Drei Dinge, die bei VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen auffielen: Xabi Alonso verzockt sich mit Mega-Rotation

Bayer 04 Leverkusen erleidet bei dem 0:0 gegen den VfL Wolfsburg einen großen Dämpfer. Cheftrainer Xabi Alonso hat es mit der Rotation übertrieben, die eigene Mannschaft verunsichert und Florian Wirtz zu spät eingewechselt. Zudem bleibt die Erkenntnis, dass Leverkusen nicht mehr die Gewinner-Mentalität der Vorsaison hat. Drei Dinge, die beim Unentschieden der Werkself auffielen.

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Quelle: Perform

Die Enttäuschung war den Spielern von Bayer Leverkusen anzusehen, als der Abpfiff ertönte. Durch das 0:0 beim VfL Wolfsburg beträgt der Rückstand auf die Tabellenführer des FC Bayern München mittlerweile acht Punkte.
Die Gäste hatten zwar 57 Prozent Ballbesitz, mit 13 Torschüssen aber genauso viele Abschlüsse wie der Gegner.
"Es war ein Spiel mit guten Momenten für beide Mannschaften", sagte Bayer-Trainer Xabi Alonso. "In der zweiten Halbzeit waren wir ein bisschen besser. Aber das Ergebnis war fair."
Sportdirektor Simon Rolfes stellte fest: "Nach neun Spielen in vier Wochen konnten wir nicht diese Power und diese Kreativität in der Offensive finden. Defensiv haben wir das gut gemacht. Aber das Letzte, um hier zu gewinnen, hat gefehlt."
Drei Dinge, die in Wolfsburg auffielen.

1. Alonsos Rotation sorgt für Verunsicherung

Alonso setzt weiterhin auf Mega-Rotation. Vor dem DFB-Pokalspiel am Mittwoch gegen den 1. FC Köln (3:2 n.V.) hatte er fünf Veränderungen an der Startelf vorgenommen. In Wolfsburg setzte er noch einen drauf und veränderte die Anfangsformation auf gleich acht Positionen. Lediglich die Verteidiger Nordi Mukiele und Jonathan Tah sowie Mittelfeld-Stratege Granit Xhaka blieben in der Startelf.
Die Folge war eine verunsicherte Mannschaft. Leverkusen agierte vor allem in der Anfangsphase sehr fahrig. Über die rechte Seite ließ sich Arthur zweimal überspielen. Zudem leistete sich Xhaka Ungenauigkeiten. Kurzum: Leverkusen fand sich gegen hoch pressende und schnell umschaltende Wolfsburger überhaupt nicht zurecht.
Die einzige echte Top-Chance von Bayer vor der Halbzeit ereignete sich in der 22. Minute, als Mukiele per Kopf den Ball nichts ins leere Tor drücken konnte.
Das Chancenplus lag bis zur Halbzeit klar auf Seiten des VfL. Bester Mann der Werkself war Torwart Lukas Hradecky, der mehrere Hochkaräter der Hausherren vereitelte.
War die Rotation möglicherweise zu groß? "Nach dem Spiel kann man immer analysieren. Aber ich muss vor dem Spiel eine Entscheidung treffen. Ich dachte, dass diese Spieler hier ein gutes Spiel machen können", erklärte Alonso.
Grundsätzlich sei er mit der Einstellung seiner Mannschaft auch zufrieden: "Es ist nicht einfach hier in Wolfsburg. Wir hatten den Willen und den Hunger, um zu gewinnen. Der Weg ist gut und wir bleiben positiv." Auch wenn das Ergebnis eine andere Sprache spricht.
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Quelle: Perform

2. Wirtz zeigt seine Qualität - kommt aber zu spät

55 Minuten waren gespielt, als Alonso Florian Wirtz zu sich rief. Gestenreich gab er ihm einige Anweisungen, ehe Wirtz die Trainingsklamotten auszog und sich bereit für die Einwechslung machte.
Gemeinsam mit Jeremie Frimpong wurde der Edeltechniker in der 59. Minute ins Spiel gebracht. Arthur und Aleix García gingen dafür vom Platz. Es waren die ersten Auswechslungen, die Alonso vornahm.
Wirtz brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden, steigerte sich dann allerdings und war der auffälligste Akteur auf dem Platz. In der 73 Minute hatte er seine erste gute Aktion, als er im Strafraum seine Qualitäten am Ball zur Geltung brachte und diesen für Robert Andrich vorlegte.
"Als Flo reinkam, hat sich das Momentum ein bisschen zu uns gedreht", stellte Keeper Hradecky fest. Robert Andrich sagte ebenfalls auf Nachfrage von Eurosport: "Wenn Flo auf dem Platz ist, macht das schon einen Unterschied. So ehrlich müssen wir sein. Auch wenn wir einen riesigen und guten Kader haben, kann man keinen Flo ersetzen."
Auch in anderen Situationen zeigte Wirtz, welchen Einfluss er auf das Spiel haben kann. Mehrmals ließ er aufgrund seiner technischen Qualitäten Gegenspieler stehen. In der Nachspielzeit hatte er noch eine Großchance auf dem Fuß.
Stellt sich die logische Frage: Was hätte der 21-Jährige alles bewirken können, hätte er von Anfang an auf dem Platz gestanden? Und vor allem: Warum stand er nicht von Anfang an auf dem Platz?
Alonso verwies auf das Pokalspiel am Mittwochabend: "Er hatte ein großes Spiel über 120 Minuten. Sein Einsatz war groß und wir wollen Flo bestmöglich helfen. Die Idee war, dass wir ihn in der 2. Halbzeit brauchen. Sein Einfluss war gut, er hätte fast einen Elfmeter herausgeholt (wegen Abseits nicht gegeben, Anm. d. Red.) und er hatte die letzte Chance."

3. Bayer zu oft Remis

Bayer Leverkusen lässt vermehrt Punkte im Kampf um die Deutsche Meisterschaft liegen. Vor zwei Wochen schenkte man beim Auswärtsspiel gegen RB Leipzig eine Zwei-Tore-Führung her und spielte schlussendlich 2:2. Nun blieben sie in Wolfsburg torlos und nahmen erneut nur einen Punkt mit.
"Das ist eindeutig der Unterschied gegenüber der letzten Saison", sagte Schlussmann Hradecky. "Die Spiele, die wir nun unentschieden spielen, haben wir letztes Jahr gewonnen."
Bereits sieben Mal hat Leverkusen in der laufenden Bundesliga-Saison remis gespielt - einmal mehr als in der kompletten vergangenen Saison. 46 Punkte hat Leverkusen jetzt nach 21 Spieltagen auf dem Konto. Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison waren es 55 Punkte.
Hätten sie diese Punktzahl jetzt auch, wären sie Tabellenführer.
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Quelle: Perform


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