Thomas Tuchel und der FC Bayern trennen sich: Alonso, Zidane, Hoeneß - das sind die möglichen Nachfolge-Kandidaten

Thomas Tuchel und der FC Bayern München gehen ab Sommer getrennte Wege. Das gab der deutsche Rekordmeister am Mittwoch offiziell bekannt. Die Suche nach einem Nachfolger hat nun höchste Priorität an der Säbener Straße. Doch welche Alternativen gibt es überhaupt? Wer könnte langfristig auf Tuchel folgen? Einige große Namen sind angeblich in der Verlosung - darunter ein alter Bekannter.

Das Pleiten-Protokoll: Wie die Bayern in Bochum baden gingen

Quelle: SID

Nun herrscht Klarheit beim FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister hat nach drei sieglosen Spielen in Folge gehandelt.
Bis dahin wolle man gemeinsam "in der Champions League und in der Bundesliga das maximal Mögliche" erreichen, so Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen. Im Hintergrund läuft aber bereits die Suche nach einem langfristigen Nachfolger ab Juli.
Die Liste der potenziellen Kandidaten wird länger - mit großen und überraschenden Namen. Ein Überblick.

Hansi Flick (58, derzeit ohne Job)

Der Erfolgstrainer der Jahre 2020 uns 2021 (sechs Titel in einer Saison) "flüchtete" nach einer monatelangen Fehde mit Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic zum DFB. Als Bundestrainer ist Flick krachend gescheitert; nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2022 in Katar wurde ihm eine Pleitenserie im Herbst 2023 zum Verhängnis.
Flick ist jedoch weiterhin ein gefragter Trainer. Joan Laporta, Präsident des FC Barcelona, bestätigte indirekt, dass der 58-Jährige zu den Nachfolge-Kandidaten von Xavi gehört. Die Barça-Legende legt sein Amt nach der Saison nieder. Auch in München genießt Flick noch immer großes Ansehen. Sein Name fällt als potenzieller Tuchel-Nachfolger öfter.
Als Bayern-Intimus wäre Flick durchaus eine plausible Lösung gewesen. Er kennt die Gegebenheiten in München und hat als Ad-hoc-Bayerntrainer schon einmal funktioniert. Im November 2019 löste er Niko Kovac ab und machte aus dem FC Bayern einen Sextuple-Sieger. Allerdings ist eine kurzfristige Lösung vorerst vom Tisch.
Aber nicht nur deshalb scheint eine Rückkehr unwahrscheinlich. Laut "Bild" stellt sich insbesondere Ehrenpräsident Uli Hoeneß hinsichtlich eines erneuten Flick-Engagements quer und nach einem "Sky"-Bericht hat Flick kein Interesse an einer erneuten Anstellung in München.

Zinedine Zidane (51, derzeit ohne Job)

Im Sommer 2021 zog sich der Franzose aus dem Trainergeschäft zurück. Seitdem liebäugelt Zidane mit dem Posten des französischen Nationaltrainers, doch Weltmeistertrainer Didier Deschamps sitzt dort fest im Sattel und hat noch Vertrag bis 2026.
Bei "beIN Sports" bekräftigte Zidane kürzlich seine Absicht, wieder als Coach zu arbeiten. "Es ist immer mein Ziel, wieder Trainer zu werden. Aktuell nehme ich mir mehr Zeit für andere Dinge. Aber das Ziel ist es zurückzukommen”, so Zidane.
Laut der italienischen Zeitung "Corriere dello Sport" hat Zizou, der zwischen 2016 und 2018 dreimal in Folge die Champions League mit Real Madrid gewann, durchaus Interesse am Trainerjob beim FC Bayern. Im Rahmen des Champions-League-Spiels bei Lazio Rom (0:1) soll es zudem Kontakt zwischen Zidane und Dreesen gegeben haben.
Zidane wäre eine große staatsmännische Lösung in München. Er hat als Spieler und später als Trainer sehr erfolgreiche Epochen geprägt und genießt im Weltfußball hohes Ansehen. Der FC Bayern hat sich schon häufiger an große Namen gewagt: Louis van Gaal, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti. Letzterer hielt sich allerdings nur 16 Monate in München.
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Titelhamster mit Real Madrid: Zinedine Zidane

Fotocredit: Getty Images

Antonio Conte (54, derzeit ohne Job)

