FC Bayern nach 1:5-Debakel bei Eintracht Frankfurt in Erklärungsnot: "Solche Spiele dürfen nicht passieren"
Publiziert 10/12/2023 um 10:42 GMT+1 Uhr
Trainer und Spieler des FC Bayern taten sich schwer, eine Erklärung für die 1:5 (1:3)-Niederlage bei Eintracht Frankfurt zu finden. Der Blick richtete sich aber direkt nach vorne. Thomas Tuchel forderte für das eigentlich bedeutungslose Champions-League-Spiel gegen Manchester United am kommenden Dienstag im Old Trafford eine deutliche Steigerung, Bayern-Urgestein Thomas Müller eine Reaktion.
Tuchel angefressen: "Niemand muss in den Arm genommen werden"
Quelle: Perform
Laute Rap-Musik dröhnte aus der Kabine von Eintracht Frankfurt. Immer wieder ertönten Jubelschreie. Auch Manuel Neuer dürfte diese vernommen haben, als er durch die Katakomben marschierte.
"Servus", sagte er zu den dort versammelten Journalisten. Sprechen wollte er allerdings nicht. Abgesehen von Thomas Müller, der zumindest "Sky" ein kurzes Interview gab, herrschte nach dem 1:5 bei Eintracht Frankfurt unter den Spielern Sprachlosigkeit.
"Man muss auch mal Verständnis dafür haben, dass die Spieler vielleicht nicht die allergrößte Lust haben, das heute zu erklären, weil sie das auch gar nicht richtig erklären können", sagte Thomas Tuchel auf Nachfrage von Eurosport.
Ihm selber erging es nicht viel anders. Als der Trainer auf die vielen Patzer seiner Spieler angesprochen wurde, die auf direktem Wege zu Gegentreffern führten, antwortete Tuchel ehrlich: "Ich habe keine Erklärung für die individuellen Fehler."
Leon Goretzka sucht Gründe für bittere Pleite
Immerhin: Mittelfeldspieler Leon Goretzka hielt seine Zusage gegenüber dem "ZDF" ein und trat am späten Samstagabend im "Aktuellen Sportstudio" auf. "Ein 5:1 fühlt sich bescheiden an. Wenn man dann in der Kabine realisiert, dass man auch noch ins Sportstudio fährt, wird das nicht besser", gab er zu.
Auf die Frage, ob die Pause aufgrund der Absage des Heimspiels gegen den 1. FC Union Berlin für den FC Bayern vielleicht zu lang war, antwortete er: "Es gibt viele Gründe, das ist einer davon. Es ist ungewohnt, zehn Tage nicht zu spielen. Normalerweise spielen wir alle drei Tage. Es war im Training nicht zu erkennen, dass wir in ein Loch fallen. Aber vom Anpfiff an sah es so aus."
Goretzka stellte klar: "Solche Spiele dürfen dem FC Bayern nicht passieren. Das Spiel hat mich heute total an das Pokalspiel gegen Gladbach erinnert." Zur Erinnerung: Im Oktober 2021 unterlag der FC Bayern im DFB-Pokal mit 0:5 gegen die Borussia.
Kurios: Auf der Trainerbank des FC Bayern saß damals Dino Toppmöller, der den an Corona erkrankten Julian Nagelsmann vertrat. Nun fügte Toppmöller als Trainer von Frankfurt dem FC Bayern ein ähnliches Debakel zu. Ob er Parallelen sieht? "Das weiß ich nicht, das Spiel habe ich schon verdrängt", sagte Toppmöller schelmisch gegenüber Eurosport.
Unerwartete Leistungseinbrüche unter Thomas Tuchel
Auffällig ist, dass der FC Bayern auch (oder gerade) unter der Leitung von Tuchel immer wieder unerwartete Leistungseinbrüche erleidet. Das Pokal-Aus beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken erfolgte, nachdem die Mannschaft 13 Pflichtspiele in Folge nicht verloren hatte.
Vor der gestrigen Niederlage in Frankfurt hatte der Rekordmeister ebenfalls fünf Pflichtspiele hintereinander nicht verloren – wenngleich das jüngste 0:0 in der Champions League gegen den FC Kopenhagen auch nicht den Erwartungen entsprach.
Die gute Nachricht: Der FC Bayern hat nicht viel Zeit, um über das Debakel von Frankfurt nachzudenken. Bereits am Dienstag steht das Champions-League-Auswärtsspiel bei Manchester United an (21:00 Uhr im Liveticker). Dieses hat sportlich betrachtet für die Münchener keine Relevanz, weil sie ohnehin als Gruppensieger feststehen. Doch Müller forderte von sich und seinen Mitspielern: "Da muss eine Reaktion folgen, da muss der Wut-Motor angehen."
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"Schneid abgekauft": Müller vermisst Bayern-Bissigkeit
Quelle: Perform
Schwerer Jahresendspurt gegen Stuttgart und Wolfsburg
Auch Tuchel erwartet eine Steigerung: "Der Spielplan dominiert ohnehin unsere Reaktion. Wir spielen jetzt gegen Manchester, dann gegen Stuttgart. Wir können unter keinen Umständen auf diesem Niveau weiterspielen, weil wir dann einfach zu viele Chancen zulassen."
Insbesondere in den letzten zwei Bundesligaspielen des Jahres gegen den VfB Stuttgart (17. Dezember, 18:30 Uhr) und beim VfL Wolfsburg (20. Dezember, 20:30 Uhr) darf der FC Bayern sich keine Ausrutscher erlauben. Ansonsten könnte der Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen, der am Sonntag mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart (15:30 Uhr im Liveticker) vorerst auf sechs Punkte davonziehen könnte, irgendwann zu groß werden.
Und vielleicht wären dann auch wieder Rap-Musik und Jubelschreie aus der gegnerischen Kabine zu ertragen.
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"Zu viele individuelle Fehler": Tuchel kritisiert Bayern-Spieler
Quelle: Perform
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