Karim Adeyemi und Julien Duranville verletzt: Wie der BVB jetzt auf den Flügeln planen muss - Maximilian Beier wittert
Publiziert 04/10/2024 um 22:54 GMT+2 Uhr
Auf fulminante und torreiche Wochen folgt Ernüchterung: Karim Adeyemi fällt mit einem Muskelfaserriss wochenlang aus. Auch auf Youngster Julien Duranville muss der BVB wieder einmal länger verzichten. Damit sind zwei Flügelspieler bei Borussia Dortmund lange raus. Trainer Nuri Sahin muss mutig werden - und sich auf das ein oder andere Experiment auf der Außenbahn einlassen.
Nuri Sahin (l.) und BVB-Neuzugang Maximilian Beier
Fotocredit: Getty Images
Karim Adeyemi wusste sofort, dass etwas nicht stimmt. Gerade war die Champions-League-Partie gegen Celtic Glasgow nach der Pause neu angepfiffen worden, da setzte sich der Torjäger, der beim 7:1-Sieg in Halbzeit eins dreimal traf, auf den Rasen und schüttelte besorgt den Kopf. Er wusste, dass es nicht mehr weitergeht.
Seine Bedenken bestätigten sich: Der 22-Jährige fällt mit einem Muskelfaserriss drei bis sechs Wochen aus. Ein bitterer Zeitpunkt, war Adeyemi doch mit wettbewerbsübergreifend zehn Scorerpunkten (fünf Tore, fünf Assists) in die Saison gestartet.
Mit Adeyemi rechne BVB-Trainer Nuri Sahin "nach der Länderspielpause im November" wieder.
Auch Shootingstar Julien Duranville, der vielversprechende belgische Nationalspieler, fällt mit einer Oberschenkelverletzung erneut aus. "Er ist leider auch erstmal raus", sagte Sahin, "das ist bitter, weil er auf einem sehr guten Weg war."
Der 18-Jährige war als möglicher Ersatz für Adeyemi gehandelt worden. So aber werden die Optionen für Sahin weniger. Wer nach den beiden Ausfällen beim BVB gefragt ist.
Maxi Beier sucht seine Rolle
Nach den Abgängen von Sébastien Haller und Niclas Füllkrug rüstete der BVB im Sommer nochmal nach und verpflichtete Maximilian Beier von der TSG 1899 Hoffenheim für rund 30 Millionen Euro. Bis dahin hatte sich nur Mittelstürmer Serhou Guirassy dem BVB angeschlossen.
Beier aber war Sahins Wunschspieler - auch, weil er flexibler in der Offensive einsetzbar ist. "Er kann in der Offensive auf allen vier Positionen spielen. Er wird noch wichtig für uns werden", sagte Sahin auf der Pressekonferenz am Freitag.
Genau diese Vielseitigkeit wurde dem 21-Jährigen jedoch zuletzt zum Verhängnis, weil es keine genaue Position für ihn gab. Beier kann auf dem Flügel, in der Spitze oder dahinter spielen. Dort konkurrierte er zuletzt mit Julian Brandt - eher erfolglos.
Einzig im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen startete er und konnte nicht überzeugen. Auch deshalb verzichtete Bundestrainer Julian Nagelsmann bei seiner Kadernominierung für die Nations-League-Duelle mit Bosnien-Herzogowina und den Niederlanden auf den EM-Fahrer. Beier soll in der U21 Spielpraxis sammeln.
Spielpraxis, die es ob der angespannten Personalsituation nun auch im Verein geben dürfte. Sahin kann seinen Wunschspieler auf Herz und Nieren zu prüfen - entweder auf dem Flügel oder auf der Zehn.
Einzig Beier muss die Chancen der kommenden Wochen nutzen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/08/31/image-dcb0db71-b86a-412b-96c1-bca2795249b0.jpeg)
Maxi Beier konnte gegen Bremen nicht wirklich überzeugen
Fotocredit: Getty Images
2. Gittens und Malen rücken in den Fokus
Die logische Folgerung nach den beiden Ausfällen auf dem Flügel ist, auf Jamie Gittens und Donyell Malen zu setzen. Mit letzterem rechnet Sahin für das Spiel bei Union Berlin (Samstag ab 15:30 Uhr im Liveticker) wieder.
Vielleicht ist die Perspektive auf einen Stammplatz auch wieder ausreichend Motivation für den Niederländer: Nach den Wechselgerüchten im Sommer trat er zu Beginn der neuen Saison eher lustlos auf und rückte in den Hintergrund. Wie wichtig Malen sein kann, zeigte er vergangene Saison bis zu seinen Verletzungen. 13 Mal traf er in der Liga und lieferte drei Assists.
Wie fragil die Flügelpositionen der Dortmunder besetzt sind, zeigt auch die Personalie Jamie Gittens: Der 20-Jährige kämpft ebenfalls häufig mit muskulären Problemen. In der vergangenen Saison musste Trainer Edin Terzic erst an die hohe Belastung in der Bundesliga heranführen.
Malen und Gittens besitzen hervorragende Anlagen - in den kommenden Wochen haben sie die Chance, diese zu zeigen und sich damit festzuspielen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/09/18/image-ffd68f6b-9f57-4be0-ad41-d446895e26c3.jpeg)
Jamie Gittens bejubelt seinen Doppelpack gegen Brügge
Fotocredit: Imago
Zu viele Abgänge? Sahin muss rotieren
Bereits nach wenigen Spielen in der neuen Saison, droht das Dortmunder Kartenhaus einzustürzen. Das fragile Gebilde, aus dem die Klubverantwortlichen im Sommer einige Karten gezogen haben.
Neben Haller und Füllkrug ist im Sturm auch Youssoufa Moukoko gegangen. Dadurch ist Mittelstürmer Guirassy fast dazu verdammt, durchzuspielen. Einzig Maxi Beier könnte ihn positionsgetreu ersetzen, wird aber womöglich auf dem Flügel gebraucht.
Bis Adeyemi und Duranville wieder fit sind, muss der BVB einige englische Wochen überstehen. Viel rotieren kann Sahin nicht. Es ist Kreativität gefragt.
Das könnte Dich auch interessieren: Spektakel garantiert: Diese Gefahr droht Bayern im Topspiel
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/10/04/4048170-82101048-2560-1440.jpg)
Sahin lobt Unions besondere Statistik: "Das ist außergewöhnlich"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung