Nach Pleitenserie und Pokal-Aus: Für Dortmunds Trainer Nuri Sahin könnte es schon jetzt ungemütlich werden

Das hatten sich Fans und Vereinsführung bei Borussia Dortmund anders vorgestellt. Dritte Niederlage in acht Tagen, dazu das frühe DFB-Pokal-Aus in der zweiten Runde: Für den BVB steht der schlechteste Saisonstart seit zehn Jahren zu Buche, zudem sind viele Leistungsträger verletzt. Mit dem neuen Trainer Nuri Sahin sollte ein Neubeginn eingeleitet werden, doch der Effekt ist verpufft.

Sahin verteidigt BVB-Kaderplanung trotz Verletzungssorgen

Quelle: Perform

Nuri Sahins Gesichtsausdruck nach dem ernüchternden 0:1 am Dienstagabend in Wolfsburg sprach Bände: Enttäuschung pur.
Wütend reagierten manche Spieler, etwa Torhüter Gregor Kobel, der seine Torwarthandschuhe auf die Trainerbank schmiss.
Die offenkundig wachsende Desillusion beim BVB wollte Sportdirektor Sebastian Kehl aber im Keime ersticken. "Nichts" würde das frühe Pokal-Aus bedeuten.
Nichts, keine Konsequenzen für Sahin nach dem Zweitrunden-Aus. Auch Sahin stimmte ein. Zu "1000 Prozent" spüre er den Rückhalt der Bosse. "Wir gehen diesen Weg gemeinsam". Also alles gut in Dortmund?
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Quelle: Eurosport

bvb: Enttäuschende Bilanz zum Saisonstart

Mitnichten. Für den BVB war es der schlechteste Saisonstart seit zehn Jahren, damals stand Jürgen Klopp noch an der Seitenlinie. Das Aus nach der zweiten Runde war gar das früheste Pokal-Aus seit 13 Jahren.
Die Pleite gegen Wolfsburg war die dritte Auswärtsniederlage innerhalb von acht Tagen. Zuvor hatte Dortmund 1:2 beim FC Augsburg verloren, davor 2:5 nach 2:0-Führung in Madrid in der Champions League.
Dortmund ist heimstark und auswärtsschwach. Noch kein einziges Spiel in der Fremde wurde in dieser Spielzeit gewonnen. Im heimischen Signal-Iduna-Park gewannen man hingegen alle Partien. Der Rückstand auf die punktgleichen Spitzenreiter Bayern München und RB Leipzig beträgt schon jetzt satte sieben Zähler.
Und ausgerechnet jetzt heißt der kommende Gegner am Samstag im Spitzenspiel Leipzig (ab 18:30 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Ein Schicksalsspiel für Sahin?
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Nuri Sahin bei der Niederlage von Borussia Dortmund gegen den VfL Wolfsburg

Fotocredit: Getty Images

Sahin ist spielerisch ratlos

Das Duell mit den Roten Bullen als Endspiel für den Trainer auszurufen, ist ebenso gewagt wie offensichtlich. In den vergangenen Spielen wirkte der BVB niedergeschlagen, spielerisch unterlegen, die Taktik des Trainers ging nicht auf – die Partie gegen Real war nur das deutlichste Beispiel.
Nach einer 2:0-Führung hatte er mit der Umstellung auf eine defensive Taktik das Spiel komplett aus der Hand gegeben.
Anfang der Woche nahm sich sogar der neue Vorstandsvorsitzende Lars Ricken viel Zeit für Gespräche mit den Profis am Trainingsgelände, versuchte die Probleme zu ergründen und den Protagonisten neuen Schwung zu verleihen. Ob er selbst das seinem Trainer nicht mehr zutraut?
Fakt ist: Die Energie durch den Neuanfang im Sommer ist verpufft. Sahin galt mit seinen 36 Jahren und dem Stallgeruch als einer, der frischen Wind reinbringt und mit den Profis auf Augenhöhe agiert.
Ex-Trainer Edin Terzic soll sich hingegen angeblich mit einigen Spielern überworfen haben. Und doch wirken die Profis nun konsterniert. "Ich bin seit sechs Jahren hier und habe so eine Phase noch nie erlebt", sagte Julian Brandt vor dem Pokalspiel. Eine zumindest beunruhigende Aussage.
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Julian Brandt - Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Trotz vieler Ausfälle ein schicksalsspiel

Trotz aller Zweifel, dass Sahin mit dem BVB in dieser Saison noch erfolgreich werden kann, muss man ihm zugutehalten: Für die vielen Ausfälle kann der 36-Jährige nichts.
Zahlreiche Leistungsträger fehlen auch am Samstag gegen Leipzig: Julian Ryerson, Karim Adeyemi, Giovanni Reyna, Julien Duranville, Yan Couto und Niklas Süle. Gegen Wolfsburg verletzte sich Felix Nmecha an der Schulter, Torhüter Kobel klagte über Schmerzen im Hüftbereich. Ob sie spielen, ist fraglich.
Und: In der Champions League stehen die Schwarz-Gelben mit zwei Siegen aus drei Spielen auch solide da, das Weiterkommen ist absolut möglich.
Aber dennoch: Verliert Sahin gegen RB deutlich, werden die Verantwortlichen sicher über ihren Cheftrainer nachdenken müssen. Und vielleicht bald Konsequenzen ziehen.  
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Sahin trotz Pleite in Wolfsburg: "Haben Schritt nach vorne gemacht"

Quelle: Perform


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