Drei Dinge, die beim Sieg des FC Bayern gegen Union Berin auffielen: An diesem Leon Goretzka führt kein Weg vorbei
Update 21/04/2024 um 02:03 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München trumpfte beim 5:1 gegen den 1. FC Union Berlin stark auf. Die große Rotation schien die Mannschaft eher noch zu beflügeln. Der Torschütze Leon Goretzka war besonders auffällig und sprach danach von seinem Ziel - der Europameisterschaft. Trainer Thomas Tuchel hingegen verwunderte mit seiner Einschätzung zum doppelten Torschützen Thomas Müller. Drei Dinge, die auffielen.
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Quelle: Perform
Der FC Bayern München hat mit dem 5:1 gegen den 1. FC Union Berlin dafür gesorgt, dass ihnen der 2. Tabellenplatz zumindest an diesem Spieltag nicht mehr vom VfB Stuttgart weggeschnappt werden kann.
Nachdem die ersten 29 Minuten relativ ereignislos verliefen, gelang Leon Goretzka der Führungstreffer: Mathys Tel spielte den Ball in den Strafraum, Thomas Müller bewies eine gute Spielübersicht und ließ das runde Leder durchgehen, sodass Goretzka den Ball ins Tor knallen konnte.
Kurz vor der Halbzeit gelang Harry Kane, der bis dahin nur einen einzigen ungefährlichen Abschluss hatte, per Freistoß das 2:0.
In der 53. Minute sorgte der FC Bayern für die Vorentscheidung, indem Thomas Müller nach einer Vorarbeit von Eric-Maxim Choupo-Moting traf. Eine kleine Randnotiz: Es war das erste Mal, dass Müller an einem 30. Spieltag ein Tor schoss.
Später folgten die Treffer von Mathys Tel (62.) und erneut Müller (66.). Der Ehrentreffer zum 1:5 durch Yorbe Vertessen in der Nachspielzeit war lediglich noch eine Randnotiz, schien Torwart Manuel Neuer aber dennoch zu ärgern.
Drei Dinge, die uns beim Sieg des FC Bayern gegen Union Berlin auffielen.
1. Bayerns zweiter Anzug sitzt
Thomas Tuchel stellte direkt nach dem Champions-League-Erfolg gegen den FC Arsenal klar, in der Bundesliga weiterhin Vollgas geben zu wollen. "Wir können unter keinen Umständen die Saison abschenken", erklärte er.
Trotzdem, oder gerade deshalb (?), nahm er eine große Rotation vor. Gegenüber dem 1:0 gegen Arsenal gab es sechs Veränderungen in der Startelf. Jamal Musiala reiste gar nicht erst mit, um kein Verletzungsrisiko einzugehen.
Dafür standen Spieler wie Mathys Tel, Eric-Maxim Choupo-Moting oder Min-Jae Kim, die zuletzt nur eine Nebenrolle spielten, plötzlich wieder in der Startelf. Auch Thomas Müller, der in den beiden Champions-League-Spielen lediglich Bankdrücker war, durfte wieder von Anfang an ran.
Trotz der vielen personellen Veränderungen machte die Mannschaft einen stabilen Eindruck. Die altbekannte Schwäche, dass der FC Bayern in Bundesligaspielen bei viel Ballbesitz sehr konteranfällig ist, kam diesmal weniger zur Geltung.
Die Restverteidigung stand stabil. Mehrere Spieler, insbesondere die beiden Innenverteidiger, positionierten sich hinter dem Ball. Was genauso wichtig war: In der Rückwärtsbewegung halfen sich die Spieler gegenseitig. Aleksandar Pavlović, der ebenfalls in die Startelf rotierte, fiel dabei positiv auf.
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Eric-Maxim Moting (r./FC Bayern) im Zweikampf mit Christopher Trimmel (Union Berlin)
Fotocredit: Getty Images
Überhaupt fügten sich die frischen Spieler gut in die ein. Choupo-Moting bereitete einen Treffer vor, Müller traf doppelt, Tel gelang eine Vorlage und ein Tor. "Vieles war gezwungen", sagte Thomas Tuchel auf Nachfrage von Eurosport zu seiner Rotation.
