Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen Bayer Leverkusen auffielen: Musiala und Co. gestoppt - der Abend der Schattenmänner

Jamal Musiala gegen Florian Wirtz? Nix da! Die Abräumer Aleksandar Pavlovic und Robert Andrich drücken dem Spitzenspiel ihren Stempel auf. Insgesamt dominieren zwei starke Defensivleistungen die Partie, auch wenn Leverkusen mit seiner Mauertaktik überrascht. Aber die Bundesliga kann sich endlich wieder über einen dauerhaften Bayern-Rivalen freuen. Drei Dinge, die uns im Topspiel auffielen.

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Quelle: Perform

Bayer Leverkusen hat am 5. Spieltag der Bundesliga einen Punkt beim FC Bayern München entführt. Der amtierende Meister holte beim Rekordmeister ein 1:1 (1:1). Robert Andrich hatte Bayer in Führung gebracht, den Bayern gelang durch Aleksandar Pavlovic der Ausgleich.
Am Ende hatten die Münchner ein Chancenplus, bissen sich aber an der stabilen Leverkusener Defensive die Zähne aus. "Wir hätten mehr verdient, wir waren klar die bessere Mannschaft", sagte Kapitän Manuel Neuer bei "Sky".
Mit 13 Punkten liegen die Bayern weiter auf Platz eins und haben drei Zähler Vorsprung auf Leverkusen, das einen Zähler hinter RB Leipzig auf Platz drei rangiert.
Drei Dinge, die beim 1:1 des FC Bayern München gegen Bayer Leverkusen auffielen.

1. Der Abend der Schattenmänner

Das Duell der Ausnahmekönner Jamal Musiala und Florian Wirtz dominierte die Schlagzeilen im Vorfeld. Und tatsächlich kreuzten die beiden deutschen Offensivstars auch recht oft im direkten Zweikampf die Klingen.
Ihren Glanz konnten beide aber gegen die aufmerksamen Defensivreihen kaum versprühen. Beide rieben sich auch in der Arbeit gegen den Ball auf.
Für die Jubelmomente sorgten an diesem Abend dann auch nicht die Künstler, sondern die Arbeiter und Stabilisatoren aus dem zentralen Mittelfeld. Robert Andrich markierte mit dem ersten Torschuss der Leverkusener die überraschende Führung der Werkself. Aleksandar Pavlovic egalisierte diese mit seinem ersten Weitschusstreffer in der Bundesliga per fulminantem Halbvolley.
Auch sonst standen die beiden Schattenmänner immer wieder im Blickpunkt. Erst begünstigte Pavlovic zumindest mit seinem geschenkten Eckball für Leverkusen den Führungstreffer von Bayer. Der Youngster ließ sich davon aber nicht aus der Bahn werfen und lenkte gemeinsam mit Joshua Kimmich das Spiel der Bayern souverän.
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Aleksandar Pavlovic (r./FC Bayern) trifft traumhaft gegen Bayer Leverkusen - Robert Andrich (l.) kann nicht mehr eingreifen

Fotocredit: Imago

Bayern-Trainer Vincent Kompany sparte bei "Sky" nicht mit Lob für seinen Mittelfeldspieler und stellte ihm eine Zukunft als "einer der besten Mittelfeldspieler in Europa" in Aussicht.
Auf der anderen Seite war Andrich die personifizierte Defensivstärke von Bayer an diesem Abend. Immer wieder brachte er gegen Musiala noch ein Bein dazwischen, gewann die Zweikämpfe in den gefährlichen Räumen oder stoppte die Angriffe auch mal mit einem Foul.
Es könnte eine der Erkenntnisse des Abends sein für Bundestrainer Julian Nagelsmann, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte, dass die Zukunft im Mittelfeld des DFB-Teams genau diesen beiden Spielern gehört. Andrich in seiner gewohnten Rolle als Abräumer und Pavlovic als Spiellenker.
Was Musiala und Wirtz auszeichnet, wussten ohnehin schon vorher alle.
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Quelle: Perform

