel im seit knapp einer Woche geöffneten Wintertransferfenster auf die Tube drückt. "Der Zeitplan ist schon überschritten", sagte der 50-Jährige nach dem Testspiel in Basel (1:1) angesprochen auf die Transferpläne seines Klubs: "Der Wunsch war der 2. Januar."
Die deutliche Message an die Vereinsoberen: Tuchel will Klarheit, ein Deadline-Day-Debakel wie im September darf sich auf keinen Fall wiederholen.
Deadline? Freund widerspricht Tuchel
Von einer Deadline wollte Sportdirektor Christoph Freund hingegen nichts wissen. Das Wintertransferfenster sei eben "nicht so einfach". In einem Punkt stimmte der Österreicher aber mit Tuchel überein: "Je früher, desto besser. Wenn wir was abschließen können, muss es für alle Seiten einfach passen, das ist das Wichtigste."
Freund hatte bereits im Dezember mehrfach Verstärkung im Januar in Aussicht gestellt, konnte jedoch in Basel noch nichts Konkretes vermelden. Immerhin das Vokabular hatte sich verändert: "Wir sind gerade dabei, den einen oder anderen Namen, den einen oder anderen Deal zu fixieren", so der Sportdirektor. Ein Satz, der Tuchel gefallen dürfte. Der Coach hatte nicht nur einmal auf die dünne Personaldecke in der Münchner Defensive hingewiesen.
"Man weiß, dass wir teilweise einen schlanken Kader hatten", zeigte sich auch Kapitän Manuel Neuer problembewusst: "Dementsprechend vertrauen wir da unseren Verantwortlichen."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/20/3848099-78194908-2560-1440.jpg)
Transfers? Tuchel: "Dann brauchen wir vielleicht zwei Spieler"
Quelle: Perform
Tuchel testet Kimmich rechts hinten
Ob die dringend benötigte Verstärkung allerdings schon bis kommenden Freitag eintrifft, darf bezweifelt werden. Dann bestreitet der FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim (20:30 Uhr im Liveticker) den Jahresauftakt in der Bundesliga.
Gegen die Kraichgauer muss Tuchel zusätzlich zur ohnehin dünnen Personaldecke auf Abwehrchef Min-Jae Kim und Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui verzichten, die derzeit mit ihren Nationalmannschaften beim Asien bzw. Afrika Cup verweilen. Zudem steht ein Fragezeichen hinter dem flexibel einsetzbaren Konrad Laimer, der gegen Basel mit leichten Kniebeschwerden ausfiel.
"Wir hoffen, dass Konni (Laimer, Anm. d. Red.) zurückkommt", zeigte sich der Bayern-Trainer zwar optimistisch im Hinblick auf das Duell gegen die TSG, übte aber in Basel schon einmal den Ernstfall und beorderte überraschend Mittelfeld-Chef Joshua Kimmich nach rechts hinten.
"Josh war der Einzige, der diese Position schon einmal auf hohem Niveau gespielt hat. Deshalb haben wir es heute mal versucht", erklärte Tuchel seine Entscheidung. Auf der Doppelsechs agierten wie bereits gegen Stuttgart und in Wolfsburg vor der Winterpause Aleksandar Pavlović und Raphaël Guerreiro.
Tuchel will flexibel einsetzbaren Verteidiger
"Wenn man auf unsere Aufstellung schaut, fehlt es ja eigentlich nicht im zentralen Mittelfeld, wenn man denkt, dass Laimer noch zurückkommt und (Leon, Anm. d. Red.) Goretzka und Kimmich eigentlich auch dort zu Hause sind", sagte Tuchel im Hinblick auf mögliche Neuzugänge: "Es ist eher so, dass wir noch jemanden bräuchten, der uns rechts aushelfen könnte und da flexibel einsetzbar wäre."
Am besten ein Spieler, der "Qualität in der Mischung mit Persönlichkeit" mitbringt. "Wir brauchen Charaktere, die uns weiterhelfen", so Tuchel, der allerdings auch weiß: "Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Leben als Fußballtrainer auch nicht."
FC Bayern: Dier und Mukiele auf dem Radar
Eric Dier würde auf besagtes Profil passen. Der 29-jährigen Engländer scheint aktuell das konkreteste Transferziel der Münchner zu sein. Wie mehrere Medien am Freitag übereinstimmend berichteten, soll sich der Tabellenzweite der Bundesliga mit dem Defensivspezialisten von Tottenham Hotspur bereits auf einen Vertrag bis 2025 geeinigt haben.
Tuchel reagierte ausweichend und mit einem Scherz auf die Frage, wie sich der Name Dier für ihn anhöre: "Englisch. Nichts weiter. Habt ihr schon beim Sportdirektor gebohrt?" Er werde das Thema "natürlich" nicht kommentieren. Auch Freund wollte sich nicht an den Spekulationen beteiligen, gab aber zumindest mit einem Schmunzeln zu Protokoll, den Spieler zu "kennen".
Ein weiterer Name, der am Sonntag im Gerüchte-Kosmos rund um den Rekordmeister aufpoppte, ist Nordi Mukiele (26) von Paris St. Germain. Der Franzose ist in der Bundesliga kein Unbekannter, von 2018 bis 2022 lief er für RB Leipzig auf. Bei PSG drückt der flexibel einsetzbare Verteidiger jedoch meist die Ersatzbank. In dieser Saison kam er bislang nur auf neun Spiele in der Liga und zwei in der Champions League.
Die Frage bleibt jedoch, ob auch Tottenham bzw. PSG bereit sind, ihre Spieler ziehen zu lassen. Dieser nicht ganz unwichtige Faktor hat Bayern bereits am 1. September 2023 einen Strich durch die Rechnung gemacht...
Das könnte Dich auch interessieren: BVB-Personallage verschärft: Bueno und Schlotterbeck mit Blessuren
/origin-imgresizer.eurosport.com/2023/12/20/3848102-78194968-2560-1440.jpg)
Ernüchternder Test: BVB-Coach Terzic legt Finger in die Wunde
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/03/05/image-04548325-c467-4327-9c31-0604a461cb71-68-310-310.jpeg)