"Uns fehlten heute fast alle Flügelspieler - Serge (Gnabry; Anm. d. Red.), Leroy (Sané; Anm. d. Red.), Jamal (Musiala; Anm. d. Red.), Kingsley (Coman; Anm. d. Red). Es war irgendwann zwangsläufig so, dass wir Alternativen brauchen. Die haben wir auch. Choupo hat schon lange gut trainiert, ist in einer guten Form. Das hat er heute bestätigt", so Tuchel weiter.
Andere Akteure wie Matthijs de Ligt oder auch den später eingewechselten Noussair Mazraoui ließ Tuchel draußen, um eine "Null-Risiko-Strategie" zu fahren.
Ein netter Nebeneffekt war, dass es "gleichzeitig auch immer eine Chance ist und auch Spaß macht, ein paar neue Gesichter auf dem Feld zu haben. Das haben sie gut gemacht."
2. Goretzka empfiehlt sich für die EM
Es traf Leon Goretzka schwer, als er im März von Julian Nagelsmann nicht für die Länderspiele nominiert wurde. Hatte er zuvor beim 8:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 noch zwei Tore erzielt, traf er in den sechs folgenden Pflichtspielen nicht mehr.
Auch wenn das Toreschießen nicht die Hauptaufgabe des Mittelfeldspielers ist, dürfte ihm der Treffer in Berlin besonders gutgetan haben.
Er fand zunächst eher schlecht in das Spiel. Sein früher Ballverlust leitete den ersten vielversprechenden Angriff der Berliner ein. Danach schien er einige Minuten verunsichert zu sein, ließ sich allerdings nicht entmutigen.
In der 29. Minute stand er genau richtig und knallte den Ball aus mittlerer Distanz zum 1:0 unter die Latte.
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FC Bayern: Jubel bei Thomas Müller (li.) und Leon Goretzka (re.)
Fotocredit: Getty Images
Überhaupt hinterließ er einen vermehrt sicheren Eindruck, löste in der 1. Halbzeit 67 Prozent seiner Situationen und hatte unter Druck eine starke Passquote von 82 Prozent. Ebenfalls beeindruckend war seine spätere Flanke zum 5:0 auf Thomas Müller.
Ob er in dieser Verfassung wieder in die Nationalmannschaft zurückkehren darf? "Mein klares Ziel ist die EM", sagte er nach dem Spiel.
"Ich versuche, immer auf dem Platz zu stehen und Julian Nagelsmann zu zeigen, dass ich da bin und den Kampf annehme. Ich versuche Woche für Woche noch auf den EM-Zug aufzuspringen", so Goretzka weiter.
Müller lobte seinen Mitspieler: "Leon ist zurzeit super drauf. Da gibt es gar keine zwei Meinungen. Ich hoffe auch, dass er weiter dranbleibt."
Tuchel war mit Goretzka ebenfalls zufrieden: "Er hat sehr gut gespielt und ein schönes Tor geschossen. Leon hat in den letzten Wochen wieder Form gekriegt. Er hatte eine perfekte Woche mit uns und hat dabei geholfen, dass wir gewinnen."
3. Müller der gewinner - oder doch nicht?
Müller war auf den ersten Blick einer der großen Gewinner des Spiels. Er hatte großen Anteil am Führungstreffer zum 1:0, weil er den Ball zum Torschützen Goretzka durchließ. Später machte er zwei eigene Treffer.
Trotzdem wollte er seine eigene Leistung nicht zu hoch bewerten und sagte: „Naja, ein paar Ballverluste waren auch dabei", sagte er im Anschluss.
Auch Tuchel war mit der Leistung des Routiniers - trotz dessen Effektivität - offenbar nicht ganz zufrieden.
Auf die Frage, ob Müller in dieser Form ein Kandidat für das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid wäre, antwortete der Trainer: "Nee, das weiß er auch. Die Form war nicht gut. Die Tore waren absolut topp, aber die Form war nicht gut. Wir haben ihn aber draufgelassen, weil wir wissen, was er kann."
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