Drei Dinge, die beim Pokalsieg des FC Bayern München bei Mainz 05 auffielen: Gebt Jamal Musiala den Ballon d'Or!
VonThomas Gaber
Update 31/10/2024 um 09:43 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern hat in souveräner Manier das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Beim 4:0-Sieg in Mainz machte einmal mehr Jamal Musiala den Unterschied. Während Bayern-Coach Vincent Kompany seine Mannschaft nach der Pause wild durcheinanderwirbelte, waren die Mainzer in ihrem Spiel des Jahres heillos überfordert, suchten die Schuld aber eher beim Schiedsrichter. Drei Dinge, die auffielen.
Kompany feiert Musiala: Vergleich zu Ronaldinho und Zidane
Quelle: Perform
In den letzten vier Jahren schied der FC Bayern im DFB-Pokal dreimal in der zweiten Runde aus. Das Los führte die Münchner in dieser Saison nach Mainz. Das kann in einem K.o.-Spiel ein ekliges Pflaster sein, doch der Rekordpokalsieger gab sich diesmal keine Blöße.
Jamal Musiala (2., 37., 45.+4), Leroy Sané (45.+1) machten schon vor der Pause alles klar. Bayern-Trainer Vincent Kompany konnte sich entspannen und einige Stammspieler (Musiala, Harry Kane, Min-Jae Kim und Alphonso Davies) frühzeitig aus der Partie nehmen.
Gegen spielfreudige Bayern hatten die Mainzer beim 0:4 (0:4) nichts entgegenzusetzen.
Drei Dinge, die in der Mewa Arena auffielen.
1.) Gebt Jamal Musiala den Ballon d'Or!
Es ist das Aufregerthema der Woche: Real Madrid schwänzte die Ballon d'Or-Gala, weil kein Königlicher das goldene, runde Ding abstaubte und begründete den Boykott mit fehlendem Respekt vor dem weißen Ballett.
Zur Erinnerung: Jamal Musiala schaffte es nicht mal auf die Shortlist der 30 Kandidaten. Wenn sich ein Verein über die Machenschaften rund um die Wahl des Ballon d'Or beschweren darf, dann der FC Bayern.
Es gibt im Weltfußball derzeit kaum einen besseren Offensivspieler als Bayerns Nummer 42. Auch am Mittwochabend in Mainz drückte der 21-Jährige dem Spiel seinen Stempel auf. Schon nach 89 Sekunden vollendete Musiala einen Traumangriff zum Führungstreffer.
Bei seinem zweiten Tor stand Musiala klar im Abseits, profitierte aber davon, dass der VAR im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale eingesetzt wird. Durch den Abstaubertreffer kurz vor der Pause erreichte Musiala einen Meilenstein - es war sein erster Dreierpack im Profifußball.
"Ich versuche in gute Positionen zu kommen, um einfache Tore machen zu können. Das hat mir letzte Saison ein bisschen gefehlt. Diese Saison läuft es besser", sagte Musiala im "ZDF". Das liege auch an der Philosophie von Trainer Kompany.
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Jamal Musiala (r.) erzielte seinen ersten Dreierpack als Profi
Fotocredit: Getty Images
"Mir gefällt sehr gut, wie wir spielen. Wir bekommen mit jedem Spiel ein besseres Gefühl und wenn wir es gut machen, können wir die Spiele hoch gewinnen", so Musiala.
Trickreich, zielstrebig, kaltschnäuzig - Musiala war von den Mainzern in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zu greifen. Kompany hatte genug gesehen und nahm seinem Tempodribbler zur Pause raus.
"Dieser Junge bringt Spaß für die Mannschaft und er macht auch körperlich Schritte nach vorne. Deswegen müssen wir schauen, dass er frisch bleibt", erklärte Kompany im "ZDF". Er als Trainer sei dafür da, "Jamal zu schützen, wenn es mal nicht läuft und ihn weiter anzutreiben, wenn es läuft".
Kompanys Fazit: "Musiala kann noch viel besser werden." Dann wird für den Offensivkünstler auch kein Weg am Ballon d'Or vorbeiführen.
2.) Eine Viererkette zum einrahmen
Wegen einer Oberschenkelprellung musste Dayot Upamecano kurzfristig in Mainz passen. So kam Eric Dier zu seinem ersten Startelfeinsatz unter Kompany. Nach knapp einer Stunde nahm Kompany Diers Nebenmann Min-Jae Kim vom Feld und stellte Leon Goretzka als Innenverteidiger auf.
Als sich Dier dann am Oberschenkel verletzte, wurde die Abwehr der Bayern noch einmal umgekrempelt. Konrad Laimer rückte von hinten rechts auf die Innenverteidigerposition neben Goretzka, Laimers Part übernahm Joshua Kimmich.
Weil Kompany auch Alphonso Davies nach 60 Minuten eine Schaffenspause gab, spielte fortan Raphael Guerreiro hinten links. Der Portugiese ersetzte dann aber Kimmich im Mittelfeld, sodass Mathys Tel in der Schlussphase einen offensiven Linksverteidiger gab.
Kimmich/Laimer/Goretzka/Tel - eine Viererkette mit viel Charme, die so aber wohl nie mehr zusammenspielen wird.
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Spielte in Mainz eine halbe Stunde Innenverteidiger: Leon Goretzka
Fotocredit: Getty Images
3.) Mainz ohne Feuer im Spiel des Jahres
K.o.-Spiel gegen die Bayern. Flutlicht. Volles Haus. Eigentlich ein perfekter Rahmen für ein Fußballfest aus Mainzer Sicht. "Wir sind gut vorbereitet und haben richtig Lust, die Bayern zu ärgern", sagte Sportvorstand Christian Heidel und schob nach: "Es wäre gut, wenn wir kein frühes Gegentor bekommen würden."
Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Bereits nach 14 Sekunden hatte Serge Gnabry die erste Torchance, nach 89 Sekunden musste 05-Torhüter Robin Zentner das erste Mal hinter sich greifen.
Ein frühes Gegentor ist Gift gegen gierige und spielstarke Bayern, doch Mainz war der Bedeutung des Spiels in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gewachsen. Außer ein paar zaghaften Angriffsbemühungen boten die Mainzer ihren Fans nichts an.
Zur Pause war die Nummer durch, nach dem Seitenwechsel betrieb Mainz Schadensbegrenzung. "Aber der 20. Minute waren wir besser drin, haben es nicht hinbekommen, das Spiel auf unsere Seite zu kriegen", sagte Zentner.
Mainz hatte nicht den Hauch einer Chance gegen die Bayern, die ihren Vorsprung nach der Pause nur noch verwalteten. Die Mainzer beschäftigten sich aber weniger mit der Leistung als vielmehr mit Schiedsrichter Sascha Stegemann.
"Der Schiri hatte heute ein Bayern-Trikot an. Das muss man auch mal klar so sagen. Jede Kleinigkeit wurde für Bayern entschieden. Das zweite Tor war klares Abseits. Das ist halt der Bayern-Bonus", polterte Dominik Kohr bei "Sky".
Feuer hatten die Gastgeber erst nach dem Spiel.
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Quelle: SID
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