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FC Bayern München: Thomas Tuchel verzichtet gegen 1. FC Köln auf Wechsel - FCB-Trainer erklärt Novum
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Publiziert 24/11/2023 um 23:54 GMT+1 Uhr
Thomas Tuchel hat beim 1:0-Auswärtssieg des FC Bayern München beim 1. FC Köln am Freitagabend für ein Novum in dieser Saison gesorgt. Der Trainer des deutschen Rekordmeisters vollzog im Rheinenergiestadion nämlich keinen einzigen Wechsel und ließ seine Startelf durchspielen. "Ich wollte den Rhythmus nicht unterbrechen", hob Tuchel nach dem Spiel am "DAZN"-Mikrofon hervor.
Keine Wechsel trotz Belastungssorgen: Tuchel erklärt Taktik
Quelle: Perform
"Ich habe es nicht deswegen nicht gefühlt heute, weil ich meinen Spielern auf der Bank nicht vertraue, sondern weil wir so gut im Spiel waren", erklärte der 50-Jährige. "Wir haben es komplett kontrolliert."
Leicht ist Tuchel diese Entscheidung jedenfalls nicht gefallen. Immerhin hatte er mit Serge Gnabry, Thomas Müller, Raphaël Guerreiro und Mathys Tel adäquaten Ersatz auf der Bank, der in Köln wohl auch für die Vorentscheidung hätte sorgen können. "Spieler, die es auch verdient haben zu spielen, zu beginnen", unterstrich Tuchel.
"Ich habe die ganze Zeit überlegt, wie wir Thomas noch aufs Feld kriegen, vielleicht Mathys, wie wir Rapha noch ein paar Minuten geben können", gab Tuchel einen Einblick in seine Gedankenwelt.
Letzten Endes haben laut dem Bayern-Coach die Umstände und die Enge des Spiels den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben. "Ich wollte den Rhythmus, die Spieler nicht unterbrechen. Ich habe also ein bisschen mit mir gehadert heute und hatte keine zündende Idee."
Bei seinen Schützlingen habe sich Tuchel bereits entschuldigt: "Das war heute definitiv keine Bestrafung oder ein Denkzettel, im Gegenteil - ich habe es ihnen auch gesagt, es ist die große Ausnahme, dass wir nicht wechseln. Aber ich habe es heute einfach nicht gefühlt. Und es hat auch keiner angezeigt, dass er raus muss."
Tuchel widerspricht sich selbst
Der Verzicht auf jedweden Wechsel steht damit in starkem Kontrast zu Tuchels scharfer Kritik an der Überbelastung seiner Spieler. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag ließ sich der ehemalige BVB-Trainer noch zu einer emotionalen Brandrede hinreißen und sprach davon, dass allmählich die physische Grenze erreicht sei.
Nach der abgelaufenen Länderspielpause hätten auch die jeweiligen Nationaltrainer das Feedback gegeben, "dass die Jungs müde sind. Die sind mental müde, die sind emotional müde, die sind physisch müde", so Tuchel.
Bei dem durch die Reise gestressten Alphonso Davies wollten die Bayern daher "das Risiko nicht eingehen" und verzichteten am Freitag auf den Einsatz des kanadischen Nationalspielers.
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Bayern-Stars am Limit: Tuchel hält Brandrede
Quelle: Perform
Tuchel wie einst van Gaal - Goretzka versteht's
Trotzdem vollzog Tuchel gegen Köln keinen einzigen Wechsel - und zwar als erster Bayern-Trainer seit Dezember 2010.
Am 16. Spieltag der Saison 2010/11 zog die Startelf vom damaligen FCB-Coach Louis van Gaal beim 3:0-Sieg über den FC St. Pauli ebenso durch. Der letzte Verein, der in einem Bundesliga-Spiel auf jeglichen Wechsel verzichtet hatte, war übrigens Bayer Leverkusen im März 2021 beim 1:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach.
Mittelfeldspieler Leon Goretzka empfand das ungewöhnliche Vorgehen seines Coaches als gerechtfertigt - trotz der "extrem schwierigen" Bedingungen angesichts der Reisestrapazen der zurückliegenden Länderspielpause.
"Es zeigt auch ein bisschen, dass wir gar nicht gewechselt haben, weil es einfach gestimmt hat", hob Goretzka hervor. "Wir haben es auch bis zum Ende durchgezogen."
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