Borussia Dortmund: Schluss mit dem Stallgeruch nach Nuri Sahin und Edin Terzic - das zeichnet Niko Kovac aus
VonJan Zesewitz
Update 28/01/2025 um 19:28 GMT+1 Uhr
Niko Kovac wird als Favorit auf den Trainerposten bei Borussia Dortmund gehandelt. Erste Treffen zwischen ihm und den BVB-Verantwortlichen sollen schon stattgefunden haben. Der 53-Jährige ist seit März vereinslos, damals endete sein Engagement beim VfL Wolfsburg. Als ehemaliger Coach von Eintracht Frankfurt, dem FC Bayern, AS Monaco und Wolfsburg ist Kovac erfahren - und gilt als streng.
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Quelle: Perform
"Wir sind hier nicht in Frankfurt" - dieses Zitat ist mehr als sechs Jahre alt und wird James Rodríguez zugeschrieben. Der Kolumbianer hat weder bei der Eintracht noch in Dortmund gespielt, aber er hatte wohl eine starke Meinung zum Trainer Niko Kovac.
Zum Kontext: Als Bayern-Leihspieler galt das Verhältnis zwischen Kreativspieler James und seinem Coach Kovac als unterkühlt. In Bezug auf den disziplin-orientierten Führungsstil des Kroaten kam es zu Meinungsverschiedenheiten - und laut "Bild" eben auch zu jenem Ausruf des Mittelfeldspielers.
Was James im Oktober 2018 in München in Richtung des Trainers sagte, gilt natürlich auch im Januar 2025, auch wenn sich Zeit und Ort geändert haben: Dortmund ist nicht Frankfurt, der BVB ist nicht die Eintracht. Geht es nach den Verantwortlichen der Borussia, steht Kovac dennoch hoch im Kurs auf die Nachfolge des geschassten Nuri Sahin.
Für beide Parteien wäre es ein Schritt in eine etwas gegensätzliche Richtung: Der BVB setzte mit Sahin und zuvor Edin Terzic auf Akteure aus den eigenen Reihen, Kovac hat keine Verbindung nach Dortmund - sieht man von seinem Bruder Robert ab, der wohl als Co-Trainer folgen würde und zwei Jahre in schwarz-gelb auflief. Niko Kovac ist seit März und einem eher erfolglosen Engagement bei Wolfsburg vereinslos. Dortmund wäre sein größter Klub seit seinen rund eineinhalb Jahren beim FC Bayern. Die "Zweckheirat" könnte trotzdem funktionieren.
Kovac duldet keine Disziplinlosigkeiten
Mit Didi Hamann und Stefan Effenberg sprachen sich in den vergangenen Tagen zwei Experten und Fans einer "harten Hand" für Kovc aus: "Die Spieler brauchen einen Trainer, der durchgreift, der bedingungslos Entscheidungen trifft, und ich glaube, dass Kovac das machen würde", sagte Hamann bei "Sky".
In Frankfurt funktionierte das System sehr gut. Von der Relegation führte er die Mannschaft ins gesicherte Mittelfeld und zweimal ins DFB-Pokalfinale mit dem krönenden Abschluss, als die "Büffelherde" dem FC Bayern den Schneid abkaufte.
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Niko Kovac gewann mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal 2018
Fotocredit: Getty Images
Es folgte das Engagement bei den Bayern. Dort konnte er das Double gewinnen, wurde aber schon zu Beginn seines zweiten Jahres nach einem 1:5 gegen die Eintracht entlassen. Im Anschluss arbeitete er für eineinhalb Jahre bei der AS Monaco. Die Entlassung am Neujahrstag 2022 kam angesichts der sportlichen Erfolge überraschend, hing aber laut "L'Equipe" mit einem "quasi-militärischen" Führungsstil zusammen, mit dem Teile der jungen, talentierten Mannschaft nicht klarkamen.
Auch das folgende Engagement in Wolfsburg endete nach etwas weniger als zwei Saisons. Aus dem damaligen Wölfe-Lager kamen daher auch negative Stimmen zu einem möglichen BVB-Job: "Er ist mein Favorit für Dortmund, damit der Verein auch mal merkt, was Krise eigentlich wirklich bedeutet", sagte Max Kruse, der von Kovac aussortiert wurde. "Da wird Friede, Freude, Eierkuchen vorbei sein. Jeder, der sich das antun möchte, kann das machen. Dass es von Erfolg gekrönt ist, bezweifle ich ganz stark."
Kovac könnte notwendige Qualitäten bringen
Immer wieder stießen verdiente Leistungsträger mit dem Trainer bei all seinen Stationen zusammen. Kovac schert sich nicht um große Namen, er will die Mannschaft auf den Platz bringen, die seine Anweisungen und Regeln befolgt, der Rest sollte zuschauen.
Terzic und Sahin zuvor waren nicht in letzter Konsequenz für diese Eigenschaften bekannt, sie standen für eine andere Trainer-Philosophie: näher an den Spielern, freundlicher, nachsichtiger.
Sahin ist nach einem halben Jahr mit seinen Ansätzen gescheitert. Der Kader des BVB ist von seiner Qualität her unbestritten stärker als Platz elf in der Bundesliga. Möglicherweise kann Kovac mit seinem autoritären Stil die Spieler aufwecken - bis zum Minimalziel Platz vier fehlen sechs Punkte.
Doch der Dortmunder Kader ist auch anders aufgebaut, als es Kovac bei seinen vorherigen Engagements vorfand. Sollte eine Einigung erzielt werden und erfolgsversprechend sein, muss auch dem Kroaten klar sein, dass Dortmund nicht Frankfurt ist.
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Wie geht es weiter mit Dortmund nach dem Aus für Sahin?
Quelle: Perform
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