Borussia Dortmund im Findungsprozess: BVB-Trainer Nuri Sahin nach Remis gegen Werder Bremen mit kritischen Tönen

Das torlose Unentschieden in Bremen hat gezeigt, dass Borussia Dortmund unter Nuri Sahin noch in einem Findungsprozess steckt. Dem Trainer ist allerdings bewusst, dass dies aufgrund der hohen Erwartungshaltung ein Balanceakt nicht ohne Risiko ist. BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl gesteht die "Enttäuschung" über den Auftritt ein, denn etliche Dinge wurden zuletzt "schon besser gemacht".

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Quelle: Perform

Es war ihm anzusehen, dass er mit dem 0:0 in Bremen nicht zufrieden war. Als der Schlusspfiff ertönte, schüttelte Nuri Sahin den Kopf, ehe er den Platz betrat und mit seinen Spielern abklatschte. Nach dem DFB-Pokalspiel gegen Phönix Lübeck (4:1) und dem Bundesligaauftakt gegen Eintracht Frankfurt (2:0) war das torlose Unentschieden in Bremen der erste Dämpfer.
"Die erste Halbzeit hat mir überhaupt nicht gefallen. Wir waren viel zu behäbig, viel zu eng im Spielaufbau", sagte Sahin. In der 2. Halbzeit hätte es zwar eine bessere Phase im Spiel seiner Mannschaft gegeben. Doch als Verteidiger Nico Schlotterbeck in der 73. Minute die Gelb-Rote Karte sah, war der Spielfluss von Dortmund gebrochen.
"Für uns ist dieser eine Punkt viel zu wenig", stellte Sahin klar.
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BVB-Trainer Nuri Sahin sieht Borussia Dortmund zu Saisonstart in einem Findungsprozess

Fotocredit: Getty Images

BVB: Spiel mit dem Ball ausbaufähig

Der BVB zeigte in den drei Spielen unter Sahin zwar gute Ansätze, wies allerdings auch Defizite auf. "Ich finde, dass wir defensiv gut stehen und gut verteidigen. Wir haben drei Spiele gemacht und nur ein Gegentor kassiert", bilanzierte Sahin. Es ist sogar das erste Mal seit dem Jahre 2017, dass Dortmund in den ersten zwei Bundesligaspielen einer Saison ohne Gegentor blieb.
Und was sagt Sahin zu dem Spiel mit dem Ball? "Wenn wir klar bleiben, sind wir meiner Meinung nach auch mit dem Ball gut. Letzte Woche haben wir gegen Frankfurt über 60 Minuten mit dem Ball wirklich sehr, sehr gut gespielt", sagte er. Beim Auswärtsspiel in Bremen traf das allerdings nicht zu.
"Das ist ein Prozess. Bei Borussia Dortmund muss dieser Prozess natürlich schneller gehen. Ich weiß im Großen und Ganzen, was richtig und was falsch war. Das macht es einfacher, das zu analysieren und uns zu entwickeln."

bvb steckt im Entwicklungsprozess

Qualitativ mag der BVB in Bremen die bessere Mannschaft auf dem Platz gehabt haben. Doch im Gegensatz zu Dortmund, das im zurückliegenden Sommer den Trainerwechsel und viele Kaderveränderungen vollzog, funktionierte Werder über die mannschaftliche Geschlossenheit.
"Ole (Werner, Trainer von Bremen, Anm.d.Red.) spielt jetzt schon seit einigen Jahren mit seiner Mannschaft, die Abläufe sitzen. Bei uns ist jedes Spiel eine Entwicklung. Und das ist auch völlig normal", sagte Sahin. "Aber bei diesem Prozess ist es wichtig, Spiele zu gewinnen. Als Borussia Dortmund müssen wir anders auftreten. Auch wenn es in der Mannschaft Veränderungen gab oder wir einen neuen Trainer haben, müssen wir die Spiele gewinnen."
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Quelle: Perform

Sportdirektor Sebastian Kehl verwies ebenfalls auf die Findungsphase. "Wir wissen, dass das alles ein Prozess ist. Wir hatten heute erst den zweiten Bundesliga-Spieltag. Ein paar Dinge werden noch Zeit brauchen. Das haben wir auch nach dem Sieg in der letzten Woche gesagt."
Und dennoch gab Kehl zu: "Es ist eine gewisse Enttäuschung da, weil einige Dinge, die wir in der Vergangenheit schon besser gemacht und auch im Training geübt hatten, heute nicht so funktionierten. Wir haben die Räume einfach nicht so gefunden."  

Groß lobt Sahin: "Er liebt den Fußball"

Immerhin scheint das Verhältnis zwischen Trainer und Spieler gut zu sein. Mittelfeldspieler und Taktgeber Pascal Groß sagte gegenüber Eurosport mit Blick auf Sahin: "Ich glaube, er ist ein sehr guter Trainer. Er zeigt uns sehr viele Möglichkeiten im Training auf. Wir haben immer einen guten Plan, wie wir gegen den Gegner spielen wollen. Er ist mit Herz und Seele dabei. Er liebt den Fußball, liebt den Trainerjob und motiviert uns gut."
Auch wenn sich dies in Bremen nur bedingt auf dem Platz zeigte.
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Quelle: Perform


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