Bayer Leverkusen: Eintracht Frankfurt vor der Brust, FC Bayern im Kopf - Xabi Alonsos Rotationsproblem
Für Bayer Leverkusen stehen in den kommenden Tagen gleich zwei hochkarätige Partien auf dem Programm. Bevor es am Mittwoch zum absoluten Kracher im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League nach München geht, wartet Bundesliga-Verfolger Eintracht Frankfurt am Samstag auf den amtierenden Double-Sieger. Für Werkself-Trainer Xabi Alonso wird die Partie in der Mainmetropole zum Vabanquespiel.
Schonen für Bayern? Alonso: "Spielen immer Vollgas"
Quelle: Perform
Robert Andrich von Bayer Leverkusen ist einer dieser Spieler, die stets den viel zitierten Klartext sprechen. Einer der sogenannten "Typen", die spätestens seit den 2010er-Jahren als bedrohte Spezies gelten.
"Es ist sehr unrealistisch, dass man noch was holt, aber wir wollen den Bayern immer wieder Druck von hinten machen", sagte der Nationalspieler kürzlich nach einem 2:0-Sieg über Holstein Kiel im Gespräch mit dem "ZDF" hinsichtlich des Bundesliga-Titelkampfs, in dem die Münchner den Konkurrenten aus dem Rheinland nach dem 3:1 in Stuttgart auf vorerst elf Zähler distanziert haben.
Mit Blick auf das Aufeinandertreffen im Achtelfinale der Champions League legte der Mittelfeldmann nach: "In allen Wettbewerben ist noch alles möglich. Wir wollen den Bayern bis zum Ende auf den Sack gehen."
Es sei alles drin zwischen den beiden Kontrahenten, die Favoritenrolle schob Andrich - trotz der zuvor getätigten Kampfansage - aber nach München ab, wo das erste Duell am Mittwochabend ansteht (21:00 Uhr im Liveticker).
Leverkusen zuletzt gegen Bayern im Vorteil
Dabei sprach die Statistik zuletzt klar für die Werkself. Seit Xabi Alonso in Leverkusen übernommen hat (Oktober 2022), gelang es den Bayern in sechs Duellen nicht, Alonsos Mannschaft zu bezwingen (drei Niederlagen, drei Remis).
Das letzte Aufeinandertreffen endete nach 90 Minuten Leverkusener Vollgas-Fußball mit einem - freundlich gesprochen - schmeichelhaften 0:0 aus FCB-Sicht.
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Bayern-Verteidiger Upamecano (li.) und Bayer-Profi Florian Wirtz (Mitte)
Fotocredit: Imago
Alonsos Leverkusen war es, das die Bayern-Dominanz in der vergangenen Saison nach elf Meisterschaften in Serie brach, Alonsos Leverkusen war es, das die Bayern in der aktuellen Spielzeit aus dem DFB-Pokal warf (1:0) und Alonsos Leverkusen könnte es nun sein, das den Münchnern das "Finale dahoam 2.0" in der Allianz Arena und damit die mögliche Bewältigung eines 13 Jahre andauernden Traumas vermiest.
Doch bevor es ernst wird in der bayrischen Landeshauptstadt, wartet erst einmal die Eintracht aus Frankfurt (Sa., 18:30 Uhr im Liveticker) auf den amtierenden Double-Sieger. Die SGE, ihres Zeichens derzeit auf Platz drei rangierend, dürfte dabei zum echten Gradmesser avancieren - und Alonso vor eine schwierige Entscheidung stellen: Rotationsmaschine an oder nicht?
Breite als Trumpf - aber bis zu welchem Grad?
Leverkusens Kader verfügt über eine qualitativ hochwertige Breite, die Erfolge in Bundesliga und Pokal fußten auf einer Mannschaft, in der jeder zu überzeugen wusste – auch diejenigen, die sich hinten anstellen mussten.
In dieser Saison, als der Dauerrausch von 2023/24 etwas abgeklungen war, sah sich Bayer 04 aber regelmäßig mit Schwierigkeiten und Alonso aufgrund seiner teilweise zu großen Umstellungswellen mit Kritik konfrontiert.
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War in Wolfsburg nur bedingt zufrieden: Xabi Alonso
Fotocredit: Getty Images
Besonders Anfang Februar, als der Spanier nach einem glücklichen Weiterkommen im DFB-Viertelfinale gegen den Rhein-Rivalen 1. FC Köln (3:2) in Wolfsburg gleicht acht Veränderungen vorgenommen hatte (unter anderem Superstar Florian Wirtz, Jeremie Frimpong und Patrik Schick blieben draußen), geriet das Team an seine Grenzen.
Zwar sprang in der Autostadt immerhin noch ein 0:0 heraus, besonders zu Beginn des Spiels hatte das durcheinandergewürfelte Leverkusen den Gastgebern nur wenig entgegenzusetzen. Bayern hatte sein Spiel gegen Bremen tags zuvor schon 3:0 gewonnen und den Vorsprung auf ebenjene acht Punkte, die bis heute Bestand haben, ausgebaut.
Alonso verteidigt Rotation: "Unsere Dynamik"
"Nach dem Spiel kann man immer analysieren, ich war mir sicher, dass die Spieler, die spielen, ein gutes Spiel machen können", sagte Alonso, nachdem er auf einen möglichen Qualitätsverlust angesprochen worden war: "Das ist unsere Dynamik, ich werde meine Idee dafür nicht ändern. Wir brauchen jeden Einzelnen."
Dass die Bayern auf acht Zähler enteilt sind, hängt aber eben auch mit Leverkusens fehlender Konstanz im Herbst zusammen. Immer wieder verspielten die Rheinländer Führungen, viel zu häufig endeten bereits vermeintlich gewonnene Partien am Ende unentschieden (2:2 gegen Kiel nach 2:0, 2:2 gegen Bremen nach zweimaliger Führung, 1:1 gegen Bochum nach Führung).
Frankfurt ist freilich eine andere Kragenweite. Einerseits sollen etwaige Verletzungen vor dem Kracher in München tunlichst vermieden werden.
Andererseits will Bayer 04 sicherlich mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen an die Isar reisen - und zumindest noch einen kleinen Restdruck auf den FCB in der Liga bewahren. Ein Vabanquespiel für Alonso.
Denn den Bayern kann man - frei nach Robert Andrich - eigentlich nur mit der bestmöglichen Elf bis zum Ende der Saison so richtig "auf den Sack gehen."
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Alonso erklärt: Darum saß Wirtz nur auf der Bank
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