FC Bayern München steckt wegen Manuel Neuer im Sommer-Loch: Eine Zwickmühle mit Ansage
Manuel Neuer arbeitet nach seinem Unterschenkelbruch weiterhin intensiv an seinem Comeback. Eigentlich wollte der Kapitän des FC Bayern zum Saisonstart wieder zwischen den Pfosten stehen. Doch seine Rückkehr scheint sich zu verzögern. Einen konkreten Zeitpunkt gibt es offenbar noch nicht. Die Münchner bringt die Ungewissheit in eine Zwickmühle - und das war absehbar.
Manuel Neuer (l.) und Yann Sommer
Fotocredit: Imago
Manuel Neuer machte gute Miene zu undurchsichtigem Spiel, als er am Krankenhaus Barmherzige Brüder in München vorfuhr, wo für ihn und einige Mitspieler zur obligatorischen internistischen Untersuchung anstand.
"Mir geht's super", sagte Neuer im kurzen Gespräch mit der "tz". Er ergänzte: "Mein Bein ist besser geworden, es ist ja mehr Zeit vergangen."
Alles bestens also? Kann der 37-Jährige nach seinem Unterschenkelbruch wie geplant zum Saisonstart wieder zwischen den Pfosten stehen? Offenbar nicht.
"Sky" berichtet, dass sich Neuers Rückkehr ins Teamtraining verzögern wird. Demnach verzichte der Schlussmann auf das traditionelle Trainingslager am nahe gelegenen Tegernsee (ab 15. Juli) und bleibe stattdessen an der Säbener Straße.
Neuer-Vertrauter vor Rückkehr
Auch Neuers Teilnahme an der Reise nach Japan und Singapur (24. Juli bis 3. August) ist laut "Sky" fraglich. Wahrscheinlicher sei es, dass Neuer in der bayrischen Landeshauptstadt an seinem Comeback arbeite. Apropos Comeback: Das individuelle Training könnte dann von einem alten Bekannten geleitet werden: Neuers engster Vertrauter Toni Tapalovic, zu Beginn des Jahres vom damaligen Vorstand um Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic von seinen Aufgaben entbunden, steht kurz vor einer Rückkehr.
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Toni Tapalovic
Fotocredit: Getty Images
Eine Tapalovic-Rückholaktion wäre ein echtes Statement, ein Indiz dafür, dass Neuers Macht im Klub wieder gewachsen ist. Nachdem Tapalovic aufgrund von Differenzen mit Coach Julian Nagelsmann geschasst worden war, hatte Neuer mutmaßlich an Macht eingebüßt und prompt ein aufsehenerregendes gegeben. Tapalovics Rauswurf habe ihn "richtig umgehauen", sagte er im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Neuer ergänzte seinerzeit: "Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Ich hatte das Gefühl, mir wird das Herz rausgerissen."
Nun sind Kahn, Salihamidzic und Nagelsmann weg, beim FCB ist mit der Interimsführung um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wieder alles beim Alten.
Was passiert mit Sommer?
Insgesamt bringt die unsichere Situation rund um den Kapitän die Bayern in die Bredouille. Vor allem aus einem Grund: Yann Sommer, kurz nach Bekanntwerden von Neuers schwerwiegender Verletzung als hochkarätiger Ersatzmann verpflichtet, könnte in diesem Transferfenster nicht abgegeben werden.
Der Schweizer möchte sich für die Europameisterschaft im kommenden Jahr empfehlen. Aufgrund des Umstands, dass Trainer Thomas Tuchel mit Neuer als Nummer eins plant, strebt Sommer einen Abgang an. Allen voran Inter Mailand soll ein Auge auf den ehemaligen Gladbacher geworfen haben. Laut Transferexperte Fabrizio Romano seien die Nerazzurri bereit, sechs Millionen Euro zu zahlen. Zu wenig für die Bayern, die ungefähr so viel für Sommer einnehmen möchte, wie sie im Januar ausgegeben hatten - rund neun Millionen Euro.
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Yann Sommer
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Allzu weit wären die Parteien also nicht auseinander. Die italienische "Gazzetta dello Sport" schrieb am Dienstag, dass eine Einigung in Sicht sei und der Transfer noch in dieser Woche über die Bühne gehen werde.
Kehrt Neuer also verspätet zurück, könnte der einzig adäquate Ersatz nicht mehr verfügbar sein. Halten die Bayern Sommer doch, droht Ungemach von dessen Seite, sobald Neuer wieder im Kasten steht. Eine Zwickmühle mit Ansage, eine Problematik, die absehbar war, als Sommer einen Vertrag bis 2025 unterschrieb.
Auch Nübel keine Option
Alexander Nübel, der nach zweijähriger Leihe bei der AS Monaco eigentlich nach München zurückkehrt, ist übrigens keine Option. Nübel hatte schon vor Monaten ausgeschlossen, sich mit der Rolle des Ersatzmanns hinter Neuer abzufinden. Der gebürtige Paderborner ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Informationen der "Bild-Zeitung" zufolge wurde er für Verhandlungen mit einem potenziellen Abnehmer freigestellt.
Bliebe schließlich einmal mehr Sven Ulreich. Der langjährigen Nummer zwei wurde vonseiten der Bosse nicht zugetraut, Neuer über mehrere Monate zu vertreten, nun könnte er aber zumindest kurzfristig wieder in die Bresche springen. Je nachdem, wie lange Neuer noch ausfällt.
Die Social-Media-Abteilung der Bayern teilte vor dem Sommerurlaub zwar fleißig Videos und Bilder, die Neuer auf dem Trainingsplatz zeigten, ansonsten hielt sich der Klub bezüglich eines Comeback-Datums weitestgehend zurück. Vermutlich, weil die Protagonisten es selbst noch nicht genau sagen können.
Aufschluss sollen nun weitere Untersuchungen und Tests geben, die in den kommenden Tagen für alle Bayern-Profis anstehen. Dann dürfte zumindest etwas mehr Klarheit in der undurchsichtigen Neuer-Causa herrschen.
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Quelle: Perform
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