FC Bayern München trauert um Franz Beckenbauer - Trainer Thomas Tuchel bläst zum Angriff auf Leverkusen
VonThomas Gaber
Publiziert 11/01/2024 um 18:35 GMT+1 Uhr
Seit dem Tod von Franz Beckenbauer wirkt der FC Bayern München wie gelähmt. Die Trauer um den Kaiser stellt auch die Vorbereitung der Mannschaft auf den Bundesligastart ins neue Jahr mit dem Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim (Fr., 20:30 Uhr) in den Schatten. Thomas Tuchel dreht den jetzt Spieß um: Der Trainer hat seine gewünschte Verstärkung bekommen und strotzt vor Selbstbewusstsein.
Tuchel: "Beckenbauer war eine unglaubliche Persönlichkeit"
Quelle: Perform
Die Homepage des FC Bayern ist auch vier Tage nach der Bekanntgabe des Todes von Franz Beckenbauer überwiegend in schwarz-weiß gehüllt. Täglich werden neue Artikel und Bilderstrecken anlässlich des Ablebens der Legende veröffentlicht. "Lieber Franz, wart' im Himmel auf mich!", schrieb Torhüterikone Sepp Maier, zwischen 1962 und 1979 im Verein, in einem offenen Brief an die Bayern-Fans.
Beckenbauers Tod hat den Klub ins Mark getroffen. Die Verarbeitung der Trauer und die Planungen würdiger Abschiedsfeiern für den Kaiser bestimmen den Alltag der Verantwortlichen.
Inmitten der tristen Stimmung an der Säbener Straße hat Thomas Tuchel die Mannschaft auf das erste Spiel des neuen Jahres gegen die TSG Hoffenheim vorbereitet (Fr., 20:30 Uhr im Liveticker).
"Wir gehen das mit gemischten Gefühlen an", sagte der Trainer am Donnerstag. "Wir sind zum einen sehr fokussiert auf unseren Start, zum anderen ist der Tod von Franz Beckenbauer eine Dimension, die schwer zu greifen und nicht in Worte zu fassen ist."
Tuchel will gleich Druck auf Leverkusen ausüben
Entsprechend emotional werde das Hoffenheim-Spiel für den ganzen Verein und auch die nahe Zukunft. "Wir werden das in den nächsten Wochen am eigenen Leib spüren, auch die Spieler, die noch deutlich jünger sind als ich und relativ wenig Bezug zu Franz haben", sagte Tuchel, der Beckenbauer als "unglaubliche Persönlichkeit mit einem unglaublichen Lebenswerk" würdigte.
Bei allem gebührenden Respekt vor der Lebensleistung der Lichtgestalt und dem Ausmaß, das deren Tod für den FC Bayern bedeutet, liegt Tuchels Fokus naturgemäß auf dem Sportlichen.
Vier Punkte beträgt der Rückstand der Münchner auf Tabellenführer Bayer Leverkusen, mit der Partie gegen Union Berlin (24. Januar) in der Hinterhand. Dem Auftakt der Jagd auf die Werkself misst Tuchel hohe Bedeutung bei. "Wir können mit einem Sieg gleich mal ein bisschen Druck ausüben und wollen mit den drei Heimspielen eine Serie starten", sagte Tuchel. Zwischen Hoffenheim und Union kommt noch Werder Bremen in die Allianz Arena (21. Januar).
Tuchel sehr zufrieden mit der Vorbereitung auf Hoffenheim
Der Coach bläst zum Angriff. "Das ist ganz klar: Wir wollen deutscher Meister werden", sagte er. Seine Spieler hätten nach dem müden 1:1 im Testspiel gegen Basel in dieser Woche "große Fortschritte gemacht".
"Wir hatten sehr gute, intensive Trainingstage. Ich bin sehr zufrieden und spüre, dass wir absolut bereit sind. Ich spüre den Biss und die Anspannung. Auf den Positionen, die wir doppelt besetzen können, herrscht ein großer Konkurrenzkampf. Der Spirit ist da und ich bin sehr optimistisch für Hoffenheim", so Tuchel.
Selten hat man den Cheftrainer seit seiner Ankunft in München Ende März des letzten Jahres im Vorfeld eines Spiels so zufrieden und überzeugt von seiner Mannschaft gehört. Tuchels Selbstbewusstsein und gute Laune haben zwei weitere Gründe: Bis auf die Langzeitverletzten Serge Gnabry (Oberschenkel) und Bouna Sarr (Kreuzbandriss) sowie die abwesenden Noussair Mazraoui (Afrika-Cup mit Marokko) und Minjae Kim (Asien-Cup mit Südkorea) sind alle Mann an Bord.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/01/11/3858969-78412308-2560-1440.jpg)
Tuchel formuliert klares Ziel: "Wollen Meister werden"
Quelle: Perform
Eric Dier ist schon in München
Zudem hat Tuchel seinen gewünschten Neuzugang bekommen. Am Donnerstagabend verkündete der Rekordmeister den Transfer von Kane-Kumpel Eric Dier, der zunächst einmal mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet wurde. "Auch wenn Eric in der Stadt ist, ist es noch nicht durch. Wenn er unterschreibt, freuen wir uns sehr darauf. Er wäre eine gute Alternative für uns", hatte Tuchel auf der Pressekonferenz am frühen Nachmittag noch zu Protokoll gegeben. Wenige Stunden später war der Deal in trockenen Tüchern.
Auf ein Déjà-vu wie im Fall von João Palhinha, dessen Transfer im Sommer 2023 im letzten Moment platzte, würde Tuchel liebend gerne verzichten. Seine Beharrlichkeit, auf Verstärkungen zu pochen, hat sich nun (endlich) gelohnt.
"Jeder Trainer möchte immer am ersten Tag alle Spieler haben, aber das wird nie passieren. Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke, aber ich habe dazugelernt. Ich weiß, wie kompliziert das Transfergeschäft geworden ist. Es gibt viele Interessen und es ist sehr komplex geworden", sagte er.
Mit der bevorstehenden Verpflichtung von Dier sind Tuchels Bemühungen um neue Spieler aber noch nicht beendet. "Ansonsten bleiben die gleichen Positionen im Fokus. Mal sehen, was noch passiert", sagte er. Vor allem im defensiven Mittelfeld sieht der Trainer nach wie vor Bedarf. Einen erneuten Versuch, Palhinha zu bekommen, wird der FC Bayern nach "Sky"-Informationen jedoch nicht unternehmen.
Das könnte Dich auch interessieren: Heftige Strafe - Sané bis fast zur EM gesperrt
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/01/09/3857915-78391228-2560-1440.jpg)
"Franz brachte Glanz": Hainer gedenkt seinem Freund Beckenbauer
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung