Borussia Dortmund verliert beim FC Augsburg - Trainer Nuri Sahin wirkt zunehmend ratlos: "Das ist absoluter Wahnsinn"

Borussia Dortmund kassiert beim 1:2 in Augsburg die dritte Auswärtspleite im vierten Spiel. Ein mickriges Pünktchen ergatterte der BVB bislang in der Fremde - so schlecht war Schwarz-Gelb zuletzt vor 35 Jahren. Beim FCA verspielte Dortmund erneut eine Führung und ließ sich anschließend den Schneid abkaufen. Eine Trainerdiskussion macht der BVB nicht auf, doch Nuri Sahin wirkt zunehmend ratlos.

"Jedes Mal zwei Gegentore ...": Sahin kritisiert BVB-Abwehr

Quelle: Perform

Beim Studieren der TV-Bilder lief es Nuri Sahin kalt den Rücken runter. "Wir begleiten nur, anstatt zu stechen. Es war der erste Torschuss. Das geht nicht! Das geht einfach nicht", sagte der Dortmunder Coach bei "Sky".
Fünf BVB-Spieler waren in der Entstehung des Augsburger Ausgleichstreffers nicht in der Lage, Alexis Claude-Maurice am Schuss aus 25 Metern Torentfernung zu hindern. (zum Spielbericht)
Beim zweiten Gegentor legte Emre Can Claude-Maurice den Ball mustergültig auf. "Wie wir die Tore kassieren, ist absoluter Wahnsinn. Wir kriegen die ganze Saison schon zu viele einfache Gegentore", stellte Sahin klar.
Warum seine Mannschaft nach dem idealen Start mit dem frühen Führungstor von Donyell Malen (4.) nicht in der Lage ist, das Spiel zu kontrollieren und stattdessen jegliche Klarheit in den Aktionen vermissen ließ, kann sich Sahin nicht erklären. "Ein frühes Tor ist normalerweise ein Brustlöser. Aber bei uns ist alles sehr verkopft. Das muss raus dem Kopf und runter in den Bauch", so der Coach.

"Sahin stellt klar: "Da kann sich keiner wegducken"

Auf die Frage des "Sky"-Reporters, ob die Mannschaft ihn im Stich lassen würde, antwortet Sahin nach längerem Zögern: "Das Gefühl habe ich nicht und die Mannschaft ist auch nicht kompliziert. Aber der Wind weht, wir sind in einer schwierigen Phase. Wir werden daran gemessen, was auf dem Platz passiert. Da kann sich keiner wegducken. Aber wir werden unserem Anspruch einfach nicht gerecht. Das ist Fakt."
Nach dem 2:5 in der Champions League bei Real Madrid, als der BVB eine 2:0-Halbzeitführung verspielte, musste sich Sahin viel Kritik für seine defensivtaktischen Veränderungen in der zweiten Halbzeit gefallen lassen. Eine Trainerdiskussion ließ Sportdirektor Sebastian Kehl aber auch nach dem Augsburg-Spiel nicht zu.
"Wir haben vollstes Vertrauen in den Trainer. Ich arbeite jeden Tag mit Nuri zusammen. Ich sehe, wie akribisch er sich auf die Spiele vorbereitet und wie wir die Dinge im Training angehen. Wir arbeiten da sehr hart dran und deswegen marschieren wir gemeinsam weiter, keine Frage. Wir stehen komplett hinter ihm", sagte Kehl bei "Sky".

Schlechtester Saisonstart seit zehn Jahren

Aber auch Kehl betonte, dass der BVB derzeit weit davon entfernt sei, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden: "Da brauchen wir kein Schleifchen drumzumachen. Wir stellen uns in den entscheidenden Situationen nicht clever an."
Dortmund hat den schlechtesten Bundesligastart seit der Saison 2014/15 hingelegt und nach Ansicht von "Sky"-Experte Dietmar Hamann tieferliegende Probleme.
"Sie sind in Augsburg nicht zum ersten Mal in dieser Saison in ihre Einzelteile zerfallen. Das ist unerklärlich. Es ist alles halbherzig, es gibt keine Entschlossenheit und die Verantwortung wird hin- und hergeschoben. Ein Gebilde, das auf Sand gebaut ist. Und wenn ich höre, dass sie sehr viel Aufwand betreiben müssen, die Spiele dann aber trotzdem verlieren, ist das ein alarmierendes Zeichen", so Hamann.

Drei verletzte BVB-Spieler in Augsburg

Für den BVB gab's obendrauf noch drei Hiobsbotschaften. Gleich drei Spieler mussten angeschlagen ausgewechselt werden: Marcel Sabitzer, Julian Ryerson und Waldemar Anton. "Das habe ich auch noch nie erlebt", sagte ein konsternierter Sahin.
Es läuft nicht bei Borussia Dortmund und zumindest Hamann erwartet auch nicht, dass alles schnell besser wird: "Der Karren ist im Matsch und es wird schwer, ihn da wieder rauszuziehen."
Die nächsten Aufgaben sind zusätzlich unangenehm: Dienstag DFB-Pokal in Wolfsburg (20:45 Uhr im Liveticker) und nächsten Samstag kommt Tabellenführer RB Leipzig nach Dortmund.
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Quelle: Perform






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