BVB nach Champions-League-Klatsche beim FC Barcelona am Boden - Bundesliga-Topspiel beim FC Bayern München zur Unzeit

Borussia Dortmund hat im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona eine heftige Abreibung kassiert (0:4). Nachdem der BVB in der vergangenen Saison im Endspiel der Königsklassen gestanden hatte, folgte nun die bittere Erkenntnis: Von den besten Mannschaften Europas ist die Truppe von Niko Kovac meilenweit entfernt. Am Samstag blüht gegen den FC Bayern das nächste böse Erwachen.

Kovac "Haben noch einen Funken Hoffnung"

Quelle: Perform

Unter den riesigen Leucht-Ringen von Olympia '92 bemühte sich Sebastian Kehl gar nicht erst um Gold im Herausreden. "Das tut weh, wir werden uns berappeln müssen", sagte der Sportdirektor von Borussia Dortmund nach der niederschmetternden 0:4-Vorführung beim zauberhaften FC Barcelona.
Und das schleunigst: Denn der Klassiker der Champions-League-Verlierer beim FC Bayern am Samstag (18:30 Uhr im Liveticker) rast unerbittlich heran.
90 Minuten gehobenes Bundesliga-Mittelmaß gegen brutalste Weltklasse am Mittwochabend haben den Dortmundern etliche Defizite erneut schonungslos aufgezeigt - und das im vielleicht letzten Auswärtsspiel in der Königsklasse für lange Zeit.
Trainer Niko Kovac blickte vom Olympiaberg Montjuic in der Nacht daher höchstens noch pflichtbewusst auf den "Hoffnungslauf" zum Halbfinale.

Kovac prangert simple Fehler an

"Ich bin Optimist, aber auch Realist", sagte Kovac konsterniert, bevor das Team am Donnerstagvormittag mit hängenden Köpfen zum internationalen Flughafen El Prat fuhr: "Aber ohne einen Funken Hoffnung, den es immer gibt, würde es keinen Sinn haben."
Mit der Landung begannen schmale 50 Stunden Vorbereitung auf das Gastspiel bei den ebenfalls tief angekratzten Bayern. Dabei geht es für Kovac auch um grundlegende Spielprinzipien.
Der 53-Jährige habe in Barcelona nicht verstanden, "warum die Mannschaft unsere Vorgaben nicht umgesetzt hat. Vielleicht denkt sich der eine oder andere Spieler: 'Wenn ich mir einen Meter spare, kann ich den nach vorne nutzen.' Bevor wir den Ball haben, müssen wir aber erst aktiv nach vorne verteidigen."
Ein so simpler Fehler in der Herangehensweise kann gegen eine Mannschaft wie dem FC Barcelona tödlich enden - das hat der BVB am eigenen Leib erfahren.

Bayern vs. Dortmund: Kovac warnt vor weiterer Watsche

Die Aufarbeitung sollte bestenfalls bereits am Samstag erste Früchte tragen. Beim Gastspiel in der Allianz Arena will Kovac die nächste Abreibung tunlichst vermeiden. "München ist auf demselben Niveau wie Barcelona. Da müssen wir uns defensiv deutlich besser präsentieren."
Ob der deutsche FCB so irrsinnig gut Passnetze spannen kann wie der spanische, ist allerdings mehr als fraglich. Die Medien feierten Barcelona nach dem Viertelfinal-Hinspiel als reißendes "Raubtier", als Schrecken Europas oder als blau-roten Wirbelsturm in einem Spiel "wie ein kollektiver Orgasmus".
Das war alles ein wenig übertrieben und doch passend: Der BVB saß beim Zauberzirkus des von Gott geküssten Jungmagiers Lamine Yamal und dessen Senior-Assistenten Robert Lewandowski mit offenem Mund im Publikum.
Dortmund hatte in seiner stärksten Phase das 0:1 nach einem Allerweltsfreistoß kassiert, er ließ sich danach erst ausspielen, dann auskontern und fing sich mit zu weit aufgerückter Abwehr auch noch das 0:4. Doppeltorschütze Lewandowski hat gegen seinen Ex-Klub nun sagenhafte 29 Treffer in 28 Spielen erzielt.

"Angepisst": Kobel und Can bemängeln Einstellung

Entsprechend "angepisst" war die Mannschaft später in der Kabine, wie Torhüter Gregor Kobel berichtete. Sein Team habe den Kopf verloren, statt "bei sich zu bleiben" und zumindest eine kleine Chance für das Rückspiel zu erhalten.
Emre Can beklagte sogar die Einstellung. "Es ist die Frage, ob jeder heute bereit war, 100 Prozent zu geben und über den Schmerzpunkt hinaus zu gehen", sagte der Kapitän gegenüber "DAZN".
Sollten am Dienstag tatsächlich BVB-Tore im halben Dutzend vom Himmel fallen, wäre dies eines der größten Wunder der Fußball-Geschichte.
Daran glauben nicht einmal mehr Fantasten: "Das ist eine wahnsinnige Aufgabe, ein Riesenbrett", sagte Kobel.

Quo vadis, Dortmund?

In 999,5 von 1000 Fällen wird es kein BVB-Halbfinale geben. Die Dortmunder würden mit einem kräftigen Tritt in den Hintern scheitern, mit einem Ausrufezeichen hinter der Tatsache, dass sie meilenweit davon entfernt sind, zu den besten vier Mannschaften Europas zu gehören.
Und jetzt: die Bayern. Ausgerechnet. Angeschossen zwar, aber immer noch mit sechs Punkten Vorsprung Bundesliga-Tabellenführer - auf den BVB sind es 27!
Selbst die besten vier Mannschaften Deutschlands kommen zurzeit ohne den BVB aus, der Achtplatzierte hinkt mit fünf Zählern Rückstand auf den 1. FSV Mainz 05 hinterher.
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Borussia Dortmund hatte gegen den FC Barcelona keine Chance

Fotocredit: Getty Images

Einen Mutmacher gibt es aber für den laut Verteidiger Waldemar Anton so "richtungsweisenden" Klassiker. In den letzten vier Aufeinandertreffen mit einem Tabellenführer ging der BVB nicht als Verlierer vom Platz, unter anderem auch Ende November 2024 gegen den deutschen Rekordmeister (1:1).
Doch angekratzte Bayern, sind gefährliche Bayern. Das weiß Dortmund nur zu gut. "Heute können wir noch sauer sein, aber dann geht es weiter", richtete Anton den Fokus daher auf die nächste Hürde - und die wohl letzte Chance auf die Königsklasse.
(mit SID)
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Besser als Messis Barça? Balde: "Sind auf dem richtigen Weg"

Quelle: Perform


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