FC Bayern verpflichtet Nestory Irankunda aus Australien: Neues FCB-Juwel auf Alphonso Davies' Spuren

Der FC Bayern hat den ersten Transfer für den kommenden Sommer eingetütet. Wie der deutsche Rekordmeister am Dienstagmittag bekannt gab, wechselt der 17 Jahre alte Außenbahnspieler Nestory Irankunda vom australischen Klub Adelaide United in die bayrische Landeshauptstadt. Die Geschichte erinnert zwangsläufig an einen gewissen Alphonso Davies. Eurosport stellt Irankunda vor.

"Fantastischer Verein": Irankunda-Coach schwärmt von Bayern

Quelle: Perform

Die Spatzen pfiffen es seit einigen Tagen von den Münchner Dächern, nun ist der Deal in trockenen Tüchern: Nestory Irankunda kommt vom australischen Erstligisten Adelaide United an die Isar.
Ein Vorgriff auf den Sommer, Irankunda ist aktuell noch 17 Jahre alt und darf – so die Statuten Down Under – erst als Volljähriger (Irankunda wird im Februar 18) nach Europa wechseln.
In der bayrischen Landeshauptstadt unterschreibt Irankunda, der vornehmlich als offensiver Rechtsaußen eingesetzt wird, laut FCB-Pressemitteilung "einen langfristigen Vertrag", bezüglich einer Ablösesumme machte der deutsche Rekordmeister keine Angaben. Diese soll dem Vernehmen nach bei bis zu drei Millionen Euro liegen.
"Wir haben Nestory schon seit einiger Zeit auf dem Schirm", wurde Jochen Sauer, Leiter des FCB-Nachwuchsleistungszentrums, in besagter Mitteilung zitiert: "Nestory ist ein extrem schneller Außenbahnspieler, dribbel – und abschlussstark und mit viel Zug zum Tor. Wir sind überzeugt von seinem Potenzial und davon, dass er bei uns den nächsten Schritt machen wird."
Irankunda, ein junges, unbeschriebenes Blatt aus einer Liga, die in hiesigen Gefilden unter dem Radar läuft. Unweigerlich werden Erinnerungen an einen gewissen Alphonso Davies geweckt, der im Januar 2019 von den Vancouver Whitecaps aus der Major League Soccer zu den Bayern wechselte.

Auch Davies ein unbeschriebenes Blatt

Davies war zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung im Sommer 2018 ebenfalls 17 Jahre alt, lächelte seinerzeit mit Zahnspange in die Kamera. Ähnlich wie Irankunda war auch er höchstens Experten mit einer Affinität für Nachwuchskicker ein Begriff, auch er wurde als "schneller und technisch versierter Offensivspieler" angepriesen.
"Als Kind habe ich immer von so einem Moment geträumt", schwärmte der Kanadier damals. Er ergänzte: "Nun ist der Traum wahr geworden. Aber jetzt geht die Arbeit weiter, jetzt muss ich alles geben, um diese Chance zu nutzen."
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Alphonso Davies gewann 2020 mit Bayern die Champions League

Fotocredit: Getty Images

Und wie er seine Chance nutzte. Binnen kürzester Zeit arbeitete Davies sich von den Münchner Amateuren in die A-Mannschaft, avancierte unter Trainer Hansi Flick, der den Youngster als Linksverteidiger einsetzte, zum unangefochtenen Stammspieler. Anderthalb Jahre nach seiner Ankunft in der bayrischen Landeshauptstadt stemmte er Meisterschale, DFB-Pokal und Champions-League-Pott in die Höhe.

Irankundas Eltern flüchteten nach Tansania

Die Parallelen zwischen Davies und Irankunda beziehen sich nicht bloß auf die spielerischen Qualitäten. Auch Irankunda kam – wie Davies – in einem afrikanischen Flüchtlingslager zur Welt, weil seine Eltern zuvor vor einem Bürgerkrieg fliehen mussten. Irankundas Eltern flüchteten aus Burundi nach Tansania, Davies' Eltern verließen Liberia in Richtung Ghana, wo der heutige Superstar geboren wurde.
"Ich weiß, dass es sehr hart für meine Eltern war", sagte Irankunda kürzlich dem Youtube-Kanal "KEEPUP". Kurz nach Irankundas Geburt zog es die Familie nach Adelaide, Australien. In der Millionenstadt entdeckte Irankunda schnell seine Begeisterung für das runde Leder, schon früh war klar, dass der Junge mit großem Talent aufwartet. "Ich habe meine ganze Jugendzeit über immer einen Jahrgang weiter oben gespielt", erklärte er.
Sein Weg war dennoch steinig, damit er im Verein spielen konnte, hingen seine beiden Brüder ihre Fußballschuhe an den Nagel. "Die Vereinsgebühren waren einfach zu hoch und sie opferten ihren Traum für meinen", so Irankunda, der zudem auch seinen Eltern zu großem Dank verpflichtet ist. "Mein Vater hat wahrscheinlich am meisten für mich geopfert. Bevor ich den Führerschein hatte, fuhr er mich überall hin. Er konnte sogar manchmal nicht in die Kirche gehen, um mich zum Training oder Spiel zu bringen."

Profi-Debüt mit 15 Jahren

Das Engagement zahlte sich aus, im Alter von 14 Jahren wurde Irankunda von Adelaide United entdeckt, mit nur 15 Jahren feierte er sein Debüt in der ersten Mannschaft. Mittlerweile ist er unverzichtbar. In 39 Profispielen steuerte er neun Treffer sowie zwei Vorlagen bei. Werte, die Irankunda in den kommenden Monaten bis zu seinem Wechsel nach München noch ausbauen wird. "Die Erfahrungen der nächsten Monate in der A-League werden sich für seine weitere Entwicklung sehr positiv auswirken", prophezeite Campus-Chef Sauer.
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Nestory Irankunda

Fotocredit: Getty Images

Irankunda weiß indes genau, was er will: Den Henkelpott. Das machte er im Gespräch bei "KEEPUP" klar. Dabei denkt der Youngster schon jetzt auch in die ferne Zukunft: "Bei Adelaide United will ich meine Karriere beenden." Erst einmal steht aber das große Abenteuer in Deutschland an.

Umschulung zum Verteidiger?

Irankunda soll zunächst am Campus im Münchner Norden weiterentwickelt werden. Wie einst Davies. Und wer weiß – vielleicht geht der australische U-Nationalspieler ja auch positionstechnisch einen ähnlichen Weg, vom offensiven zum defensiven Flügelflitzer. Eine Vergangenheit als Abwehrspieler hat Irankunda zumindest.
"Ich habe mir häufig Spiele von Barcelona angeschaut. Ich wollte Innenverteidiger werden, habe früher im Abwehrzentrum gespielt. Ich mochte Carles Puyol und Gerard Piqué", verriet er. "Ich war zunächst traurig, als man mir sagte, dass ich Stürmer spielen sollte. Denn mein Traum war es, Verteidiger zu sein."
Und Verteidiger – das offenbart sich dieser Tage ganz akut – kann der FC Bayern immer gebrauchen. Auf Irankundas Dienste müssen sie in München jedoch noch ein wenig warten.
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"Riesige Chance": Irankunda-Transfer lässt Irvine schwärmen

Quelle: Perform

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