Conte stand zuletzt bei Tottenham Hotspur unter Vertrag, ist seit März 2023 allerdings vereinslos und wäre wie Flick und Zidane sofort zu haben. Laut "Bild" würde der impulsive Italiener liebend gerne nach München kommen. Demnach soll Conte den FC Bayern als einen der drei besten Vereine in Europa bezeichnet haben.
Conte hat durchaus Erfolge nachzuweisen. In Italien führte er Juventus Turin und Inter Mailand zu insgesamt vier Meistertiteln, beim FC Chelsea holte er den Premier-League-Titel und den FA Cup.
Eine Anstellung in München ist aber nicht sonderlich wahrscheinlich. Conte gilt als exzentrischer Coach, der sich gerne auch mit der Klubführung anlegt. Zudem spricht er kein Deutsch - was seit der wenig erfolgreichen Ancelotti-Zeit als Einstellungskriterium in München gilt.

Jose Mourinho (61, derzeit ohne Job)

26 Titel heimste der Portugiese in seiner Trainerkarriere ein. Doch die großen Erfolge liegen schon eine Zeit lang zurück. Auf den Stationen Manchester United, Tottenham und AS Rom ist Mourinho trotz der Triumphe in der Europa League (United) und der Conference League (Rom) letztlich gescheitert.
Mourinho gilt als Trainer aus der Zeit gefallen mit einem antiquierten, defensiv orientierten Stil. Zudem schiebt er die Schuld nach Niederlagen gerne den Schiedsrichtern in die Schuhe. Nach dem verlorenen Europa-League-Finale 2023 gegen den FC Sevilla beschimpfte er Referee Anthony Taylor lange nach Spielende mit Worten, die deutlich unter die Gürtellinie gingen.
Wie Conte kann sich "The Special One" den Job in München offenbar sehr gut vorstellen. Angeblich lernt er bereits fleißig Deutsch. Das erhöht seine Chancen, Tuchel-Nachfolger zu werden, jedoch nicht. Mourinho beim FC Bayern - eine einseitige Wunschvorstellung.
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Jose Mourinho würde gerne den FC Bayern trainieren

Fotocredit: Getty Images

Xabi Alonso (42, Trainer von Bayer Leverkusen)

Als Alonso am 5. Oktober 2022 Trainer von Bayer 04 wurde, stand die Mannschaft auf dem 17. Tabellenplatz. Am Ende erreichte Leverkusen noch Rang sechs und stand im Europa-League-Halbfinale.
In der laufenden Saison bricht der Bayer-Tross in der Bundesliga einen Rekord nach dem anderen. Wettbewerbsübergreifend ist Leverkusen seit 32 (!) Spielen ungeschlagen und auf dem Weg zum möglichen Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Europa League.
Wie mehrere Medien, darunter das für gewöhnlich gut informierte Magazin "The Athletic", am Dienstag berichten, ist Alonso absoluter Wunschkandidat beim FC Bayern für die Tuchel-Nachfolge mit Beginn der Saison 2024/25. Das gilt jedoch laut englischen Medienberichten auch für den FC Liverpool. Alonso soll Nachfolger von Jürgen Klopp werden und im Idealfall gleich Sportdirektor Simon Rolfes mitbringen.
Alonsos Vertrag bei Bayer läuft noch bis 2026. Angeblich gibt es aber mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Fernando Carro, ein "Gentlemen's Agreement", wonach der 42-Jährige gehen darf, sollten der FC Bayern, Liverpool oder Real Madrid anfragen.
Dass sich zumindest Bayern und Liverpool mit Alonso beschäftigen, liegt auf der Hand. Wo der Spanier ab Juli 2024 arbeiten wird, scheint derzeit völlig offen. Für den FC Bayern, wäre er die gewünschte langfristige Lösung.

Sebastian Hoeneß (41, Trainer vom VfB Stuttgart)

Mit dem VfB Stuttgart mischt der Sohn von Ex-Bayern-Stürmer Dieter Hoeneß in dieser Saison die Bundesliga auf. Nach "Bild"-Informationen ist der Name Sebastian Hoeneß in der internen Diskussion über mögliche Tuchel-Nachfolger bereits gefallen.
Hoeneß' Verbindungen nach München sind nicht nur familiärer Natur. Von 2017 bis 2020 war er bereits bei den Bayern als Trainer der A-Junioren und der zweiten Mannschaft tätig.
Der Posten als Chefcoach der ersten Mannschaft zur neuen Saison erscheint jedoch wenig realistisch. Der Schritt als noch relativ unerfahrener Bundesligatrainer zum FC Bayern ist (noch) eine Nummer zu groß.
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Quelle: Perform

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