FC Bayern - Oliver Kahn spricht über mögliche Rückkehr von Julian Nagelsmann nach München: "Warum nicht?"

Der ehemalige Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn kann sich eine Rückkehr von Bundestrainer Julian Nagelsmann auf die Bank des deutschen Rekordmeisters vorstellen. "Warum soll er nicht eines Tages zum FC Bayern zurückkehren, nachdem er weitere Erfahrungen gemacht hat?", sagte Kahn der "Sport Bild": "Das war mit einigen Bayern-Trainern so, allen voran Jupp Heynckes."

Oliver Kahn (l.) und Julian Nagelsmann

Fotocredit: Getty Images

Auch Giovanni Trapattoni und Ottmar Hitzfeld seien diesen Weg gegangen, so Kahn, "allerdings in eher reiferem Alter".
Nagelsmann gilt in München als Favorit auf die Nachfolge des zum Saisonende scheidenden Thomas Tuchel. Allerdings bemüht sich der DFB (Deutscher Fußball-Bund), den 36-Jährigen über das Vertragsende mit der Heim-EM in diesem Sommer hinaus bis 2026 zu binden.
Nagelsmann war im März 2023 beim FC Bayern freigestellt worden. Damals war auch Kahn noch im Klub tätig.
"Entscheidungen muss man immer im zeitlichen Kontext sehen, in dem sie getroffen wurden. Wir haben damals den sportlichen Erfolg gefährdet gesehen und deshalb diese bestimmt nicht einfache Entscheidung getroffen", sagte der 54-Jährige nun. Er habe "schon öfter gesagt, dass ich es ganz schlecht fand, wie diese Entscheidung dann umgesetzt wurde. Das ist nicht gut abgelaufen, und das beschäftigt mich heute noch."

Kahn hofft auf Kontinuiät für neue Bayern-Bosse

Bei Nagelsmann erkennt Kahn eine Weiterentwicklung. "Die Erfahrungen beim FC Bayern haben ihn mit Sicherheit weitergebracht. Dass Julian viele Fähigkeiten hat, steht außer Frage und muss man nicht diskutieren", sagte der frühere Nationaltorhüter: "Die EM wird ein echter Härtetest. Danach kann man mehr sagen."
Dem FC Bayern und dem neuen Sportvorstand Max Eberl wünscht Kahn Kontinuität. "Ich hoffe, dass er seine Ideen und Vorstellungen über einen längeren Zeitraum umsetzen kann", sagte der ehemalige Verantwortliche über Eberl: "Dazu ist mit Christoph Freund ein Top-Mann aus Salzburg geholt worden. Das kann eine erfolgreiche Konstellation sein."
Trotz seines persönlichen Ausscheidens in München sei er "immer noch Fan des FC Bayern, das wird auch so bleiben". Wenn es sich ergebe, verfolge er auch die Spiele, betonte Kahn: "Die vielen positiven Momente und große Emotionen, die ich mit dem FC Bayern in 18 Jahren erlebt habe, überwiegen bei Weitem die negativen." Auch Uli Hoeneß und er "werden sicher irgendwann wieder an einem Tisch sitzen und miteinander sprechen."

Kahn sieht Beckham als Vorbild

Eine Rückkehr ins operative Fußballgeschäft ist für Kahn derzeit keine Option. "Grundsätzlich sollte man im Fußball nichts ausschließen, aber das ist für mich aktuell kein Thema", sagte der 54-Jährige.
Die Übernahme eines Fußballklubs ist für Kahn dagegen ein reizvoller Gedanke. "Für mich ist das ein logischer nächster Schritt und ein sehr spannendes Thema, das wir nicht nur anderen überlassen sollten", sagte Kahn, "der Fußball der Zukunft sollte nicht nur von Leuten dominiert werden, die noch nie auf einem Platz gestanden haben und keine echte Beziehung zu diesem Spiel haben."
Als positives Beispiel nannte Kahn David Beckham und dessen Engagement bei Inter Miami in der Major League Soccer. "Er hat in Miami viel richtig gemacht und etwas ganz Neues auf die Beine gestellt, und es wird niemand bestreiten, dass da ein großer Fußballer alles für den Fußball tut. Das gefällt mir", sagte Kahn: "Generell würde ich mir wünschen, dass wieder mehr ambitionierte ehemalige Spieler wichtige Positionen im Fußball besetzen und Verantwortung übernehmen."
(mit SID)
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Quelle: Perform

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