2. Bayer kann auch mauern - und stoppt Bayerns Offensivrausch

Unter Xabi Alonso hat Leverkusen in der vergangenen Saison mit berauschendem Offensivfußball die Meisterschaft geholt. Ein Nebenprodukt des dominanten Ballbesitzfußballs und des starken Pressings war auch die beste Defensive der Liga.
Diese defensive Stabilität ist Bayer in den ersten Ligaspielen etwas abhandengekommen. In München zeigten die Leverkusener, dass sie auch anders defensiv zum Erfolg kommen können. Und das war der Punkt in München, ein Erfolg. Denn Xabi Alonso hatte seiner Mannschaft in der Allianz-Arena eine veritable Mauertaktik verordnet.
"Wenn man jedes Spiel drei Tore bekommt, dann kann man so nicht weitermachen", sagte Granit Xhaka bei "Sky" mit Blick auf die vielen Gegentore der vergangenen Wochen. "Unser Ziel war es: defensiv gut stehen, wenig zulassen und vorne kriegen wir unsere Chancen."
Das Fazit des Schweizers: "Defensiv eine sehr gute Leistung. Mit dem Ball kann man ein bisschen mehr machen. Aber wir nehmen das 1:1 gerne mit."
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Manuel Neuer vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Die Bayern waren mit dem Ergebnis verständlicherweise nicht so zufrieden. Sie hatten 70 Prozent Ballbesitz, 17:3 Torschüsse und 12:1 Flanken. Dazu eine Doppel-Pfosten-Latte-Chance von Serge Gnabry.
Die Dominanz der Bayern in diesem Spitzenspiel war durchaus beeindruckend, auch das hohe Pressingverhalten funktionierte sehr gut, Michale Olise überzeugte erneut als kreativer Flügelspieler. Aber gegen stark verteidigende Leverkusener war die Chancenqualität insgesamt überschaubar.
Wie schwer sich die Bayern taten, das Leverkusener Bollwerk zu knacken, zeigt, dass Harry Kane zum ersten Mal in seiner Bayern-Zeit ohne eigenen Torschuss blieb. Nach dem Offensivrausch der vergangenen Woche mit 20 Toren in drei Spielen war dies ein erster kleiner Dämpfer.
Sportvorstand Max Eberl war dennoch hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, auch wenn er sich natürlich einen Sieg gewünscht hätte. "Wir haben ein Ausrufezeichen gesetzt, mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben", sagte Eberl bei "Sky".
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Kane gegen Bayer verletzt raus: Kompany bezieht Stellung

Quelle: Perform

3. Auf dem Weg zum neuen Klassiker

Es gab eine Phase im deutschen Fußball, da waren Spitzenspiele, an denen selbstverständlich immer der FC Bayern beteiligt war, eher Spaziergänge als echte Duelle auf Augenhöhe. Gerade der BVB hatte in den letzten Jahren der bayerischen Meisterdominanz in den direkten Duellen kaum etwas entgegenzusetzen.
Internationaler Spitzenfußball war in den Spitzenspielen nicht zu sehen. Anders als noch in der Hochphase der Rivalität zwischen den Bayern und Dortmundern in den 2010er Jahren. Unter den Trainern Jupp Heynckes und Pep Guardiola auf Seiten der Münchner bzw. Jürgen Klopp und Thomas Tuchel beim BVB waren die direkten Aufeinandertreffen mit das Beste, was der europäische Fußball zu bieten hatte. Der Fußball war state of the art.
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Michael Olise (l./FC Bayern) im Zweikampf mit Alejandro Grimaldo (Bayer Leverkusen)

Fotocredit: Imago

Die Begegnung Bayern gegen Bayer ist auf einem guten Weg in diese Richtung. Das Spiel an diesem Samstagabend war kein Offensivspektakel, aber es war in Sachen Intensität, Taktik und Technik absolut auf internationalem Spitzenniveau. Dazu kommt die individuelle Klasse von Weltklassespielern auf beiden Seiten und zwei Trainer, die für eine sichtbare Handschrift sorgen und Europas Fußball in den nächsten Jahren vermutlich prägen werden.
Bayer war in erster Linie auf eine stabile Defensive bedacht und hielt Bayerns bisher so rollende Offensive auch in weiten Teilen von guten Abschlussaktionen entfernt. Die Münchner machten aus ihrem hohen Ballbesitz Druck und eroberten wie unter Vincent Kompany üblich früh die Bälle zurück. Dennoch verlor Leverkusen so gut wie nie die Ordnung. Kein Wunder, dass die beiden Treffer durch Fernschüsse fielen.
Bayern gegen Bayer ist ein Duell zweier europäischer Schwergewichte, das es in Deutschland so lange nicht gegeben hat. Auch darüber kann sich die Bundesliga freuen.
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Alonso über Defensiv-Taktik: "Waren bereit, zu leiden"

Quelle: Perform


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