Der FC Bayern in der Einzelkritik der Saison 2024/25: Wie gut waren Min-jae Kim, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Harry Kane und Co.?

Der FC Bayern ist zum 34. Mal deutscher Meister. Was am Samstag auf dem Platz in Leipzig nicht gelungen war, wurde am Sonntag in einem Münchner Nobellokal nachgeholt. Auf dem Weg zu seinem ersten Titel als Trainer setzte Vincent Kompany in der Bundesliga 29 Spieler ein. In den Leistungen gab es zum Teil gravierende Unterschiede. Die Saison-Einzelkritik der Meistermannschaft 2024/25.

Bann gebrochen: Kane am Ziel seines Titel-Traums

Quelle: Perform

Nur zwei Niederlagen in 32 Spielen, 76 Punkte und 93 geschossene Tore - das Imperium FC Bayern schlug nach der titellosen Saison 2023/24 in beeindruckender Manier zurück.
Thomas Müller holte auf seiner Abschiedstour die 13. deutsche Meisterschaft, Harry Kane mit 31 Jahren seinen ersten Titel überhaupt.
"Was für ein unglaubliches Gefühl! Glückwunsch an die Spieler für ihre herausragende Leistung über die ganze Saison hinweg", teilte Kompany via Homepage des FC Bayern mit.
Doch auf welche Spieler konnte sich der Belgier wirklich verlassen? Der Meister in der Einzelkritik.

TOR

Manuel Neuer: Fiel verletzungsbedingt zwölf Spiele aus und verpasste so den Endspurt zum Titel und die Champions-League-Viertelfinalspiele gegen Inter Mailand. Kassierte in seinen 20 Einsätzen nur elf Gegentore, lieferte konstant ab und hielt auch ein paar Unhaltbare.
Note: 2
Jonas Urbig: Konnte in seinen acht Ligaeinsätzen zeigen, welch großes Talent er besitzt und dass er für die Neuer-Nachfolge taugt. Ein paar Wackler waren dabei, aber auch ein paar Mega-Paraden. Urbigs großes Plus: Er ist mit beiden Füßen im Aufbauspiel gleich stark.
Note: 2
Daniel Peretz (drei Spiele) und Sven Ulreich (eins): ohne Bewertung
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Seine größte Tat: Jonas Urbig hält gegen Leipzigs Amadou Haidara

Fotocredit: Getty Images

ABWEHR

Min-jae Kim: Wandelte auch in seiner zweiten Bayernsaison zwischen Genie und Wahnsinn. Hier unbezwingbar dank seiner Schnelligkeit und Härte im Eins-gegen-Eins, dort naiv im Zweikampfverhalten. Seine Zukunft in München ist ungewiss. Schleppte sich aber auch mit Achillessehnenproblemen durch die Saison.
Note: 3
Dayot Upamecano: In den letzten Jahren mit Hang zum Leichtsinn, spielte der Franzose seine beste Saison im Bayerntrikot und mauserte sich zur unumstrittenen Nummer eins der Innenverteidiger. Fällt aber seit März mit Knorpelschaden im Knie aus.
Note: 2
Eric Dier: Unter Kompany lange Zeit außen vor, "profitierte" der Engländer im letzten Saisondrittel von Upamecanos Ausfall. Überzeugte mit guten Leistungen und traf zuletzt dreimal in Folge per Kopf. Hat nie über seine Reservistenrolle gejammert, sondern geliefert, wenn er gebraucht wurde. Der FC Bayern lässt ihn dennoch ziehen - ein Fehler.
Note: 1,5
Konrad Laimer: In 27 Einsätzen überwiegend als Rechtsverteidiger dabei. Stets enorm einsatzfreudig mit einer Fehlerquote auf niedrigem Niveau, ohne dabei die Sterne vom Himmel zu spielen.
Note: 2,5
Josip Stanisic: Verpasste die erste Saisonhälfte komplett (Knieverletzung) und pendelte in der Rückrunde zwischen Rechts-, Innen- und Linksverteidigerposition bei acht Startelfeinsätzen. Zeigte dabei, dass er überall eingesetzt werden kann ohne großen Qualitätsverlust.
Note: 3
Alphonso Davies: Kehrte nach Jahren der Stagnation in die Weltklasse zurück. Neben seiner überragenden Geschwindigkeit überzeugte er mit Aggressivität und Einsatz. Der beste Linksverteidiger der Liga muss allerdings eine lange Pause einlegen. Bei einem Länderspiel für Kanada im März riss das Kreuzband.
Note: 1,5
Raphaël Guerreiro: Kam endlich mal ohne Blessuren durch die Saison, nur die letzten beide Spiele fehlte er verletzt. Fiel nach starker Hinrunde in ein Leistungsloch und war im Endspurt kaum noch gefragt. Guerreiro ist vielseitig einsetzbar und ein riesen Kicker. So ganz glücklich wird er aber in München nicht.
Note: 3
Sacha Boey: Wurde in der Hinrunde von Verletzungen geplagt, war in der Rückrunde aber auch im fitten Zustand kein Faktor. Konnte nie den Beweis antreten, dass er gut genug ist für den FC Bayern. Angesichts der Ablösesumme (30 Millionen Euro!) einer der schlechtesten Transfers der Vereinsgeschichte.
Note: 6
Hiroki Ito (sechs Spiele) und Adam Aznou (zwei): ohne Bewertung
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Sacha Boey bekommt beim FC Bayern keinen Fuß auf den Boden

Fotocredit: Getty Images

MITTELFELD/ANGRIFF

Joshua Kimmich: Mit 2.667 Minuten mit Abstand Bayerns Dauerbrenner. Aber ist er jetzt Weltklasse oder nicht? An dieser Frage scheiden sich nach wie vor die Geister. Kimmich ist Taktgeber und Defensivboss im Mittelfeld und unter Kompany nicht mehr der Tausendsassa, der am liebsten alles auf dem Platz erledigen will. Hat aber immer noch Luft nach oben.
Note: 2,5
Leon Goretzka: Zu Saisonbeginn quasi aussortiert, spielte er sich mit Fleiß und Disziplin peu a peu in die erste Elf. Konnte dort meistens überzeugen und feierte dadurch auch eine fulminante Rückkehr ins Nationalteam. Zukunft in München dennoch ungewiss.
Note: 1,5
Aleksandar Pavlovic: Nach seiner Durchbruchsaison 2023/24 anfangs neben Kimmich gesetzt. Fiel dann mit Schlüsselbeinbruch und später mit Pfeifferschem Drüsenfieber länger aus und fand dadurch nie richtig in den Rhythmus. Hat aber das Potenzial für eine große Karriere bei Bayern.
Note: 3
Joao Palhinha: Begann vielversprechend, wurde dann aber durch einen Muskelbündelriss ausgebremst. Kam nach der Rückkehr nur noch sporadisch zum Einsatz und flog gegen Bochum für ein völlig unnötiges Foul vom Platz. Der 50-Millionen-Mann steht auf der Verkaufsliste.
Note: 4,5
Jamal Musiala: Einer der wenigen Unterschiedsspieler in der Offensive des FC Bayern. Traf in 25 Spielen zwölf Mal und sorgte regelmäßig für Aha-Effekte. Mit 22 konstant Weltklasse und mit einem fetten neuen Vertrag ausgestattet. Wurde in der Champions League gegen Inter schmerzlich vermisst.
Note: 1,5
Thomas Müller: In seiner letzten Bayernsaison überwiegend Ersatz, aber immer noch wichtig. Hätte das Zeug für ein weiteres Jahr in München, doch der Verein plant anders. Geht als Rekordspieler und absolute Legende.
Note: 3
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Müller-Rekord, Kane-Premiere - die Zahlen zum Bayern-Titel

Quelle: Perform

Michael Olise: Von Anfang an eine echte Verstärkung. Mit 26 Torbeteiligungen in 32 Spielen absolute Nummer eins auf den Flügeln. Ballbehandlung und Torschusstechnik sind eine Augenweide. Top-Einkauf!
Note: 1,5
Leroy Sané: 17 Startelfeinsätze, elf Tore, fünf Vorlagen. Zeigte immer wieder mal seine überragenden Fähigkeiten, brachte seine PS aber erneut nicht konstant auf die Straße. Kämpfte in der Rückrunde (vermutlich erfolgreich) um einen neuen Vertrag, bleibt jedoch ein ewiges Rätsel bei Bayern.
Note: 3
Kingsley Coman: Im Vergleich zu früheren Jahren überwiegend von Verletzungen verschont, brachte er es lediglich auf elf Startelfeinsätze. Vor allem im Endspurt nur Flügelspieler Nummer drei hinter Olise und Sané. Blieb die gesamte Saison über ein bisschen unter dem Radar.
Note: 4
Serge Gnabry: Zu Beginn unter Kompany gesetzt und durchaus überzeugend verlor er nach sieben Spieltagen seinen Stammplatz. War fortan nur noch Ergänzungsspieler und konnte nie den Beweis antreten, dass es für mehr reicht. Vernünftige Zahlen mit elf Torbeteiligungen in 25 Einsätzen, mehr aber auch nicht.
Note: 4,5
Harry Kane: Mit 24 Toren nicht mehr ganz so treffsicher wie 2023/24 (36.). Trotzdem wieder mit Abstand erfolgreichster Stürmer der Bundesliga und stets Vorbild in puncto Einsatz und Mannschaftsdienlichkeit. Darf endlich seinen ersten Titel feiern.
Note: 2
Gabriel Vidovic (zwei Spiele), Jonah Kusi-Asare (eins) und Arijon Ibrahimovic (eins): ohne Bewertung
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Kompany: "Ich bin sehr stolz auf unsere zweite Halbzeit"

Quelle: Perform


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